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Mach’s gut, altes Haus

Tönebön lässt abreißen: Gründerzeit-Gebäude muss weichen

HAMELN. Die Fassade sah zwar noch gut aus, doch drinnen sei alles marode gewesen, sagt Regine Latzko vom Vorstand der Tönebön-Stiftung. Von dem Haus mit den Nummern 39 und 41 an der Domeierstraße wird deshalb am Ende der Woche nur noch ein Schutthaufen übrig sein, denn die Immobilie wird zurzeit abgerissen.

veröffentlicht am 13.09.2017 um 19:20 Uhr

Die Fassade war noch das Schönste an dem Gründerzeit-Bauwerk. Ende der Woche wird davon nichts mehr stehen. Foto: Dana
Jens Spickermann

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2008 hatte die Tönebön-Stiftung mehrere Häuser an der Straße gekauft, um sich selbst in Zukunft erweitern zu können. Das Abrisshaus war bis 2014 noch bewohnt, seitdem stand es aber leer. „Die Sanierung wäre ins Unendliche gegangen“, sagt Latzko. Die letzten Mieter hätten noch selber Heizöl in die oberen Stockwerke schleppen müssen, denn eine moderne Heizungsanlage habe gefehlt. Für Wärme habe eine Öletagenheizung gesorgt, das Dachgeschoss sei hingegen gar nicht beheizt gewesen.

Da das Bauwerk aus der Gründerzeit von außen durchaus noch ansehlich war, hätten sich mehrmals Interessenten danach erkundigt, aber schnell wieder einen Rückzieher gemacht, als sie es von innen sahen, erzählt Latzko. Im Zuge der Flüchtlingskrise habe man das Gebäude auch dem Landkreis zur vorläufigen Unterbringung der Geflüchteten angeboten, doch auch der habe nach einer Besichtigung dankend abgelehnt.

Zwar hat die Tönebön-Stiftung mehrere Immobilien mit der Absicht gekauft, sich räumlich zu erweitern. Auf absehbare Zeit sei aber kein Neubau auf dem Grundstück des Abrisshauses geplant, so Latzko. Langfristig müsse jedoch darüber nachgedacht werden, ob das 1952 erbaute Hauptgebäude der Stiftung nicht irgendwann durch einen Neubau ersetzt werden muss. Die Häuser mit den Nummern 43 und 45 sind übrigens ebenfalls Eigentum der Stiftung. Sie seien aber voll vermietet und ein Abriss nicht geplant, sagt Latzko. Sobald der Schutt der abgerissenen Häuser abtransportiert ist, soll das Grundstück erst einmal eingezäunt werden. Eventuell könnten an der Stelle einmal Wohnungen für ambulant betreutes Wohnen entstehen, aber das stehe überhaupt noch nicht fest. „Weil wir auch noch die Baumaßnahme am See haben, beginnen wir erstmal nichts anderes“, erklärt Latzko. Vorläufig bleibt an der Domeierstraße also alles beim Alten – nur ohne die Hauser mit den Nummern 39 und 41.

Sobald der Schutt abtransportiert ist, soll das Grundstück eingezäunt werden. Etwas Neues wird dort erst einmal nicht entstehen. Foto: Dana
  • Sobald der Schutt abtransportiert ist, soll das Grundstück eingezäunt werden. Etwas Neues wird dort erst einmal nicht entstehen. Foto: Dana
Mein Standpunkt
Jens Spickermann
Von Jens Spickermann

Ob das alte Haus wirklich nicht mehr wirtschaftlich hätte saniert werden können, ist jetzt nicht mehr nachprüfbar. Natürlich geht so etwas ins Geld. Das Interesse der Tönebön-Stiftung lag jedoch von Anfang an darin, Platz für Neubauten zu schaffen.

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