weather-image
12°
Mann in Lebensgefahr / Großeinsatz an der Weser

Tobias Möller – ein Retter in der Not

Hameln. „Achtung! Turbineneinlauf – Lebensgefahr!“ Gelbe Schilder mit dieser Aufschrift warnen an der Hamelner Pfortmühle vor einem todbringenden Sog. Ob der Mann, der gestern nach Zeugenangaben von der Hochwasserschutzmauer an der Sudetenstraße in die Weser gesprungen ist, sie nicht gesehen oder sie absichtlich ignoriert hat, ist noch unbekannt. Fest steht allerdings: Der Hamelner verdankt es Feuerwehrleuten, dass er heute seinen 35. Geburtstag feiern kann. Denn aus eigener Kraft hätte er sich nicht mehr ans Ufer retten können. Die Polizei vermutet, dass der Mann erheblich unter Alkohol- und Rauschgifteinfluss stand. Mit Verdacht auf Unterkühlung und einer stark blutenden Fußwunde wurde der Entkräftete mit einem Notarztwagen zum Kreiskrankenhaus an der Weser gefahren.

veröffentlicht am 14.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 22:21 Uhr

Die Feuerwehrleute Tobias Möller, Rolf Liberti und Ralf Dannat h

Autor:

Ulrich Behmann
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Mit Blaulicht und Sirene zur Notaufnahme

Zwei Maurer des Bauhofes der Stadt Hameln wurden um 11.45 Uhr Augenzeugen der leichtsinnigen Aktion des Hamelners – ein Arbeiter wählte sofort den Notruf 112 und schilderte Michael Kaiser von der Regionalleitstelle „Weserbergland“ den Vorfall mit den Worten: „Da ist eben einer in die Weser gesprungen.“

Eile war geboten. Der Disponent löste Alarm für Wachbereitschaft, Notarzt, Rettungsdienst, Bootsführer und Tauchergruppe der Hamelner Feuerwehr aus. Brandmeister Tobias Möller (30) erreichte als einer der Ersten den Unglücksort. Der Triathlet ist nicht nur Rettungsassistent, sondern – wie alle Mitglieder der Wachbereitschaft – auch Rettungsschwimmer. Er zog sich bis auf die Unterhose aus, ging in das nur 13 Grad warme Wasser, schwamm zu dem Mann und schleppte ihn in seichtes Wasser. Wenig später waren die Hauptbrandmeister Ralf Dannat und Rolf Liberti mit einem Rettungsboot zur Stelle. Sie zogen den Hamelner ins Schlauchboot, legten ihm eine Wolldecke über und versorgten seine Schnittwunde. Dann fuhren sie mit dem Verletzten zur Slip-Anlage an der „Sumpfblume“, wo bereits Notarzt und ein Rettungsteam der Feuerwehr auf ihn warteten. Obwohl nur notdürftig abgetrocknet, setzte sich Möller ans Steuer des Rettungswagens und fuhr das Opfer mit Blaulicht und Sirene zur Notaufnahme der Klinik. Erst danach stellte sich der Lebensretter unter eine heiße Dusche, um sich aufzuwärmen.

Brandoberamtsrat Andreas Zerbe kommentierte den Einsatz so: „Der Hamelner hat Glück gehabt. Das hätte auch anders ausgehen können.“

In eine Decke, gehüllt wird der Unterkühlte mit dem Schlauchboot
  • In eine Decke, gehüllt wird der Unterkühlte mit dem Schlauchboot zum Notarztwagen gebracht.
Voller Einsatz in der Nähe des Turbineneinlaufes: Feuerwehr-Rett
  • Voller Einsatz in der Nähe des Turbineneinlaufes: Feuerwehr-Rettungsschwimmer Tobias Möller schleppt den Mann in seichtes Wasser. Fotos: ube


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt