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Neues Integrationsprojekt an der Elisabeth-Selbert-Schule

Toleranzlotsen sollen Konflikte verhindern

Hameln. „Unser Alltag in Schule und Beruf wird zwar mit der steigenden Zahl von Migranten immer bunter, aber mit der Vielfalt wachsen auch unsere Probleme“, stellt Jens Walter fest. Der 43-Jährige ist als Schulsozialarbeiter an der Hamelner Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) tätig. Sechs Schülerinnen und Schüler des ersten von insgesamt vier Ausbildungsjahren zur „Sozialfachassistent/-in“ haben sich dort jetzt zu „Integrationslotsen für Toleranz und interkulturelle Verständigung“ ausbilden lassen. Walter: „Der Qualifikationskurs umfasste 50 Stunden, ein Wochenendseminar und wurde zusätzlich zum normalen Unterricht absolviert.“

veröffentlicht am 02.03.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 12:41 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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Das bislang in Niedersachsen nur an einer Braunschweiger Berufsschule durchgeführte Projekt habe für den Bereich des Landkreises Hameln-Pyrmont Pilotcharakter, betont auch Gisela Grimme, Leiterin der Elisabeth-Selbert-Schule. Es ginge nicht darum, Streit zu schlichten, der schon ausgebrochen ist, vielmehr sollten die „Toleranzlotsen“ dazu befähigt werden, „frühzeitig hinzuschauen, die Symptome zu erkennen, um so interkulturelles Konfliktpotenzial im Ansatz aufzuspüren.“

„Von dieser Ausbildung erwarte ich mir konkret eine Zusatzqualifikation, aber auch neue Kontakte und Freundschaften“, hofft der 22-jährige Erik Schmeida. Drei der frischgebackenen Toleranzlotsen haben selbst einen Migrationshintergrund. „Vor allem müssen wir etwas gegen die Ausgrenzung machen“, erklärt die aus dem Libanon stammende Fatima Siala. Die Zwanzigjährige weiß, worüber sie spricht, denn sie hat zusammen mit ihrer Cousine Rima selbst entsprechende Erfahrungen machen müssen.

„Natürlich sind ´Mobbing´ und ´Bullying´ wichtige Themen, vielleicht nicht gerade an unserer als sehr sozial geltenden Schule, an der wir ein umfangreiches Beratungsnetzwerk haben. Aber im Alltag kommt es immer wieder vor“, meint auch „Lotse“ Martin Kirchhöfel. Gerade in Vorbereitung auf ihre spätere Tätigkeit als Erzieher in Kindergärten, Schulen, Krippen und Jugendeinrichtungen seien Kenntnisse als „Toleranzlotse“ eine immer wichtiger werdende Qualifikation, so auch Iganzio Pecorino. Er ist „Fachberater für interkulturelle Bildung bei der niedersächsischen Landeschulbehörde“ und Trainer des Vereins „Eine Welt der Vielfalt“ und hat zusammen mit seinem Sohn Gregor, einem ausgebildeten „Peer-Trainer“, sowie Schulsozialarbeiter Jens Walter die Ausbildung durchgeführt. „Wichtig war uns dabei, dass künftig Schüler zu Schülern sprechen, was vieles erleichtert“, so Pecorino.

Je mehr Menschen mit Migrationshintergrund es gäbe, desto notwendiger werde die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen und Lebensweisen, so Walter. Und die frischgebackene „Toleranzlotsin“ Fatima Siala bringt die Notwendigkeit ihres neu erworbenen Wissens auf den Punkt.: „Wir wollen dazu beitragen, dass wir uns und unsere Mitschüler sensibilisieren, mit den kulturellen Gebräuchen anderer besser zurechtzukommen und Konflikte nicht erst immer bis auf Messers Schneide zuzuspitzen.“

Die Toleranzlotsen Erik Schmeida (22), Fatima Siala (Libanesin, 20), Rima Siala (18) und Martin Kirchhöfel (36) (von links) sollen die interkulturelle Verständigung an Schulen fördern.eaw



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