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Trauergruppe „Die Schatzkiste“ hilft Kindern, mit Verlusten umzugehen

Und plötzlich ist da eine Lücke …

HAMELN. Wenn ein nahestehender Mensch stirbt, sind Kinder mit ihrer Trauer oft überfordert. Seit zwei Jahren hilft die Trauergruppe „Die Schatzkiste“ Kindern in dieser Situation, über ihre Gefühle zu sprechen und ihre Lebensfreude wiederzufinden. Am Donnerstag veranstaltet der Ladies Circle 21 Weserbergland ein Benefizkonzert zugunsten der „Schatzkiste“.

veröffentlicht am 06.06.2016 um 16:48 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:16 Uhr

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Wiebke Kanz

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Wiebke  Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite
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HAMELN. Und plötzlich ist da eine Lücke: Kinder erleben den Tod eines nahestehenden Menschen häufig völlig anders als Erwachsene. Auf einmal sind Mama oder Papa, Oma oder Opa, ein Geschwisterkind, ein Klassenkamerad oder eine Freundin nicht mehr da – ohne, dass man versteht, warum. Und ohne, dass man darauf vorbereitet wurde.

Gerade wenn es sich bei dem Verstorbenen um ein nahes Familienmitglied handelt und auch die Eltern oder ein verbliebener Elternteil trauern, kann es für Kinder schwierig sein, einen eigenen Umgang mit ihrer Trauer zu finden. In Hameln kümmert sich in solchen Fällen seit zwei Jahren die Kindertrauergruppe „Die Schatzkiste“. Acht bis zehn Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren treffen sich dort regelmäßig zweimal im Monat. Die Kinder lernen hier andere Kinder kennen, die ebenfalls einen lieben und wichtigen Menschen verloren haben, merken, dass sie mit ihren Gedanken und Problemen nicht allein sind, und öffnen sich einander allmählich. „Oft finden erste Gespräche über die Trauer und den Tod eher beiläufig statt“, erklärt Monika Cordes-Salm, die die „Schatzkiste“ gemeinsam mit zwei weiteren Frauen betreut. „Wir lesen mit den Kindern ein Buch oder spielen ein Spiel, und aus dem Zusammenhang heraus beginnt ein Kind, über seine Gefühle zu sprechen. Ein anderes Kind geht darauf ein, und nach und nach lernen die Kinder so, ihne Gefühle zu äußern. Wir begleiten diesen Prozess“, sagt Cordes-Salm.

Angesiedelt ist die „Schatzkiste“ unter dem Dach des Hospiz-Vereins Hameln. Geführt wird sie rein ehrenamtlich – Monika Cordes-Salm und ihre Kolleginnen Birgit Steinhoff und Simone Herbermann nehmen sich Zeit für die Kinder, spielen, lesen, musizieren, bei schönem Wetter gehen sie nach draußen, manchmal werden Erinnerungskisten gebastelt oder kleine Abschieds-Floße auf Reisen geschickt. Für vieles andere aber fehlt das Geld.

Und an dieser Stelle kommt der Ladies Circle 21 Weserbergland ins Spiel: Am Donnerstag, 9. Juni, veranstaltet der Service-Club nämlich ein Benefizkonzert zugunsten der „Schatzkiste“. Beginn ist um 20 Uhr im Merengue Mo, es spielt die Deutsche Jazzhilfe. Der Eintritt ist frei, nach dem Konzert wandert ein Hut durch die Cocktailbar – „jeder kann eine Spende abgeben, ganz unkompliziert“, sagt Heike Knade vom Ladies Circle 21.

Dieser Service-Club besteht mittlerweile seit 21 Jahren – gegründet wurde er am 23. September 1995. „Wir sind 15 Frauen mit unterschiedlichen Berufen aus dem Weserbergland, deren Herz für eine gemeinsame Sache schlägt: Menschen, denen es nicht gut geht, die in Not oder die bedürftig sind, zu helfen“, sagt Knade. Fünf bis sechs Aktionen für den guten Zweck veranstalten die Ladies jedes Jahr – ob ein Stand beim Felgenfest, Konzerte, Lesungen, „wir opfern unsere Zeit, aber wir wissen ganz genau, wofür wir es machen“, sagt Knade.

Die Einnahmen sollen der „Schatzkiste“ am Donnerstagabend direkt übergeben werden – und diese weiß sogar schon genau, was sie mit dem Geld vor hat: „Wir wollen mit den Kindern ein Wochenende Zelten fahren“, erklärt Monika Cordes-Salm. Einfach mal raus, ein Wochenende in die Natur: „Gerade wenn ein Elternteil gestorben ist, wird es für viele Familien finanziell schwierig. Da fallen Urlaube und Ausflüge als erstes flach“, sagt sie. Genau diese Lücke wolle die „Schatzkiste“ gern füllen.

Der Kontakt zur „Schatzkiste“ findet übrigens über den Hospiz-Verein Hameln statt: 05151/25908.



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