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Knolle wurde bereits vor 450 Jahren aufgetischt / Die meisten Vitamine finden sich im Blattwerk

Typisch deutsch: der Kohlrabi

Hameln. Die eigensinnigste unter den Kohlsorten bildet keinen Kopf, sondern wächst im Stiel zu einer runden Knolle – der Kohlrabi. Weil diese Kohlrübensorte vorwiegend in deutschsprachigen Ländern verzehrt wird, gilt sie als typisch deutsches Gemüse. Von Deutschland aus eroberte der Kohlrabi viele Länder, sein Eigenname gilt auch in England, Russland und Japan. Von Juni bis Mitte November wächst das beliebte Kohlgemüse auf den Feldern in unserer Region – derzeit noch geschützt unter Folie.

veröffentlicht am 06.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 21:41 Uhr

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Familie Kossack hat bereits Kohlrabi geerntet. Schnell sind sich die Käuferinnen auf dem Wochenmarkt einig: Gekocht, in Mehlschwitze, etwas Butter dazu, so schmeckt Kohlrübengemüse lecker – aber das Blatt muss mit. Aha. Das hätte ich jetzt vermutlich weggeworfen, doch dort sitzen natürlich die meisten Nährstoffe, und, wie eine ältere Dame bemerkt: Die Schlesier verwenden das fein geschnittene Blatt immer mit, denn dadurch schmeckt das Gemüse intensiver.

Alte Dokumente belegen, dass Kohlrabi in Deutschland bereits vor 450 Jahren aufgetischt wurde. Seine Herkunft ist unbekannt, auch wenn der in Europa verbreitete Wildkohl als Ursprung vermutet wird und sich schon die Römer ein Gemüse namens Caulorapa (Stielrübe) schmecken ließen. Das wies immerhin eine verblüffende Ähnlichkeit mit der „deutschen Rübe“, wie Kohlrabi auch bezeichnet wird, auf.

Die blassgrünen bis blauvioletten Kohlrabisorten unterscheiden sich geschmacklich nur wenig. Ihren typischen, leicht süßlichen und nussigen Geschmack erhält die Kohlknolle durch Schwefel- und Senföle. Kohlrabis harmonieren daher sehr gut mit Sahnesaucen, Käse und Nüssen und sind roh, gebraten oder gekocht vielseitig verwendbar: in Aufläufen, Eintöpfen, Füllungen, Salaten oder Beilagen. Die Knolle enthält mehr Vitamin C als Orangen und mehr Magnesium als die meisten Gemüsesorten. Auch der Gehalt an Jod, Kalzium, Kalium, Phosphor und Selen ist beachtlich. Das Blattwerk allerdings weist bis zu dreimal so viele Vitamine und Mineralien wie die Knolle auf. Weil die Blätter auch besonders reich an Carotinoiden sind, sollten vor allem die kleinen Herzblättchen mitgegessen werden. Ein besonderer Tipp zum Anbau im eigenen Hausgarten kommt von Kossack: Die Sorte Superschmelz wird bis zu zwei Kilo schwer, ist gut zu lagern und wird nicht holzig.

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Eine unversehrte, leicht glänzende Haut und knackige Blätter sind Merkmale eines frischen Kohlrabi mit cremefarbenem Fleisch. Dieser wird nur dünn geschält und zeigt bis auf den Wurzelansatz kaum holzige Stellen – die jedoch sorgsam entfernt werden müssen. Gelagert im Kühlschrank, hält sich frischer Kohlrabi bis zu drei Wochen, das Blattgrün selbst allerdings nur einige wenige Tage.

Diese Kohlrabi-Lasagne überzeugt auch Nudelfans: Vier Kohlrabi schälen, in dünne Scheiben hobeln und in Salzwasser bissfest kochen. Abschrecken, gut abtropfen und abkühlen lassen. Eine in Würfel geschnittene Zwiebel in Öl glasig anschwitzen, 500 Gramm Hackfleisch dazugeben und anbraten. Zwei gepresste Knoblauchzehen hinzugeben und mit Salz, Pfeffer und gekörnter Gemüsebrühe abschmecken. Eine Dose geschälte Tomaten im Saft pürieren und damit das Hackfleisch ablöschen, anschließend 200 Gramm Kräuterfrischkäse einrühren. Alles zirka 30 Minuten einkochen lassen und nach Belieben mit Oregano und Majoran würzen. In einer gefetteten Auflaufform wie folgt schichten: Hackfleischsoße, Kohlrabi, Hackfleischsoße, darüber geriebener Käse (würzig) und oben mit Kohlrabi abschließen. Ein Ei zusammen mit je einem Becher (200 Gramm) Crème fraîche und Sahne verrühren. Dann ein Esslöffel Speisestärke in zwei Esslöffeln Wasser glatt rühren und hinzugeben. Alles über den Auflauf gießen und nochmals mit Käse bestreuen. Bei 175 Grad im Backofen etwa 25 bis 30 Minuten überbacken.

Vom Hamelner Wochenmarkt berichtet GABRIELE

LAUBE

Bereits seit 30 Jahren baut die Familie von Bernhard Kossack auf den eigenen Feldern bei Bad Oeynhausen Kohlrabi an. Wal



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