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Edertalsperre in Nordhessen verringert Zufuhr / Auswirkungen auf Wasserkraftwerke und Schifffahrt

… und bald fließt noch weniger Wasser

Hameln. Was Günther Merz am Telefon sagt, verheißt für den ausstehenden Zuhörer nichts Gutes: „Was? Am 8. schon? Das ist aber derbe! Okay – dann richten wir uns schon mal drauf ein!“ Noch vor drei Minuten hatte er erzählt, dass die Wasserkraft-Turbinen der Stadtwerke Hameln mit 1750 Kilowattstunden fast Höchstleistung fahren können: Der Wasserstand ist zurzeit sehr niedrig und das dadurch entstehende Gefälle vor und hinter den Turbinen hoch. Dieser Anruf nun bedeutet, dass die Leistung in den kommenden Tagen zurückgefahren werden muss.

veröffentlicht am 04.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 06:41 Uhr

Blick aufs Werder, auf die alte Schleusenanlage, wo zwei Turbinen der Stadtwerke auf Hochtouren laufen und aufs untere Wehr.  Fo
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Am anderen Ende der virtuellen Leitung: das Wasserschifffahrtsamt Hannoversch Münden mit der Nachricht, dass die Edertalsperre in den kommenden Tagen die Wasserzufuhr in die Weser erheblich verringern wird. „Dann kommen bei uns nur noch 50 Kubikmeter Wasser pro Sekunde an“, sagt Merz, der bei den Stadtwerken für die Wasserkraft zuständig ist. Weil die Stadtwerke gewährleisten müssen, dass das obere Wehr nie trockenfällt, werden die Turbinen gedrosselt und so die Wasserabnahme aus dem gestauten Bereich zwischen den beiden Wehren verringert.

Um 26 Kubikmeter/Sekunde werde die nordhessische Talsperre die Wassermenge zurückgefahren, sagt Merz. Die Bestätigung für die Maßnahme kommt aus Hann. Münden. Am Samstag solle die Abgabe aus Deutschlands zweitgrößtem Stausee reduziert werden, heißt es. Als Begründung wird die vorhandene Wassermenge in dem Becken genannt, die „die 40-Millionen-Kubikmetergrenze unterschritten hat“. Während der Nordosten Deutschlands tagelang unter starken Regenfällen und Überschwemmungen gelitten hat, ist in Nordhessen Trockenzeit. Der Pegelstand werde in der kommenden Woche dann in Hameln/Wehrbergen von derzeit einem Meter auf 70 Zentimeter fallen – was für die Stadtwerke eine niedrigere Strommenge aus Wasserkraft zur Folge hat und für die Fahrgastschifffahrt geänderte Fahrpläne.

„In Hameln kein Problem, da fahren wir im Stauwasser“, sagt Reeder Jörg Menze von der Flotte Weser. Die Rundfahrten, die in Hameln stattfinden, werden genauso angeboten werden wie jetzt. Einschränkungen werde es aber voraussichtlich im Bereich Höxter und Bad Karlshafen geben. Die Fahrten dort müssten eventuell eingestellt werden, doch das bleibe erst einmal abzuwarten. Reichlich Niederschlag könnte die Folgen der Wasserdrosselung mildern. Auch die Fahrten von Hameln nach Bodenwerder werden betroffen sein und finden in der kommenden Woche vorerst nur auf Anfrage statt. Das Lichterfest, das am Wochenende in Bodenwerder gefeiert wird, werde laut Menze und Wasserschifffahrtsamt nicht beeinträchtigt; dafür gebe es noch eine Extra-Abgabe aus dem Stausee. „Dafür haben wir uns auch stark eingesetzt“, sagt Menze. Auf dem Abschnitt zwischen Bodenwerder und Polle allerdings könnten die Weser-Fahrten etwas länger dauern als bei normalem Wasserstand.

2 Bilder

Über das untere Wehr fließt seit Tagen gar kein Wasser mehr. Das Gefälle beträgt derzeit rund drei Meter – gut, um Strom aus Wasserkraft zu gewinnen.

Die Turbine des Wasserkraftwerks an der Pfortmühle ist fast ganz geöffnet, wie am Zeigerstand abzulesen ist.

Foto: bha



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