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Papa Hemingway bekommt neue Außenfassade / Erste Grundsanierung nach 60 Jahren

Traditionslokal wird aufgemotzt

HAMELN. Eigentlich hat es nur einen neuen Anstrich geben sollen. Eigentlich. Doch dann stellte sich heraus, dass es damit nicht getan sein würde. Deshalb ist das Papa Hemingway zu einem Teil derzeit eingerüstet. Die Außenfassade des Gebäudes mit langer Gastronomiegeschichte wird komplett erneuert.

veröffentlicht am 12.06.2019 um 16:49 Uhr
aktualisiert am 12.06.2019 um 19:50 Uhr

Der Vorbau am Biergarten ist bereits fertig saniert, der Rest soll in etwa zwei Monaten fertig sein. Foto: Dana
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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„Jeder Eigentümer hat hier seine Spuren hinterlassen“, hat Reza Amiri, der heutige Hausbesitzer und Inhaber und Betreiber des Papa Hemingway am Münsterkirchhof, im Zuge der Sanierungsarbeiten erfahren. Heißt: In all den Jahren folgte Anstrich auf Anstrich, Putz auf Putz, Vertäfelung auf Vertäfelung … So sei lange verborgen geblieben, dass die Außenwände des um 1885 erbauten Hauses zunehmend an Substanz verloren hatten. Als Reza Amiri nun einen neuen Anstrich vornehmen wollte, seien die Schäden, die im Laufe der vergangenen gut 60 Jahre entstanden seien, offen zutage getreten. Der Putz fiel von den Wänden, Fachwerkbalken waren marode – „also Komplettsanierung von Grund auf“, schildert der Gastronom.

Das Papa Hemingway bildet ein ganzes Ensemble, das sich aus drei unterschiedlichen Gebäudeteilen zusammensetze, wie der mit der Sanierung beauftragte Hamelner Architekt Norbert Kosel sagt. Das Eckhaus stelle das dem Klassizismus zuzurechnende historische Gebäude dar, daran schließt sich entlang der Papenstraße ein ehemaliges Wirtschaftsgebäude mit Fachwerk an und am Münsterkirchhof sei zum Biergarten hin einst der Vorbau angefügt worden. Bis auf Letzteren stünden die Gebäudeteile unter Denkmalschutz, der bei der Sanierung berücksichtigt werden müsse, so auch die Altstadtgestaltungssatzung der Stadt Hameln. Auch die unmittelbare Nähe zur Münsterkirche falle bei der Neugestaltung ins Gewicht, so Kosel.

Nachdem die maroden Fachwerkbalken erneuert, alte Fenster teilweise durch neue ersetzt und die Wände neu verputzt wurden, soll das einstige Wirtschaftsgebäude einen hellblauen Anstrich bekommen, das historische Gebäude einen weißen. Der Vorbau ist bereits fertiggestellt und ist grau gestrichen worden. Reza Amiri geht davon aus, dass die umfangreichen Arbeiten in etwa zwei Monaten abgeschlossen sein werden. Da nur die Außenfassaden betroffen seien, laufe der gastronomische Betrieb wie gehabt weiter.

3 Bilder
Das Traditionslokal um 1985. Foto: Stadtarchiv Hameln

Amiri kann auf Fördermittel aus dem Städtebauförderprogramm hoffen. Sanierungen von denkmalgeschützten Gebäuden werden mit bis zu 30 Prozent der Kosten gefördert, was maximal 20 000 Euro entspricht. Im Zuge der Sanierung treten mitunter jahrzehntelang verborgene historische Spuren wieder ans Tageslicht. So war nach der Abnahme der Vertäfelung am Vorbau zum Biergarten plötzlich wieder kurzzeitig der Namenszug der dort bis 1986 ansässigen „Konditorei-Kaffee Kropp“ zu lesen. In der Lokalität waren viele Kneipen zu Hause: die Münster-Klause, das Gaslicht und das Firlefanz zum Beispiel. 1993 übernahm Reza Amiri zunächst das sich im Obergeschoss befindliche Aladin, 1998 auch das Firlefanz im Erdgeschoss. Nachdem er 1999 Eigentümer des Gebäudes wurde, taufte er die Kneipe um. Seit 2000 heißt sie Papa Hemingway. „Die Kneipe ist mein Leben“, sagt Reza Amiri, der im Betrieb inzwischen von seinem Sohn unterstützt wird, und lacht: „Früher habe ich gesagt, mit 50 höre ich auf, heute sage ich, ich mach so lange weiter, wie es geht.“



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