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Ausschreitungen beunruhigen Landsleute / Salah el Mehy hält von hier aus Kontakt zu Verwandten

„Tunesien hat auch die Ägypter wachgerüttelt“

Hameln (cal). Ägypten zählt zu einem der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Sonne, Strand und Meer – das verbinden auch die meisten Hamelner mit dem nordafrikanischen Land. Doch im Moment wird diese Idylle von Unruhen in der Hauptstadt Kairo und anderen Städten überschattet: Die Ägypter gehen auf die Straße, und das Land kommt seit der größten Massendemonstrationen seit Jahrzehnten nicht zur Ruhe. Die Polizei löste mehrere Proteste auf – seit Beginn der Unruhen nahm sie Hunderte Regimegegner fest.

veröffentlicht am 28.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 06:21 Uhr

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Nicht nur die vielen Urlauber sind von den Unruhen betroffen, sondern auch Menschen, die zwar in Deutschland leben, aber aus dem nordafrikanischen Land stammen. Salah el Mehy, Physiotherapeut aus Emmerthal und gebürtiger Ägypter, hat viele Verwandte in seiner Heimat: „Insgesamt leben sieben Geschwister von mir mit ihren Familien in Ägypten.“ Beunruhigt sei er natürlich, aber er versuche, sich nicht allzu große Sorgen zu machen. Seine Familie sei nicht politisch aktiv und deshalb auch nicht direkt an den Protesten beteiligt. Außerdem seien die Verwandten regelmäßig telefonisch in Kontakt: „So erfahre ich, dass es allen gut geht.“

El Mehy selbst fliegt mindestens einmal im Jahr in sein Heimatland. Bevor er ins Weserbergland kam, habe er mit seiner Familie in einem dicht besiedelten Viertel von Kairo gelebt. „Es gab oft Konflikte, aber wir haben uns immer um Harmonie bemüht“, sagt der Ägypter. Die Proteste der Einheimischen wundern ihn nicht, denn viele seiner Landsleute seien unzufrieden mit der Politik. Viele hätten sich von ihrem Präsidenten Mubarak einfach mehr erhofft. „Es gibt immer noch viel zu viel Korruption und viele arme Menschen“, sagt el Mehy; für diese sei es besonders schwierig, Bildung zu erhalten. Auch die ärztliche Versorgung sei nicht für alle Bevölkerungsschichten gewährleistet. „Ich denke, die Aufstände in Tunesien haben jetzt auch die Ägypter wachgerüttelt“, sagt el Mehy. Er selbst verfolge die Unruhen regelmäßig im Fernsehen und in der Zeitung und sei gespannt, ob die Proteste etwas bewirken. „Viele meiner Landsleute verfolgen die Proteste. Sie sind berührt und gespannt auf den Ausgang“, so el Mehy. Der Ägypter hofft, dass sich die Situation verbessert und endlich nicht nur die Zugriff auf Bildung haben, die die entsprechenden Mittel haben.

Das Auswärtige Amt warnt im Moment noch nicht vor Reisen nach Ägypten. Den Reisenden wird lediglich empfohlen, Menschenansammlungen und Demonstrationen weiträumig zu meiden und die örtliche Medienberichterstattung zu verfolgen. El Mehy hofft, dass die Proteste seinem Land den nötigen Aufschwung geben. „Ägypten hat so viel Potenzial – Tourismus, Öl und viele Menschen, die etwas für ihr Land tun wollen.“

Anders sehen die Warnungen für Tunesien aus. Dort wird durch das Auswärtige Amt konkret vor einem erhöhten Entführungs- und Anschlagsrisiko gewarnt. Die Thomas Cook AG verkündet auf ihrer Internetseite bereits, dass Flugreisen aufgrund der geringen Anzahl von Flugverbindungen nach Tunesien abgesagt werden müssen.

Er hofft, dass es allen gut geht: Salah el Mehy hält vom Weserbergland aus Kontakt zu seiner Familie in Ägypten.

Foto: Wal



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