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Tod von Landrat Rüdiger Butte - Polizei gibt ersten Ermittlungsstand

veröffentlicht am 26.04.2013 um 17:14 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:32 Uhr

Hameln (tk). Nach dem tödlichen Attentat auf Hameln-Pyrmonts Landrat Rüdiger Butte (SPD), ist das genaue Motiv des Täters (Hans B.) nach wie vor unbekannt. Offenbar gab es bereits seit Längerem eine "verwaltungsrechtliche Auseinandersetzung" zwischen dem 74-jährigen aus der Nähe von Bad Münder und der Kreisverwaltung. Details nannte die Polizei bei der Pressekonferenz am Freitagnachmittag nicht. Hier lesen Sie die vollständige Pressemitteilung der Polizei, die auf der Pressekonferenz verteilt wurde. Es handelt sich um den ersten Ermittlungsstand:

Nach derzeitiger Ermittlungslage stellt sich der Sachverhalt wie folgt dar: Der Täter, bei dem es sich vermutlich um den 74jährigen Hans B. aus dem Raum Bad Münder handelt, hat erstmals vor zwei Tagen versucht, Herrn Butte im Büro telefonisch zu erreichen. Ihm wurde mitgeteilt, dass dieser nicht im Haus sei. Daraufhin hat er gestern nochmals versucht, den Landrat telefonisch zu erreichen, worauf ihm wiederum mitgeteilt wurde, dass dieser nicht im Hause sei, aber am Freitag vor Ort wäre. Heute zwischen 8.15 und 8.30 Uhr nahm der Täter nochmals telefonisch Kontakt zum Vorzimmer auf. Ihm wurde gesagt, dass Herr Butte im Gespräch sei. Das Telefonat wurde daraufhin vom Täter beendet. Über die versuchten Kontaktaufnahmen wurde Herr Butte über sein Vorzimmer informiert. Kurz vor zehn Uhr erschien der Täter dann persönlich im Vorzimmer des Landrates. Er wurde gebeten im Wartebereich Platz zu nehmen, was er auch tat. Auf seinem Weg zu einem anderen Gesprächstermin ging Herr Butte selbst zum Täter und bot ihm ein Gespräch in etwa einer halben Stunde an. Der Täter verblieb dann in Abwesenheit von Herrn Butte im Wartebereich. Als Herr Butte nach ca. 30 Minuten von seinem Termin zurückkehrte, nahm er den noch wartenden Täter mit in sein Büro. Hier ist es unmittelbar nach Betreten des Büros zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Im Verlauf derer fiel eine noch nicht feststehende Anzahl von Schüssen. Die Vorzimmerkraft hat daraufhin die Alarmierung der Polizei veranlasst, die wenige Minuten später eintraf und im Büro des Landrates die beiden leblosen Personen vorgefunden hat. Der nahezu zeitgleich angetroffene Notarzt konnte lediglich den Tod feststellen. Hintergrund der Tat könnten nach derzeitiger Erkenntnislage verwaltungsrechtliche Auseinandersetzungen zwischen dem Täter und dem Landkreis Hameln-Pyrmont sein. Der mutmaßliche Täter Hans B. ist 2009 wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt worden. Eine waffenrechtliche Erlaubnis wurde ihm bereits 1988 entzogen, so dass die Tatwaffe sich nicht in seinem legalen Besitz befand. Darüber hinaus ist er wegen verschiedener Betrugs- und Körperverletzungsdelikte polizeilich bekannt.

Unmittelbar nach der Tat haben sich der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius und der Göttinger Polizeipräsident Robert Kruse nach Hameln begeben und sich ein Bild von der Lage gemacht. Polizeipräsident Robert Kruse zeigte sich bestürzt über den Tod von Rüdiger Butte. "Wir waren langjährig persönlich befreundet. Mein Mitgefühl gilt in diesen schweren Stunden seiner Frau und der Familie. Ich habe seine Offenheit und sein kameradschaftliches Wesen ganz besonders geschätzt."

Mord im Kreishaus: 74-Jähriger erschießt Landrat Butte


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