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Hundekot verärgert Klein Berkeler / Stadt will kontrollieren

„Tretminen“ treiben Kinder auf Zickzackkurs

Klein Berkel (CK). Sie haben Unterschriften gesammelt, haben eine Elterndelegation ins Rathaus zur Sprechstunde von Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann geschickt – und sie haben seit über einem Jahr vom Ordnungsamt die Zusage, dass Kontrollen durchgeführt werden sollen. „Aber nichts passiert“, klagt Kai Mehrländer aus Klein Berkel, der für etliche andere Bewohner aus dem Ort spricht. „Wir ersaufen in Hundekacke!“, beschreibt er drastisch das Problem, mit dem die Klein Berkeler zu kämpfen haben.

veröffentlicht am 26.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 17:21 Uhr

Sauer: Klein Berkeler Bürger vor den „Tretminen“.  F
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„Es wird immer ekelhafter. Man muss es wirklich gesehen haben, sonst glaubt einem das niemand“, kritisiert der Mann, der seit drei Jahren in Klein Berkel wohnt. Die Kinder müssten auf ihrem Schulweg inzwischen im Zickzackkurs um die Haufen herumgehen, aber da die meisten dann doch reintreten, hätten viele bereits morgens beim Schuhausziehen Hundekot an den Fingern. Mehrländer: „Und die Hundehalter werden immer pampiger, wenn man sie darauf hinweist, dass sie den Dreck eigentlich mitnehmen müssen.“ Dabei möchte Mehrländer nach eigenen Angaben „keinen Kleinkrieg“, sondern hofft lediglich auf Einsicht der Hundehalter.

Thomas Wahmes kennt die Situation. Der städtische Pressesprecher hat deshalb auch „großes Verständnis“ für die Beschwerden der Anlieger. Jeder, der das Problem schon mal mit eigenen Augen gesehen habe, könne verstehen, wie ärgerlich das sei, und das sei keineswegs allein auf Klein Berkel beschränkt, meint Wahmes. „Dieser Hundedreck ist nicht hinnehmbar“, meint der Pressesprecher, der dringend an alle Hundehalter in der Stadt appelliert, den Dreck ihrer Vierbeiner selbst zu entsorgen. „Das ist für den Hundehalter Pflicht. Tüten gibt es bei uns im Rathaus.“

Die Stadt hat nach Wahmes’ Worten Kontrollen nicht nur zugesagt, sondern auch bereits durchgeführt. Allerdings seien die personellen Kapazitäten begrenzt – schließlich könne nicht hinter jedem Hund auch ein Außendienstmitarbeiter stehen, um dessen „Geschäft“ zu kontrollieren. Außerdem, sagt der Pressesprecher weiter, passiere besagtes Geschäft vor allem dann, wenn sich der Hundehalter unbeobachtet fühle. Das muss in jüngster Vergangenheit in Klein Berkel offenbar besonders häufig der Fall gewesen sein – allerdings fallen jetzt, wo der Schnee getaut ist, die Rückstände der vergangenen Monate auch besonders in Auge. Doch die Stadt will jetzt auch den Kontrolldruck erhöhen: „Wir sind jetzt auch frühmorgens unterwegs, zu einer Zeit, in der die meisten Hunde ausgeführt werden“, kündigt der Pressesprecher an. Hundehalter, deren Tier auf frischer Tat erwischt wird, müssen sofort ein Bußgeld zahlen – zunächst 50 Euro, im Wiederholungsfall deutlich mehr.

Was nach Wahmes Ansicht besonders ärgerlich ist: Auf Gehwegen müssen notfalls Anlieger die gefürchteten „Tretminen“ entfernen, wenn ein Verursacher nicht mehr feststellbar ist. „Was muten solche Hundehalter damit eigentlich ihren Mitmenschen zu?“, lautet seine rhetorische Frage. Trotzdem: Auch Anwohner werden auf ihre Pflicht hingewiesen, die „Tretminen“ zu entfernen.



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