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Pendler finden Opfer / Tatort-Gruppe und Fachermittler sichern Spuren am Leichenfundort

Tod bei Kilometer 52,1 – Mann von Zug erfasst

Hameln (ube). Im Gleisbett neben der Marienthaler Straße ist Donnerstagvormittag (3.6.2010) die Leiche eines Mannes gefunden worden. Der zunächst unbekannte Tote habe anhand seiner Tätowierungen identifiziert werden können, teilte Polizeikommissar Dirk Barnert auf Anfrage der Dewezet mit. Bei der Person handelt es sich um einen 51 Jahre alten Hamelner. Der Schlüssel, den er bei sich hatte, passt zu seiner Wohnung.

veröffentlicht am 03.06.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 22.10.2021 um 15:48 Uhr

Wann er ums Leben gekommen ist, steht noch nicht fest. Experten für Todesursachen-Ermittlungen haben bereits eine polizeiliche Leichenschau durchgeführt. „Die Untersuchung hat ergeben, dass wir ein Tötungsdelikt ausschließen können“, sagte Barnert. Anhand der Verletzungen sei davon auszugehen, dass der Mann von einem in Richtung Hannover fahrenden Zug erfasst wurde.

Der Reihe nach: Um 5.28 Uhr verließ eine Eurobahn den Bahnhof Hameln mit Ziel Bodenburg. Darin saß ein Mann, der im Morgengrauen eine Beobachtung gemacht hatte. Der Fahrgast meldete dem Lok-Führer, er habe kurz nach der Ausfahrt aus Hameln einen Menschen neben dem Gleis liegen sehen. Diese Information teilte kurz darauf die für Bahnanlagen zuständige Bundespolizei der Leitstelle der Inspektion Hameln/Holzminden mit. Als Örtlichkeit sei die Rohrser Warte angegeben worden, sagte Barnert.

Eine Streifenwagen-Besatzung erhielt den Auftrag, den Bahndamm abzusuchen. Die Beamten konnten jedoch keinen Menschen finden.

Um 8.10 Uhr stieg eine Frau, die in Hameln arbeitet, am Bahnhof aus der S-Bahn. Auch sie hatte einen Mann neben den Schienen liegen sehen. Von ihrem Arbeitsplatz aus rief sie die Polizei an und beschrieb dem Kommissar vom Lagedienst den Fundort. Die Strecke wurde umgehend in beide Richtungen gesperrt. Eine Notärztin des Kreiskrankenhauses, Sanitäter des Rettungsdienstes der Feuerwehr, ein Notfall-Manager der Bahn und Polizisten fuhren zum Unfallort. Sie fanden eine Leiche – sie lag zwischen dem Gleis Hameln-Hannover und dem ehemaligen Concordia-Anschlussgleis bei Kilometer 52,1.

Ein Team der Tatort-Gruppe und Todesursachen-Ermittler des 1. Fachkommissariats des Zentralen Kriminaldienstes aus Hameln sicherten am Fundort Spuren, machten Fotos. Als die Polizisten mit ihrer Arbeit fertig waren, holten Bestatter die Leiche ab und brachten sie in die Pathologie.

Ein Anwohner sagte der Dewezet, an dieser Stelle würden jeden Tag Menschen über die Gleise laufen. „Die nehmen hier eine gefährliche Abkürzung“, berichtete der Augenzeuge.

Unklar ist noch, von welchem Zug der Hamelner angefahren wurde. Ein Bahnarbeiter vermutet, dass der 51-Jährige irgendwann in der Nacht von einem Güterzug erfasst wurde. Fest steht: Das Opfer war mit Sicherheit sofort tot. Bei Redaktionsschluss dauerten die Ermittlungen noch an.

Durch das Unglück fiel eine S-Bahn (8.50 Uhr nach Hannover) aus. Zwei weitere Züge hatten nach Angaben von Notfall-Manager Peter Jahn Verspätung.



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