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Ergebnisse der zweiten Bürgerbefragung liegen vor

Umfrage-Ergebnis: Hier leben die zufriedensten Hamelner

HAMELN. Deutschlands glücklichste Menschen leben in Schleswig-Holstein, wie vergangene Woche berichtet wurde. Und in Bezug auf Hameln: in Wangelist. Das ist eines von zahlreichen Ergebnissen der Bürgerbefragung 2017, die Donnerstag im Ausschuss für Stadtentwicklung vorgestellt wurde.

veröffentlicht am 23.11.2017 um 16:46 Uhr
aktualisiert am 23.11.2017 um 18:15 Uhr

Die Wehrberger sind mit Hameln weniger zufrieden als die übrigen Stadt- und Ortsteile. Quelle: Stadt Hameln, Grafik: mb
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Bei 4523 Hamelnern zwischen 18 und 85 Jahren, die zufällig ausgewählt worden waren und im Frühjahr dieses Jahres einen Fragebogen erhalten hatten, wurden 51 als sogenannte stichprobenneutrale Ausfälle notiert (Adresse falsch oder unbewohnt); 1617 haben ihn ausgefüllt ans Rathaus zurückgeschickt. Diese Rücklaufquote von gut 36 Prozent liegt über der von der Verwaltung erwarteten (30 Prozent). Neben einer Hauptstichprobe wurde für Befragungen in den Ortsteilen eine Ergänzungsstichprobe herangezogen, um repräsentative Ergebnisse zu erhalten.

Vor fünf Jahren waren die Hamelner erstmals auf diesem Weg befragt worden; damals waren 1800 auswertbare Bögen von 4457 verschickten zurückgekommen; die Ergebnisse haben sich seither nur in wenigen Bereichen verändert. Etwas besser als im Jahr 2012 bewerteten die Hamelner jetzt das Leben in ihrer Stadt. Diesmal gab es nach Schulnotensystem von eins (sehr gut) bis sechs (ungenügend) eine 2,57 für die Lebenssituation. Vor fünf Jahren gab es dafür eine 2,65. Dabei wurde festgestellt, dass die Zufriedenheit offenbar in Abhängigkeit vom Einkommen und mit steigendem Alter zunimmt. Die Gruppe der 75- bis 85-Jährigen sind demnach deutlich zufriedener als der Rest der Bevölkerung. „So vergaben 68 Prozent“ dieser Gruppe die Noten eins oder zwei. Der Mittelwert dieser Gruppe liegt bei 2,3.

Aus den Ergebnissen geht auch hervor, in welchen Ortsteilen und Stadtbereichen die Menschen am zufriedensten sind – und wo am unzufriedensten. Demnach beurteilen die Wangelister Hameln am besten. Am anderen Ende der Skala liegt Wehrbergen.

Überhaupt: Wehrbergen. Fast immer ist es dieser Ortsteil im Norden der Stadt, in dem Angebote am schlechtesten bewertet werden – oft, weil sie eben gar nicht oder dürftig vorhanden sind: Sportanlagen, Kinderbetreuung, Grundschulangebot, Angebote für Jugendliche…

Insgesamt 14 Aspekte sollten die Befragten bewerten, darunter oben genannte Angebote, aber auch Wohnraum, Freizeitmöglichkeiten, Gesundheitsversorgung. Außerdem gab folgende sogenannte Ausstattungsmerkmale zu bewerten: Dienstleistungsangebot, Einkaufsmöglichkeiten, Grün- und Erholungsflächen, Kulturangebote, Einrichtung für Senioren, Ausbildungs- und Weiterbildungsangebot, Teilzeitarbeitsplätze, Einrichtungen für Familien und Arbeitsplatzangebot.

Wie bereits bei der Befragung vor fünf Jahren erhält erneut das „Arbeitsplatzangebot“ in Hameln die schlechteste Bewertung zusammen mit „Einrichtungen für Familien“. Punkten kann Hameln demnach mit dem vorhandenen Angebot an Dienstleistungen und an Einkaufsmöglichkeiten. Allerdings wird das Dienstleistungsangebot schlechter bewertet als vor fünf Jahren. Warum das so ist, und welche Ursachen für andere Veränderungen im Vergleich zur vorherigen Befragung ausgemacht werden könnten, geht aus dem Bericht nicht hervor. Die Stadtverwaltung merkt jedoch an, dass „belastbare Trends sich erst mit einer dritten Befragung aufbauen lassen“.

Was einer Stadt nicht gut tut, ist eine zu hohe Abwanderung der Bevölkerung. Vor diesem Hintergrund könnte das Ergebnis zu den Umzugsplänen der Befragten aufhorchen lassen: „18,3 Prozent gaben an, einen Umzug zu planen“ – mehr als bei der letzten Befragung. Wenig überraschend: Es sind hauptsächlich die Jüngeren – 18- bis 29-Jährigen –, die Umzugspläne haben. Über die Hälfte aller Befragten gab „private / familiäre Gründe“ an, über ein Drittel gab als Grund an, dass Hameln nicht attraktiv sei, 26 Prozent nannte berufliche Gründe.

Die Mehrheit der Befragten lebt übrigens in den eigenen vier Wänden (über 60 Prozent). Weniger als bei der letzten Befragungen sehen in ihrem Wohnraum (unabhängig davon, ob gekauft oder gemietet) einen Sanierungsbedarf.

Die schlechteste Bewertung, nämlich „sehr schlecht“ erhielten in den Orts- und Stadtteilen folgende Aspekte (in Klammern der Ort, der am schlechtesten abschnitt): Einkaufsmöglichkeiten (Hastenbeck), Dienstleistungen (Haverbeck), Kinderbetreuungsmöglichkeiten (Wehrbergen), Wohn- und Pflegeangebote (Wehrbergen). Unterm Strich wurde die Lebensqualität in Halvestorf und Haverbeck am besten und die in der Südstadt und Wehrbergen am schlechtesten beurteilt.

Ziel der Bürgerbefragung sei es, möglichst frühzeitig eventuelle Fehlentwicklungen zu erkennen und entsprechend gegenzusteuern, erklärt Stadt-Sprecherin Janine Herrmann. „Bürgerbefragungen bilden eine wichtige Informations- und Entscheidungsgrundlage für Politik und Verwaltung.“ Erst nach einer dritten Befragung aber seien genug Datensätze vorhanden, um sie miteinander zu vergleichen. Die nächste Erhebung soll in drei Jahren stattfinden. Ein festangestellter Mitarbeiter führt die Befragungen durch – „weitere Kosten entstehen uns nicht“, erklärt Janine Herrmann auf Anfrage.

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