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Trendforscher Eike Wenzel ist überzeugt: Zeitungen haben Zukunft – und die ist digital

veröffentlicht am 07.12.2012 um 16:46 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:33 Uhr

Hameln (fh). Das Magazin „Business-Punk“ bezeichnete ihn als den „Trendforscher mit dem niedrigsten Blabla-Faktor“: Dr. Eike Wenzel gilt als einer der renommiertesten deutschen Zukunftsforscher. Der Gründer und Leiter des Instituts für Trend- und Zukunftsforschung beschäftigt sich auch mit der Zukunft der Zeitung. In dieser Woche war er zu Gast bei der Dewezet.

Herr Dr. Wenzel, der „Frankfurter Rundschau“ geht es schlecht, die „Financial Times Deutschland“ wurde gerade eingestellt. Sogar „Spiegel“ und „Bild“ haben Probleme. Sind gedruckten Medien ein Auslaufmodell?
Klar ist Print letztlich ein Auslaufmodell, aber man sollte das nicht so kommunizieren. Zeitung als Institution, die uns Orientierung gibt in der Welt, hat definitiv Zukunft. Das ist sicherlich auch vielen Menschen in den vergangenen Wochen klar geworden. Es ist aber nicht mehr zu negieren, dass das Geschäftsmodell so nicht mehr funktioniert, dass die Auflagenzahlen und die Anzeigenerlöse zurückgehen. Das tun sie aber auch schon seit Jahren. Ich glaube, dass das Modell der anzeigengetriebenen, auflagenorientierten Zeitungen ausläuft – etwa um das Jahr 2020. Aber wer jetzt als Zeitung sein Schicksal selbst in die Hand nimmt, sich auf die richtige Weise digitalisiert, der wird eine Zukunft haben.

Digitalisierung ist das Stichwort. Auch wenn Verlage über Probleme klagen, ist über das Internet die Nachfrage nach Informationen zugleich immens hoch …
Das ist sie. Wir sind in den 70er, 80er Jahren in einer Zeit aufgewachsen, da gab es nur drei Fernsehkanäle, aber fast schon die gleiche Zahl an Zeitungen wie heute. Wir waren damals definitiv nicht überladen mit Informationen, heute haben die meisten Menschen dieses Gefühl. Und sie sehen, dass sie einen Selektionsmechanismus brauchen, der nicht nur berichtet und Nachrichten produziert, sondern erklärt. Es gibt heute noch nicht die perfekte Form, wie Zeitung im Netz funktionieren sollte. Aber dieses „Welt erzählen“ wird irgendwann auch das Alleinstellungsmerkmal der Zeitungen im Internet sein. Darauf sollte man bauen.

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Das ganze Interview lesen Sie in der Dewezet.



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