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Wie unsere Fastenden die Tage des Verzichts erlebt haben – und was bleibt

… und jetzt wieder 45 Wochen „mit“

Hameln. Zu Ostern stand Fastenbrechen auf dem Programm: Sieben Wochen lang hatten sich viele Hamelner im Verzicht geübt, hatten abgelassen von Alkohol, Süßigkeiten oder Fleisch oder jeglichem Überfluss gar gänzlich abgeschworen. Seit Ostersonntag darf nun wieder nach Herzenslust geschlemmt und konsumiert werden – obwohl es zuvor auch nicht wirklicht verboten war: Niemand ist heute mehr gezwungen, die Zeit vor Ostern enthaltsam zu sein. Und dennoch ist Fasten so populär wie nie. Die evangelische Fastenaktion „7 Wochen ohne“ zog nun die positivste Bilanz in der Geschichte der Kampagne, die seit 1983 mit wechselnden Themen dazu anregen will, die Fastenzeit bewusst zu erleben und zu gestalten.

veröffentlicht am 03.04.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 08:21 Uhr

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„Das Fasten muss ein echter Verzicht sein – oder ein Gewinn“, begründete der Hamelner Pastor Thomas Risel Mitte Februar seinen Entschluss, in den folgenden sieben Wochen nicht etwa zu hungern oder den Fernseher auszulassen, sondern täglich zwei Stunden lang Zeit in der Natur verbringen zu wollen. Probleme zu wälzen oder im Kopf den Terminkalender durchzugehen, sollte in dieser Zeit tabu sein. Und tatsächlich: Eisern verbrachte Thomas Risel 42 Tage lang täglich mindestens zwei Stunden an der frischen Luft, allein, mit Freunden oder dem Hund. Bei Wind und Wetter, das seit Aschermittwoch mit Schnee, Regen, Sturm und Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht gerade einladend war. Ob der innere Schweinehund da nicht das eine oder andere Mal stärker war als das Gewissen des Fastenden? „Der bellte immer nur eine Minute lang und war still, sobald ich draußen war“, sagt der 50-Jährige. Nach den Wochen des Wanderns zieht der Pastor der Marktkirche eine durchweg positive Bilanz: „Man bleibt gesund, findet viel mehr Kreativität als am Schreibtisch – und das in einer Zeit, in der es viele Ansprachen zu schreiben galt. Einzig mit meinem Terminkalender ließ sich die tägliche Auszeit manchmal schwer koordinieren.“ Trotzdem will Thomas Risel die inzwischen liebgewonnene Gewohnheit fortführen. „Allerdings nicht mehr so streng“, gesteht der Pastor.

Strenge war von vornherein nicht Gaby Meyers Ding: Sieben Wochen lang wollte die 49-Jährige ganz bewusst auf Fleisch verzichten. Ohne Erfolgsdruck, Scheitern sei keine Katastrophe, sagte sie im Februar. Ein Erfolgsrezept, wie sich herausstellte: „Das hat wunderbar geklappt – es war aber auch nicht so schwer, denn ich esse auch sonst wenig Fleisch“, berichtet die Hamelnerin. Zu Ostern, zum Fastenbrechen, gab es dann Geflügel. „Das werde ich auch zukünftig eher essen als rotes Fleisch – wenn überhaupt“, so Meyer, die weniger aus religiösen Gründen als des bloßen Verzichts wegen fastete. Das restliche Jahr über will die Fasten-Novizin nun auch aus dieser Erfahrung schöpfen, öfter bewusst auf den Fleisch-Konsum verzichten. „Das ist eine Frage der Einstellung“, sagt Gaby Meyer – und keine des Glaubens.ww



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