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Schachtdeckel gibt zeitweise Blick auf Untergrund frei / Kabelarbeiten an neuer Trafostation

Und der Boden tat sich auf ...

Hameln. So manch einer wird sich in den vergangenen Wochen am Pferdemarkt gewundert haben. Denn dort tat sich zeitweise sprichwörtlich der Boden auf. Eine Klappe in den Pflastersteinen war senkrecht gestellt und gab damit den Blick auf das Leben im Untergrund frei.

veröffentlicht am 12.07.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 14:41 Uhr

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Autor:

VON ANDREA TIEDEMANN
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Dort gab es allerdings keine Rattenfamilie zu erspähen, sondern einen Gang mit verschlossener Tür. Alles in feinstem Weiß gestrichen, wie eine Neubauwohnung. Ein Geheimversteck? Ein Bunker? Eine Schatztruhe? Das nicht, aber mindestens ebenso wertvoll. Es handelt sich um eine der beiden unterirdischen Trafostationen der Stadtwerke Hameln. Sie versorgen die Altstadt rund um den Markt mit Strom und sorgen dafür, dass der Starkstrom für Niederspannungsleitungen verträglich gemacht wird.

Die Trafostation ist etwa 55 Tonnen schwer, über sechs Meter lang, über drei Meter breit und knapp vier Meter tief. Eine Station befindet sich im Bereich Osterstraße/Am Markt, eine weitere am Pferdemarkt. Die beiden Anlagen wurden im Juli 2010 im Vorfeld der Fußgängerzonensanierung eingesetzt – mit einem Schwerlastkran. „Die alten oberirdischen Trafostationen waren von der elektrischen Belastung an ihre Grenzen gestoßen“, sagt Stadtwerke-Sprecherin Natalie Schäfer. Und auch Stadtsprecher Thomas Wahmes erinnert sich an die umstrittenen alten Glasvitrinen. „Die waren noch im Stil der 70er.“

Die beiden neuen Stationen sind fernüberwacht und können per Fernbedienung geregelt werden. Wenn bei den Trafos allerdings doch einmal ein Hausbesuch ansteht, weil etwas kaputt ist oder überprüft werden muss, öffnen die Mitarbeiter den Schachtdeckel. Der 1,70 mal 1 Meter große Deckel wird mit Hydraulik bewegt. Dann steigen die Mitarbeiter in den Untergrund hinab und können die Trafostation überprüfen. In den vergangenen Wochen mussten zum Beispiel die Kabel gewartet werden.

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Im Gegensatz zu den alten Trafostationen hat das unterirdische Versorgungssystem noch einen weiteren Vorteil: Die Stromanschlüsse für die Stände bei Märkten sind in Schächten im Boden versenkt. Stolpern über Kabelsalat auf dem Pflaster gehört somit der Vergangenheit an.

Damit kein Hamelner und kein Tourist in den Schacht fällt, wird der kleine Bereich mit einem Bauzaun gesichert, wenn die Luke geöffnet ist.



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