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Hamelnerin darf für ein Jahr in die USA / Ihr Bruder gibt Tipps

Thuy Vus Stipendium wird Familiensache

HAMELN. Vor Freude ziert ein breites Lächeln ihr schmales Gesicht: Thuy Vu aus Hameln fliegt schon bald in die USA und wird dort für fast ein Jahr bei einer Gastfamilie leben, die Highschool besuchen und von Deutschland erzählen.

veröffentlicht am 19.06.2016 um 13:12 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:50 Uhr

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Autor:

Christian Vogelbein
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Die Abiturientin hat sich beim Parlamentarischen Partnerschaftsprogramm (PPP) des Deutschen Bundestages beworben. Im Auswahlverfahren hat sie den heimischen Bundestagsabgeordneten Michael Vietz (CDU) überzeugt.

Das hat sie wohl vor allem ihrem Ehrgeiz zu verdanken. Sie selbst ist zwar in Deutschland geboren, doch die Wurzeln ihrer Familie liegen in Vietnam. Von dort sind ihre Eltern geflohen und fanden auch in Deutschland nicht sofort eine Heimat. Inzwischen lebt die Familie seit vielen Jahren sicher in Hessisch Oldendorf.

Am 10. August startet der Flieger. Das Ziel: Columbia im US-Bundesstaat Maryland. Dort tauscht sie Schiller-Gymnasium gegen Highschool, Deutsch gegen Englisch und den Alltag mit ihren Eltern und den beiden Brüdern gegen eine Austauschfamilie samt einer großen Schwester und einer Katze. „Die Leute in meiner Gastfamilie sind Afro-Amerikaner. Ich komme aus Deutschland und habe vietnamesische Wurzeln. Ich glaube, diese Mischung macht es auch noch mal spannend“, sagt die 16-Jährige und freut sich auf den interkulturellen Austausch in Übersee.

„Davor habe ich Respekt“

Aber wie bereitet man sich nun auf ein ganzes Jahr in den USA vor? Thuy Vu hat vor der Reise mehrere Seminare besucht, bei denen es darum ging, tolerant auf fremde Kulturen zuzugehen. Schließlich ist sie als Stipendiatin des Bundestages auch so etwas wie eine Botschafterin Deutschlands. Weiterer Vorteil für Thuy Vu: Der Schüleraustausch scheint der Familie zu liegen. Derzeit bereitet sich ihr älterer Bruder Ba Duc Vu auf die Heimreise vor. Er hatte im vergangenen Jahr am Austausch teilgenommen und gibt seiner Schwester jetzt wichtige Tipps.

Einer davon lautet: Nicht zu viele Klamotten mitnehmen. „Vieles kauft man ja vor Ort und ich denke, dass sich auch mein Kleidungsstil ändern wird“, sagt Vu. Wie sie die vielen Kartons wieder zurück nach Deutschland bekommt, darüber macht sie sich jetzt noch nicht viele Gedanken.

Viel wichtiger werden ihr die Dinge sein, die nicht in Kartons passen. Die Erfahrungen die sie machen und die Menschen, die sie treffen wird. „Klar werde ich mein Englisch verbessern, aber ich möchte auch selbstbewusster und schlagfertiger werden“, sagt die 16-Jährige. Sie wird zum ersten Mal in die USA fliegen. Zum ersten Mal ein Jahr weg sein von Zuhause. „Davor habe ich Respekt, aber keine Angst“.

Eine gute Voraussetzung, eine gute Einstellung. Findet auch der Bundestagsabgeordnete Michael Vietz. Über seinen Wahlkreis hat sich Vu beworben. „Sie ist eine besondere junge Frau, die mich überzeugt hat und deshalb jetzt am Programm teilnehmen darf“, sagt der CDU-Politiker aus Hameln. Ein Jahr weg aus Deutschland. Wie finden das Freunde und Familie? „Meine Eltern sind mächtig stolz. Ich werde bestimmt Heimweh bekommen. Meine Freunde unterstützen mich voll und freuen sich für mich, auch wenn wir uns ein Jahr lang nicht sehen. Aber ich werde oft schreiben und Anrufen, vielleicht sogar bloggen“, sagt Vu, lächelt und macht sich auf den Weg.



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