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Tönebön-Stiftung baut Wohnanlage für Demenzkranke aus

HAMELN. Die als „Demenzdorf“ bekannt gewordene Wohnanlage „Tönebön am See“ ist weiterhin gefragt: Mehr als 100 Interessenten stünden zurzeit auf der Warteliste, berichtet Stiftungsvorstand Regine Latzko – für 52 Plätze. Nun kommen noch einmal 24 Zimmer in zwei Häusern dazu. Baubeginn für die Erweiterung war am 1. März.

veröffentlicht am 12.06.2017 um 16:01 Uhr
aktualisiert am 12.06.2017 um 16:50 Uhr

Die ersten Steine für die Erweiterungsbauten sind schon gemauert, im kommenden Frühjar sollen die neuen Bewohner einziehen. Foto: Mz
Michael Zimmermann

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Ursprünglich habe es sogar schon im November losgehen sollen, sagt Latzko. Allerdings habe es mit der Gründung Probleme gegeben: Der Boden sei kontaminiert gewesen. Jetzt laufe aber alles nach Plan, das Richtfest findet im September statt, und im März 2018 sollen die ersten neuen Bewohner einziehen.

Die Grundrisse für die Erweiterungen würden bereits an Interessenten geschickt. Die ersten potenziellen Bewohner könnten sich dann im Oktober ihre zukünftigen Zimmer anschauen und aussuchen. Geräumige und barrierefreie Einzelzimmer sollen es werden, mit eigenem Badezimmer.

Die Entwürfe an der Wand im Büro von Einrichtungsleiterin Christine Boss-Walek geben eine Ahnung von der Gestaltung der Gemeinschaftsräume: Naturfarben, Flieder- und Pastelltöne, Holz und Naturstein – die Innenarchitekten hätten sie mit ihren Ideen überrascht, sagt Regine Latzko. „Das hat heute mit Altenheim nicht mehr viel zu tun.“ Sogar einen (künstlichen) Kamin soll es geben. Im Moment suche sie die Bodenbeläge aus – und würde sich am liebsten jeden Tag neu entscheiden. Aber: Das Budget müsse eingehalten werden, betont sie. Nicht alle Ideen könnten auch verwirklicht werden. Jede „Villa“ soll eine eigene Farbgestaltung bekommen, die Möbel werden Altes und Modernes mischen. „Der Neubau wird super und ist schön in das Gelände integriert“, sagt auch Christine Boss-Walek. Sie freut sich vor allem auf die erweiterte Anlage mit dem großen Park. Zäune würden abgerissen, innerhalb des Geländes werde alles viel offener. So werde auch die Scheune, in der die Tagespflege beherbergt ist, richtig in das Gelände eingebunden.

Mit der Erweiterung sei der Platz auf dem Grundstück allerdings komplett ausgenutzt, erklärt Latzko. Mehr Wachstum sei vor Ort nicht mehr möglich. Vielleicht, wagt sie einen vorsichtigen Blick in die Zukunft, in einigen Jahrzehnten, wenn der Reiterverein das angrenzende Stück irgendwann nicht mehr nutzen möchte, wäre dort noch Potenzial. Der Bedarf wachse schließlich immer weiter, und auch das öffentliche Interesse sei ungebrochen: Besucherführungen durch das „Demenzdorf“ seien bis Mitte 2018 ausgebucht, sagt Boss-Walek. „Wir könnten täglich Führungen machen.“ Da dies aber jedes Mal den Ablauf massiv störe und auch immer Mitarbeiter binde, gebe es nur noch einen Termin im Monat.

Außerdem würden immer noch regelmäßig Fernsehsender und große Zeitungen über die Anlage berichten wollten. Im August werde zum Beispiel das ZDF in seinem Morgenmagazin drei Stunden lang live in die Einrichtung schalten. Dabei soll es um die Situation der Pflege vor der Bundestagswahl gehen – angesichts des Fachkräftemangels auch für die Tönebön-Stiftung ein wichtiges Thema. Für die neuen Häuser sucht die Tönebön-Stifttung nämlich auch noch Mitarbeiter, die die Bewohner adäquat versorgen können, darunter Altenpfleger, Pflegehelfer und -assistenten, aber auch Hausmeister und Hauswirtschafter.

76 Mitarbeiter kümmerten sich im Moment um die 53 Bewohner. In den neuen Häusern sollen noch einmal insgesamt 30 neue Arbeitsplätze entstehen. Vor zehn Jahren habe sie sich noch darum gesorgt, „das Haus vollzubekommen“, erinnert sich Latzko. Jetzt sei die Frage eher, wo die Mitarbeiter herkommen sollen. Sie hoffe, dann im März so gut besetzt zu sein, „dass wir auch öffnen können.“ Viele Aufgaben könnten aber auch ohne Ehrenamtliche nicht geleisten werden, gibt Boss-Walek zu bedenken. „Wir sind dankbarüber jeden, der helfen will, denn wir können immer noch mehr gebrauchen“, sagt sie. Vom eigenen Supermarkt über das Café bis hin zu Veranstaltungen – „es gibt viele Einsatzmöglichkeiten.“

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