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Ordnungsamt weist auf freiwillige Rückgabe illegaler Waffen und Strafverzicht hin

Um Abrüstung bemüht

HAMELN. Rund 1300 Waffen sind im Hamelner Stadtgebiet registriert - alle legal, die Namen der Waffenbesitzer sind den Behörden bekannt. Aber darüber hinaus sind noch eine Menge Waffen im Umlauf, die als illegal gelten. Die will die Stadt aus dem Verkehr ziehen – indem sie den Besitzern ein Amnestie-Angebot macht.

veröffentlicht am 13.11.2017 um 19:50 Uhr

Pistolen, Wurfsterne, erlaubnispflichtige Messer: Die Behörden wollen die Anzahl illegaler Waffen im Umlauf reduzieren. Foto: dpa
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Andreas Seidel sagt, dass es sich hierbei allerdings lediglich um die legalen Waffen handelt; Waffen, die bei Stadt und Landkreis bekannt sind; Waffenbesitzer, die die Behörden zumindest vom Namen her kennen. Seidel, der Leiter des Ordnungsamts bei der Stadt Hameln, weiß aber auch, dass darüber hinaus noch eine Menge Waffen im Umlauf sind, die als illegal gelten. Die will die Stadt aus dem Verkehr ziehen – indem sie den Besitzern ein Amnestie-Angebot macht.

Seidel wies kürzlich im Ausschuss für Recht und Sicherheit auf das Problem hin: „Es geht um Totschläger, Schlagringe oder Wurfsterne“, so der Ordnungsamtsleiter. Manchmal seien sich Menschen gar nicht bewusst über das, was sie möglicherweise durch Erbe erhalten oder einfach auf Dachböden finden würden: nach dem Gesetz verbotene Waffen nämlich.

Seit diesem Sommer greift eine Amnestieregelung für den illegalen Besitz solcher Waffen wie Schlagringen oder Wurfsternen. Das geht auf eine Änderung des Waffengesetzes vor, das von Bundestag und Bundesrat verabschiedet wurde.

Bis zum 1. Juli 2018 besteht laut Hamelner Ordnungsamt die „zeitlich befristete Möglichkeit, den unerlaubten Besitz von Waffen aufzugeben, ohne sich hierdurch wegen unerlaubten Erwerbs, unerlaubten Besitzes oder unerlaubten Verbringens strafbar zu machen“.

Dies gilt nach den neuesten Bestimmungen auch für Munition, wie Seidel betont. Ziel der Amnestieregelung ist es, die „Anzahl der zirkulierenden Waffen und Munition zu reduzieren“.

Grundsätzlich gilt: Ohne Waffenbesitzkarte oder kleinen Waffenschein gilt bereits der Erwerb erlaubnispflichtiger Waffen ebenso als strafbar wie der Erwerb generell verbotener Waffen. Die im Gesetz angedrohten Strafen reichen bis zu zehn Jahren Haft oder Bußgeldern bis zu einer Höhe von 10 000 Euro. Nach Angaben der Behörden soll die Strafverzichtsregelung aber vor allem denjenigen zugutekommen, die auf legale Weise – durch Fund oder Erbe – an die unerlaubten Waffen geraten sind. Denn genau genommen müssten sich auch Erben und Finder wegen unerlaubten Waffenbesitzes verantworten.

Bereits 2009 hatte es eine solche Amnestie gegeben. Damals waren nach Angaben des Innenministeriums bundesweit rund 200 000 Schusswaffen abgegeben worden.

Grundsätzlich nehmen die Polizeidienststellen Waffen und Munition entgegen; ebenso wie die Waffenbehörden der Stadt Hameln und des Landkreises Hameln-Pyrmont.

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