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Wasser in Sicht für Heinrich-Kielhorn-Schüler

Therapie-Becken im Einsiedlerbach?

HAMELN. Nach monatelanger Unsicherheit zeichnet sich eine Lösung für das Schwimmangebot für die Heinrich-Kielhorn-Schüler ab. Die Kreisverwaltung hat mit der Aquasport GmbH ausgehandelt, dass im Schwimmbad Einsiedlerbach ein Therapiebecken entstehen könnte.

veröffentlicht am 22.05.2018 um 16:00 Uhr
aktualisiert am 28.08.2018 um 13:38 Uhr

Die Aquasport GmbH will das Hallenbad „Einsiedlerbach“ sanieren – in diesem Zuge könnte dort ein Therapiebecken entstehen. Foto: Wal
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Die etwa 150 teils schwerbehinderten HKS-Schüler könnten demnach das Becken täglich von 8 bis 14 Uhr nutzen, während es am Nachmittag der Öffentlichkeit zur Verfügung stünde.

Nach Berechnung der Kreisverwaltung ist diese Lösung die günstigste von drei Alternativen. In Frage kam außerdem die Sanierung des von Legionellen befallenen Schwimmbeckens in der Albert-Schweitzer-Schule, das bis zur Schließung im Januar 2017 von der HKS genutzt worden war. Diese Variante würde laut Kreisverwaltung 8,57 Millionen Euro kosten. Der zweite Vorschlag – ein Schwimmbecken auf dem Gelände der Linsingen-Kaserne zu bauen – schlüge demnach mit 8,80 Millionen Euro zu Buche. Die von der Verwaltung favorisierte Lösung im Einsiedlerbach würde den Landkreis mit insgesamt 7 Millionen Euro belasten, verteilt auf einen angenommenen Nutzungszeitraum von 35 Jahren. Letztere stelle somit die wirtschaftlichste Alternative dar.

Neben den Kosten ist aus Sicht der Kreisverwaltung die Nutzung des Beckens im Einsiedlerbach durch mehrere Gruppen neben den Kosten ein Argument für diesen Weg. Auch würden bei dieser Variante „inklusive Aspekte am stärksten berücksichtigt“. „Außerdem besteht für den Landkreis Planungs- und Kostensicherheit und die Verantwortung für den Betrieb obliegt der Aquasport Hameln GmbH“, heißt es in der Vorlage, die den Mitgliedern des Schulausschusses am Donnerstag vorgelegt wird.

Bis in einem neuen Becken eines sanierten Einsiedlerbachs tatsächlich geschwommen und therapiert werden kann, ziehen aber noch mehrere Jahre ins Land: Spätestens im zweiten Quartal 2022 könnte es laut Aquasport GmbH zur Verfügung stehen. Ab der Fertigstellung müsste der Landkreis jährlich 200 090 Euro in den Haushaltsplan einstellen und an die Aquasport GmbH zahlen – so lautet das Angebot an den Landkreis. Nach deren Berechnung betragen die Kosten für den Bau eines 9x10-Meter-Beckens mit maximaler Bodentiefe von 1,35 Metern 3,13 Millionen Euro. Hinzu kämen diverse Kosten für unter anderem Reparaturen, Instandhaltung, Zinsaufwendungen, Versicherungen. Zahlen müsste der Kreis außerdem insgesamt 30 000 Euro für den Transport der Schüler von der Heinrich-Kielhorn-Schule zum Einsiedlerbach. Wie hoch der Anteil der Kosten ist, den die Betreiber-GmbH selbst übernimmt für ein Becken, das nicht ausschließlich von der HKS, sondern auch von der Öffentlichkeit genutzt wird, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen. Allerdings bestätigt Kreis-Sprecherin Sandra Lummitsch auf Anfrage: „Es ist richtig, dass wir einen verhältnismäßig hohen Teil der Kosten tragen.“ Aber es sei auch die schnellste Variante, „um den Kindern wieder Schwimmunterricht vor Ort anbieten zu können.“ Außerdem trete der Landkreis nicht in Vorleistung, benötige also keine Finanzierung und er trage keine Verantwortung für den Betrieb. Die Überlegung, auch andere Schwimmbäder innerhalb des Landkreises für die HKS-Schüler zu nutzen – Aerzen, Emmerthal und Coppenbrügge –, hat die Verwaltung verworfen, weil „selbst bei Nutzung aller bestehenden Kapazitäten […] allenfalls etwa zwei Drittel des Schwimmunterrichtes geleistet werden könnten“. Und auch ein Neubau komme auf dem Gelände an der Albert-Schweitzer-Schule aus Platzgründen nicht in Betracht.

Derzeit kann die Heinrich-Kielhorn-Schule Schwimmzeiten im Emmerthaler Vithal-Bad nutzen, die einerseits von der Gemeinde Emmerthal und andererseits von der Johann-Comenius-Schule an sie abgegeben wurde. Diese Möglichkeit besteht zunächst bis zum Sommer. Wie es danach weitergeht, ist noch nicht abschließend geklärt, allerdings hat der Konrektor der Johann-Comenius-Schule Rudolf Langer Bereitschaft signalisiert, auch nach den Ferien wie bisher eine doppelte Schwimmzeit abzugeben.

Was mit dem alten Gebäude der Albert-Schweitzer-Schule, in dem das Schwimmbad untergebracht ist, weitergehen soll, ist laut Kreis-Sprecherin Sandra Lummitsch „derzeit nicht bekannt“.

Mein Standpunkt
Birte Hansen
Von Birte Hansen-Höche

Endlich legt der Landkreis eine Entscheidungsgrundlage vor. Vom jüngsten Legionellenbefall im Albert-Schweitzer-Schwimmbad bis zur Präsentation einer Kalkulation für drei Optionen sind fast eineinhalb Jahre vergangen. Warum das so lange gedauert hat, hat sich mir in all den Monaten nicht erschlossen. Ob die Kostenaufteilung zwischen Kreis und GmbH gerechtfertigt ist, muss jetzt die Politik entscheiden.



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