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Ehemaliger Betriebsleiter der Druckerei und technischer Leiter des Zeitungsverlags verstorben

Trauer um Wilfried „Fiffi“ Voß

HAMELN-PYRMONT. Am Sonntag, 26. September, verstarb Wilfried „Fiffi“ Voß im gesegneten Alter von 92 Jahren.

veröffentlicht am 02.10.2021 um 09:00 Uhr

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Als Betriebsleiter der Druckerei und technischer Leiter des Zeitungsverlags war er über zwei Verleger-Generationen maßgeblich an der erfolgreichen Entwicklung der Deister- und Weserzeitung und der Firma C.W. Niemeyer beteiligt.

Wilfried Voß hatte das Handwerk von der Pieke auf gelernt. Nach dem Abitur folgte eine Schriftsetzerlehre bei der Firma Albert Matzow in Hameln – sein ursprünglicher Berufswunsch, Redakteur zu werden, hatte sich in den Wirren der Nachkriegszeit zerschlagen.

1953 erfolgte der Wechsel zur Firma C.W. Niemeyer. Zunächst als Setzer, später als Verantwortlicher für die Ausbildung, Disponent und rechte Hand des damaligen Betriebsleiters, dessen Aufgaben er später selbst übernahm und bis zu seinem Wechsel in den Ruhestand ausfüllte.

Stets wach und Neuem gegenüber aufgeschlossen, wusste Wilfried Voß die rasante technische Entwicklung der Nachkriegsjahrzehnte für sich und seine Aufgaben zu nutzen.

Der gute Ruf, den das Haus C.W. Niemeyer in der Branche genießt, führt sich nicht zuletzt darauf zurück, dass die Firma unter ihrem Betriebsleiter und Prokuristen Wilfried Voß technisch stets zu den Spitzenbetrieben der Branche zählte. Fotosatz, integrierte Satz- und Redaktionssysteme, der Offset-Druck für die Zeitungsherstellung waren die Meilensteine dieser bemerkenswerten Entwicklung – die Rotationsmaschine an der Baustraße, 1969 in Betrieb genommen, war die zweite Anlage dieser Art, die im Bundesgebiet installiert wurde.

Wilfried Voß war – man kann es so nennen – ein Verkaufstalent, als Gesprächspartner für die Kunden unserer Druckerei geschätzt. Immer optimistisch und zupackend, machte er für unsere Kunden gelegentlich das Unmögliche möglich.

Legendär ist ein Auftrag zum Druck von Millionen Postkarten des damaligen libyschen Königs Idris, der ihn unter abenteuerlichen Bedingungen bis in die Sahara führte.

Trotz der beträchtlichen Anspannung, die seine Aufgaben mit sich brachten, kam bei Wilfried Voß das Menschliche nicht zu kurz. Er war stets offen für die Probleme und Anliegen seiner Mitarbeiter. Er kümmerte sich und setzte sich für sie ein. Sein bemerkenswertes ehrenamtliches Engagement galt seinem Heimatdorf Ohr, dem er sich immer eng verbunden fühlte. Für sein Engagement stehen die Chronik über die Geschichte des Ortes, das „Mitsorg Theater“, zu dessen Gründern er zählte, und nicht zuletzt gehörte auch sein Backofen als Treffpunkt für geselliges Beisammensein zur Ortsgeschichte.

Den Lesern der Deister- und Weserzeitung wird „Fiffi“ Voß mit seinen humorvollen plattdeutsch geschriebenen Beiträgen in Erinnerung bleiben. Mit ihm ging ein veritabler Fachmann des Druckgewerbes, ein vielseitig interessierter und engagierter Mitbürger, bodenständig und heimatverbunden, ein Mitmensch, den seine stets positive Lebens- einstellung auszeichnete. Wir werden Wilfried „Fiffi“ Voß vermissen.



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