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Aufgebrachte Stimmung während der Sitzung des Ortsrates von Klein Berkel

„Und wir haben nichts zu sagen?“

Klein Berkel. Die Wogen schlugen hoch auf der gestrigen Sitzung des Ortsrates von Klein Berkel. Nicht nur während der Einwohnerfragestunde vor Beginn der Tagesordnung wurden kritische Fragen gestellt, auch während der Sitzung hagelte es Zwischenrufe und teilweise lautstarke Kritik. „Dass wir erst aus der Dewezet erfahren haben, dass in der Werkstraße eine Flüchtlingsunterkunft für 82 Menschen entstehen soll, ist eine Unverschämtheit“, wurde der für die Flüchtlinge in Hameln zuständigen Stadträtin Martina Kurth-Harms entgegengehalten. „Sie haben schwere Fehler gemacht“, erklärte beispielsweise Antonius Mertens-Thomas, Geschäftsführer von Athe Therm, „nach Paragraph 36 der im Oktober geänderten Baunutzungsverordnung hätten Sie erst bei uns als Anwohnern nachfragen müssen. Machen Sie erstmals Ihre Hausaufgaben.“

veröffentlicht am 26.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 18:21 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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Der Zusicherung der Stadträtin, in dem Gebäude würden vor allem Familien mit Kindern nur übergangsweise bis zur Unterbringung in einer Wohnung bleiben, schenkte ein Teil der mehr als 50 Besucher der Sitzung keinen Glauben. „Wir haben Angst um uns und unsere Kinder“, erklärten mehrere aufgebrachte Anwohnerinnen, „wie wollen Sie denn dieses Pulverfass entschärfen?“ Auch der von Martina Kurth-Harms zugesagte Schutz durch eine erfahrene Security-Firma konnte die Gemüter kaum beruhigen. Ihr Vortrag wurde immer wieder durch erregte Zwischenrufe oder -fragen unterbrochen.

Höhnisch wirkendes Gelächter brach aus, als die Stadträtin berichtete, dass Kauf, Umbau und Ausstattung des Gebäudes mit mehr als einer Million Euro veranschlagt seien. „Unglaublich. Das ist doch ein maßlos überzogener Preis“, lautete eine der Reaktionen. Und als Günther Köster, der Leiter des polizeilichen Streifeneinsatzes in Hameln von normaler bis niedriger Kriminalität durch Flüchtlinge berichtete und 90 Prozent der in den sozialen Medien verbreiteten Gerüchte als zu 90 Prozent erfunden bezeichnete, schallte ihm entgegen: „Das stimmt nicht, das wollen wir nicht hören!“

Einstimmig beschloss der Ortsrat am Ende einen gemeinsam von CDU, SPD, Grünen und FDP eingebrachten Antrag, in dem die Verwaltung aufgefordert wird, die erforderlichen personellen Ressourcen zur Betreuung und Sicherung der Übergangseinrichtung zu stellen, vor allem Familien in dem Gebäude unterzubringen und vor der Inbetriebnahme unter Beteiligung des Ortsrates eine Bürgerversammlung und eine Begehung gemeinsam mit dem Ortsrat durchzuführen. Der fragende Kommentar dazu: „Und wir haben nichts zu sagen?“



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