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Beim Neujahrsempfang auf „gravierende Folgen“ aufmerksam gemacht / Dementenhaus wird im Herbst eröffnet

Tönebön-Stiftung übt Kritik an Pflegereform

Hameln (gro). Als wirtschaftlich erfolgreich in allen Bereichen bezeichnete Dieter Joschko, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums der „Julius Tönebön Stiftung“, das abgelaufene Jahr 2012. „Das ist umso bemerkenswerter vor dem Hintergrund eines heftigen Wettbewerbs in der Altenpflege, hervorgerufen durch bekannte Überkapazitäten am heimischen Pflegemarkt“, so Joschko auf dem Neujahrsempfang der Stiftung.

veröffentlicht am 12.01.2013 um 19:30 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 20:41 Uhr

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Der Kampf um Kunden werde über den Preis, also die Pflegesätze, geführt, und die Tönebön-Stiftung sei nicht der billigste Anbieter, aber: „Qualität ist unsere Stärke.“ Mit Stolz habe die Stiftung dafür eine Auszeichnung des Magazins „Focus“ entgegengenommen und gehöre nun zu den „Top Pflegeeinrichtungen 2012“.

Für das neue Jahr wird nach Joschkos Worten das Dementenprojekt „Tönebön am See, Lebensraum für Menschen mit Demenz“ vorangetrieben. Es kostet 6,5 Millionen Euro für 52 Pflegeplätze und schafft 30 Arbeitsplätze, und „das nach neuesten Erkenntnissen, die hinsichtlich der Bedürfnisse und Fähigkeiten dementer Menschen konzipiert sind“. Der Bezugstermin ist für November 2013 vorgesehen.

Regine Latzko, seit Juni letzten Jahres Stiftungsvorstand, eröffnete ihre Grußworte mit dem Satz: „Das Bewährte erhalten und das Neue versuchen.“ Zu dem neuen Dementenprojekt sagte Latzko: „Sie werden überrascht sein, wie wenig das Konzept mit dem Alltag in einem herkömmlichen Pflegeheim zu tun hat. Lassen Sie sich überraschen.“ Kritisch setzte sie sich mit dem Pflegeneuausrichtungsgesetz auseinander. „Entgegen des ursprünglichen Plans, die Pflegeversicherung grundsätzlich zu reformieren, sieht das Gesetz lediglich Änderungen in Teilbereichen vor.“ Nichts finde man zu den eigentlich diskutierten Themen wie Pflegebedürftigkeit, Vereinbarung von Pflege und Beruf oder Attraktivität der Pflegeberufe. Ausdrücklich begrüßte Latzko die Verbesserungen für demenziell erkrankte Menschen im häuslichen Bereich. Angebotene Leistungen könnten flexibler und an den persönlichen Bedürfnissen orientiert zusammengestellt werden.

Die Umsetzung habe aber gravierende Folgen für die ambulante Pflege. „Die Pflegequalität könnte deutlich darunter leiden, da sich die Anbieter der ambulanten Pflege zwangsläufig mit den angebotenen Zeiten unterbieten werden.“ Das sei ein neues Konkurrenzmittel, denn: „Es wird schneller gearbeitet werden müssen, wodurch die Fehlerhäufigkeit steigen kann.“ Neuorganisation der Dokumentationen, der Abrechnungen, Softwareanpassungen und damit verbundene höhere Kosten seien die Folge.

Viele Pflegedienste würden betriebswirtschaftlich darunter zu leiden haben, glaubt Regina Latzko. Ihr Fazit: „Von einer nachhaltigen und zukunftsfesten Reform der Pflegeversicherung ist man immer noch weit entfernt.“ Ihre Ausführungen schloss Latzko mit der Erkenntnis des Philosophen Karl Popper: „Die Zukunft ist weit offen, sie hängt von uns ab, von uns allen.“

Stellte beim Neujahrsempfang das neue Dementenprojekt vor: Regina Latzko, Vorstand der Tönebön-Stiftung. Foto: gro



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