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Monat Juli stellt alles in den Schatten: Mehr Gästeführungen als im Jubiläumsjahr / „9-Städte“-Kooperation zahlt sich aus

Tourismus in Hameln verbucht traumhafte Zuwächse

Hameln (kar). Die Mitgliedstädte der Marketing-Kooperation „die 9 Städte in Niedersachsen“ ziehen eine positive touristische Bilanz für das 1. Halbjahr 2011: Die Rattenfängerstadt hat dabei ebenso wie Braunschweig, Celle, Göttingen, Goslar, Hannover, Hildesheim, Lüneburg und Wolfenbüttel hervorragend abgeschnitten. „Ich habe zwar mit einer Steigerung gerechnet, allerdings nicht in dieser Größenordnung“, freut sich Harald Wanger, Geschäftsführer der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT), über Zuwächse, die zum Teil sogar das so erfolgreiche Rattenfänger-Jubiläumsjahr toppen. Zusammen erzielte die Städte-Kooperation ein Plus von fast 9 Prozent bei den Übernachtungen im Vergleich zum vergangenen Jahr und ist damit Motor des Tourismus in Niedersachsen, das ohne die starken „9“ nicht auf eine 2,6-prozentige Zuwachsrate gekommen wäre. „Bereinigt um das sehr gute Städte-Ergebnis, läge die nur bei 1,2 Prozent“, sagt Wanger.

veröffentlicht am 27.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 03:21 Uhr

Die Auslandsstatistik für Hameln zeigt, dass die Übernachtungszahlen von Niederländern und Russen sprunghaft angestiegen sind.
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In Hameln hat vor allem der Juli alles in den Schatten gestellt: „Noch nie hatten wir in diesem Monat so viele Führungen – nicht einmal im Jubiläumsjahr“, stellt der HMT-Chef fest: „Und noch nie hatten wir so viele Besucher in unserem Infocenter.“ Eine Lichtschranke beschert hier verlässliche Zahlen: „Üblich sind im Juli durchschnittlich 14 000 Gäste. Diesmal hatten wir 18 000“, so Wanger. Die wechselhafte Witterung habe sich positiv ausgewirkt. Denn: „Bei heißen 35 Grad hätte wohl niemand durch die Stadt wandern wollen.“ Auch bei den Übernachtungen liege die Rattenfängerstadt im 1. Halbjahr deutlich über den Zahlen des Jubiläumsjahres: „Bei der Gesamtbilanz der Gästeführungen wird uns das allerdings nicht gelingen“, sagt Wanger.

Der HMT-Chef hat allen Grund, mit dem 1. Halbjahr 2011 mehr als zufrieden zu sein. Nach den Einbrüchen, die 2010 auf das Jubiläumsjahr 2009 folgten, verzeichnet die Rattenfängerstadt jetzt wieder deutliche Zuwächse. Da ist zunächst ein Plus von 9 Prozent bei der Übernachtungsstatistik. Wanger: „Damit liegen wir im Trend der anderen Kooperationsstädte, die rund 8,4 Prozent Plus verzeichnen.“ Bei den ausländischen Übernachtungen gibt es einen Zuwachs von 12,3 Prozent auf 14,5 Prozent in Hameln. „Von 1999 bis 2010 beträgt der prozentuale Anstieg sogar 41,1 Prozent“, erklärt Wanger. Auch das „Ranking“ in der Auslandsstatistik habe sich in diesem Zeitraum verändert: „Lag 1999 noch Großbritannien an erster Stelle, gefolgt von den Niederlanden und den USA, verzeichnen inzwischen die Niederlande deutlich die meisten Übernachtungen.“ Auf Platz 2 rangiert jetzt Großbritannien, Platz 3 belegt Russland – „völlig überraschend“, sagt Wanger. Die explosionsartig gestiegene Zahl von russischen Übernachtungen in Hameln (s. Grafik) sei vor allem Freizeitheimen, Ferienlagern und ähnlichen Unterkunftsangeboten zuzuschreiben; in der Hotellerie würden sich Besucher aus Russland nicht sehr stark bemerkbar machen, so Wanger.

Das Ködern ausländischer Touristen, das sich der Städte-Verbund „die 9“ mit seiner gemeinsamen Marketing-Offensive auf die Fahnen geschrieben hat, führt allerdings bei der Gewichtung der Länder bei den einzelnen Mitgliedern zu unterschiedlichen Ergebnissen. Während beispielsweise Dänemark beim gemeinsamen Ranking der „9“ auf Platz 1 liegt, taucht es in der Hameln-Statistik nur auf Platz 6 auf. Dafür toppen die Niederländer in Hameln sogar eine so große Stadt wie Braunschweig. Das Schwächeln der skandinavischen Länder in Hameln führt Wanger auf die Lage der Rattenfängerstadt zurück: „Städte, die eine gute A 7-Anbindung haben, sind da besser dran.“ Hameln punkte stattdessen bei westlich gelegenen Ländern wie den Niederlanden, Großbritannien oder Belgien. Russland bleibe die überraschende Ausnahme.

In den Zahlen, die nach dem 1. Halbjahr von der Städte-Kooperation vorgelegt wurden, „spiegelt sich ein langfristiger Trend“, sagt Gerold Leppa, Sprecher der „9“ und Geschäftsführer der Braunschweig Stadtmarketing GmbH. So war bereits 2010 in dem vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif) erstellten Jahresbericht des Sparkassen-Tourismusbarometer Niedersachsen zu lesen: „Die Städte in Niedersachsen haben in den letzten zehn Jahren eine hervorragende Entwicklung genommen, was sich unter anderem auch in den deutlich gestiegenen Übernachtungszahlen widerspiegelt.“ Allein Hannover erzielte von 1999 bis 2010 ein Plus von insgesamt 70 Prozent. „In der Langzeit-Statistik können wir die Zahlen Hannovers natürlich nicht erreichen. Aber auch für die Rattenfängerstadt zeigt der vergleichbare Zeitraum 1999 bis 2010 ein Übernachtungsplus von 19,7 Prozent“, erklärt Harald Wanger.

Gezielte Auslands-Kampagnen der „9“ in den Niederlanden, den skandinavischen Ländern und in Polen haben besonders aus diesen Märkten zu einer Steigerung der Übernachtungen geführt. Neben Zuwächsen im Bereich der Urlaubsreisen ist die positive Bilanz der „9“ aber auch auf Steigerungen im Geschäftstourismus zurückzuführen. Bei den Übernachtungen profitieren die Städte auch von den guten Zahlen der Hannover-Messe.

Niedersachsens „9 Städte“ sind bereits seit 1984 gemeinsam in den europäischen Nachbarländern aktiv. Neuer strategischer Partner der Marketing-Kooperation ist die Autostadt Wolfsburg. „Mit der Bündelung der Mittel für die Vermarktung in den Nachbarländern erreichen die Mitglieder der Kooperation eine internationale Präsenz, die alleine so nicht möglich wäre“, erklärt Leppa.



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