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Unmut über Landesregierung / Bis zum 30. November müssen die Stellungnahmen zum geplanten Kiesabbau vorliegen

Tündern sucht Antworten: „Was können wir denn tun?“

Tündern (bha). Gorleben könne als Beispiel dienen und Stuttgart 21, darin waren sich Tünderaner gestern Abend einig – auch, wenn die Vergleiche wegen der nicht zu vergleichenden Größenordnungen hinken. Die Gemeinsamkeit aber besteht im Willen zum öffentlichkeitswirksamen Protest gegen Pläne, die ihren Interessen zuwider laufen. Das Vorhaben der Landesregierung, eine weitere 30 Hektar große Fläche für den Kiesabbau freizugeben, nehmen weder die Ortsratsmitglieder hin, noch die etwa 15 Bürger, die zu der kurzfristig einberufenen Sitzung des Gremiums kamen. „Tündernsee-Demo vorm Landtag“ war da nur ein Vorschlag aus den Reihen der Zuhörer.

veröffentlicht am 17.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 15:41 Uhr

Wolfgang Kaiser erläutert die Pläne der Landesregierung. Das kleinere türkisfarbene, lila umrandete Areal auf der Karte sorgt in
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Bevor Tündern sich auf den Weg nach Hannover macht, steht die Kontaktaufnahme zu den heimischen Landtagsabgeordneten bevor. Ein Vorhaben, das Herbert Habenicht (FDP) formulierte bei der Suche nach Antworten auf die Frage „Was können wir denn überhaupt tun?“ Wolfgang Kaiser, Fachbereichsleiter der Stadt für Planen und Bauen, bestärkte die Ortsratsmitglieder darin. Weiterer Weg: das Ziehen an einem Strang vom Landkreis und der Stadt mit Rückendeckung durch den Ortsrat. Wichtig sei, jetzt zu handeln, denn zu klagen, wenn die Landesraumordnungsplanung (LROP) beschlossen ist, „ist schwierig“. Kaiser führte sarkastisch aus, dass bei der neuen Planung die in Hannover bekannten Argumente, die gegen eine weitere Auskiesung sprächen und schon vor zwölf Jahren angeführt worden seien, offenbar „übersehen wurden“. Dazu zählten städtebauliche Belange, stärkere Gefährdung durch Hochwasser und eine mögliche Versalzung der Grundwasserleitungen. „Das hat schon damals zum Ausschluss des Gebietes geführt“, erinnert er an das Jahr 1998.

Hoffnung setzt der Ortsrat auch auf die Eigentümer des betreffenden Geländes. Sie könnten den Verkauf ihrer Grundstücke ablehnen und die Auskiesung an vorgesehener Stelle verhindern, auch wenn die LROP diese zuließe. Diese Hoffnung könnte berechtigt sein könnte, wie Jürgen Habenicht deutlich machte. „Wir vom Kirchenvorstand haben letzte Woche einstimmig beschlossen: Wir sind gegen eine Auskiesung“, sagte das Vorstandsmitglied der Kirchengemeinde Tündern, die über Land im geplanten Auskiesungsgebiet verfügt.

Dass die Empfehlung des Ortsrates gegen die Auskiesung nicht einstimmig erfolgte, lag an Friedrich-Wilhelm Kropp. Er sei befangen, begründete er seine Enthaltung: Kropp ist Mitglied in der Tündernsee-Projekt GmbH, die das gleichnamige Naherholungsgebiet zum Ziel hat und dem eine erweiterte Auskiesung entgegen stünde. Heute beschäftigt sich der Bauausschuss der Stadt mit den Plänen des Landes. Ab 15 Uhr können Bürger im Rathaus gleich mehrere Stunden Kommunalpolitik zu strittigen Themen erleben. Neben „Tündern“ steht unter anderem auf der Agenda das Konzept „Fahrradfreundliche Stadt“ und Windenergienutzung – insgesamt sind es 17 Punkte.Seite 12



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