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Aprilwetter lockt nur wenige Händler zum Flohmarkt – die aber haben ihren Spaß

Trödel zwischen Regen und Hagel

Hameln. „Was ich verkaufe? Na Klamotten, seh’n Sie doch. Alles was die Hausfrau so im Schrank hat“, sagt Claudia Plazinski, und zündet sich eine Zigarette an. Vor der 50-jährigen Bürofachkraft türmen sich Berge von Kleidung. Pullover und Hosen. Und hinter ihr hängen etliche Kleider an einem Ständer. Die Frau aus Bad Pyrmont ist eine der Händlerinnen beim Flohmarktstart auf der Weserpromenade. Die Teilnehmerzahl jedoch ist – wohl wegen des unsicheren Aprilwetters – recht übersichtlich.

veröffentlicht am 17.04.2016 um 16:21 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:48 Uhr

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Autor:

Ernst-August Wolf
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Vielleicht ein Dutzend Flohmarktverkäufer haben sich eingefunden und bieten ihre Waren feil. Die einen auf kleinen Decken direkt auf dem Boden gleich gegenüber dem alten Minensucher „Pluto“, andere vor dem Sumpfblumencafé an den flohmarkttypischen Tapeziertischen. „Drei Meter kosten zwölf Euro“, erklärt Anja Büchler, die mit ihrer Tochter und ihrer kleinen, dreieinhalb Monate alten Enkelin Lisa ihre Waren anbietet. „Eigentlich zu teuer für uns, denn bis Sie zwölf Euro eingenommen haben, das dauert.“

Doch die Regeln sind streng. Nur nicht-gewerbliche Händler dürfen ihre Stände aufbauen, vor 12 Uhr darf keine Ware angeliefert, in der Tiefgarage keine Ware gebunkert werden. Wie immer klappt aber auch beim diesjährigen Flohmarktauftakt die Organisation. Bis auf das Wetter. „Das ist ein Risiko“, sagt das Trio vom Schallplatten-Stand und äugt besorgt in Richtung Weserbrücke. „Da kommt´s aber ganz dicke“, warnt eine benachbarte Händlerin, und das Schallplatten-Trio greift sofort zu den großen, hellblauen Abdeckplanen. Binnen weniger Minuten sind die Kisten mit den alten Vinyl-Kostbarkeiten dermaßen gut verhüllt, dass Christo seine Freude daran gehabt hätte. „Sicher ist sicher“, sagt die Standbesatzung.

Anja Bückler und ihre Tochter haben Baby Lisa derweil in der Sumpfblume untergebracht, und starten, während das Baby ein Schläfchen macht, noch einmal eine Verkaufsoffensive. „Wir sind schon viel losgeworden“, berichtet die Mutter und die Tochter eröffnet ein Verkaufsgespräch. „Was die beiden Figuren kosten sollen? 25, als Pärchen.“ Der potenzielle Käufer dreht sich weg. Händlerpech. „Manches tut mir auch weh, wenn ich es weggebe“, sagt Büchler. Sie deutet auf einen einsam auf seiner Bank sitzenden Stan im schwarzen Anzug und Melone. „Der Olli ist schon weg, jetzt ist er alleine“, seufzt die Verkäuferin.

Christa Haase (re.) und ihre Freundin Christine schützen sich mit einem Schirm vor April-Regengüssen. Foto: eaw

Dann die ersten Tropfen, wenige Momente später ein heftiger Hagelschauer. Die Flohmarktbesucher suchen Schutz im Sumpfblumencafé, andere flüchten unters Dach der „Pluto“. Entnervt gibt eine Gruppe Jugendlicher ihre Flohmarktaktivitäten auf und zieht mit durchweichten Kartons Richtung Parkplatz.

Christa Haase aber macht das alles nichts aus. „Ich rede und Christine hier verkauft. So läuft das“, sagt sie, und spannt einen riesigen schwarz-weißen Schirm auf. „Kleider kann man waschen und trocknen, was soll’s.“ Andere dagegen haben sich besonders auf die April-Wetterlage vorbereitet, haben Abdeckfolien über die Elektrogeräte und die Bücher geworfen.

„Natürlich lohnt sich das alles nicht“, sagt eine Händlerin, „aber es macht eben Spaß. Man ist den ganzen Tag an der frischen Luft, kann klönen, na und der Ort hier ist doch toll, oder?“ Dass sie beim nächsten Flohmarkt auf der Weserpromenade am 22. Mai wieder dabei sein wird, ist keine Frage.



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