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Verwaltung will keine Höhenbegrenzung für Windräder

Und plötzlich dürfen sie doch höher sein …?

Hameln. So haben sie sich das nicht vorgestellt. Und so wollen es die Ortsbürgermeister von Haverbeck und Halvestorf auch nicht kommentarlos hinnehmen. In etlichen Veranstaltungen hat die Stadt Hameln die Bürger der beiden Stadtteile und zuletzt am Montagabend in Hilligsfeld über die Notwendigkeit aufgeklärt, Flächen auszuweisen, auf denen Windkrafträder installiert werden können. Immer mit dem Vermerk, dass die Höhe der potenziellen Anlagen begrenzt wird. Auf drei von ursprünglich sieben möglichen Flächen lief es hinaus – mit grundsätzlicher Zustimmung der Ortsräte. Doch von der einst gewollten Höhenbegrenzung ist jetzt keine Rede mehr.

veröffentlicht am 17.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 15:41 Uhr

In Hameln soll jetzt der Flächennutzungsplan geändert werden, damit auch hier Investoren Windkrafträder aufstellen können.  Foto

Autor:

Heiko Gropp undBirte Hansen
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In Halvestorf hatte Michaela Klank von der Abteilung Stadtentwicklung und Planung vor zwei Wochen im Ortsrat davon gesprochen, dass eine Gesamthöhe der Windkrafträder von 200 Metern genehmigt werde. Und auch die Unterlagen aus den Vorjahren sahen zunächst 100 Meter Gesamthöhe und 85 Meter Nabenhöhe vor. Später wurden 100 Meter Nabenhöhe vorgeschlagen. Die Aussage ihres Kollegen Dieter Lentge im gleichen Gremium in Hilligsfeld klang auf Nachfrage, ob die Begrenzung Bestand habe, anders: „Es wurden keine Festsetzungen der Höhe getroffen.“ Und so steht es auch in der Beschlussvorlage, über die Hamelns Mitglieder im Bauausschuss heute Nachmittag abstimmen sollen. Danach handelt es sich um ein Gebiet südöstlich von Haverbeck zwischen Haverbeck und Halvestorf (Gebiet M) und eines nordwestlich von Hilligsfeld, „Liethberg“ (Gebiet D). Damit auf dem Liethberg Windräder entstehen können, müssten zunächst 33 Hektar des Landschaftsschutzgebietes „Hamelner-Fischbecker Wälder“ aufgehoben werden. Das bislang ausgewiesene Vorranggebiet östlich von Afferde soll laut Verwaltung ebenfalls aufgehoben werden, weil dort Windräder mit Naturschutzbelangen kollidierten. In dem Gebiet wurde festgestellt, dass zwei Horste von Rotmilanen gefährdet wären.

Dass die Verwaltung keine Maximalhöhe vorgeben will, begründet Dieter Lentge damit, dass „nach dem heutigen Stand der Technik auch Windenergieanlagen mit einem stärkeren Leistungsprofil“ ermöglicht werden sollen. Die Wirtschaftlichkeit hinge davon ab, wie gut der Wind genutzt werden könne, was in den zwei Gebieten bei 5,9 bis 6 Meter Windgeschwindigkeit pro Sekunde der Fall sei, die erst ab einer gewissen Höhe erreicht würden. Durch größere Höhen könnten laut Lentge aber auch die Anzahl der Windkrafträder verringert werden.

Verwundert zeigt sich Haverbecks Ortsbürgermeister Thorsten Sander über die Entwicklung. „Ich stehe der Energiegewinnung aus Windkraft positiv gegenüber, aber eine unbegrenzte Höhe der Anlagen – nein. Für Haverbeck ist das nicht tragbar. Wir waren und sind bis zu einer Maximalhöhe von 180 Metern einverstanden.“ Auch Hartmut Binder, Ortsbürgermeister in Halvestorf ist verärgert. „Ich kann das nicht nachvollziehen,“ sagt er. Das ganze Gutachten mit den bisherigen Bedingungen sei jetzt in Frage gestellt. Bei größeren Höhen als 150 Meter Gesamthöhe der Windkrafträder sehe er die bauliche Entwicklung seines Ortes gefährdet und dazu sage er nicht ja. „Wenn sich die Bedingungen gegenüber den bisherigen Vorlagen ändern, dann muss neu beraten werden.“

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Die roten Flächen sind als Vorranggebiete geplant.
  • Die roten Flächen sind als Vorranggebiete geplant.

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