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Jobcenter-Projekt soll Kompetenzen von Arbeitslosen stärken

Theaterspiel für die berufliche Zukunft

Hameln. Langzeitarbeitslose spielen gemeinsam Theater, um sich auf das Berufsleben vorzubereiten. Was auf den ersten Blick vielleicht etwas befremdlich klingt, hat deutschlandweit bereits Erfolge erzielt. Nun ist dieses Qualifizierungsprojekt – wie es offiziell genannt wird – auch in Hameln angekommen: „JobAct to Connect“ nennt sich die Maßnahme, die Menschen durch ihren kreativen Ansatz zusammenführen soll. Die Laien-Darsteller treffen sich regelmäßig. Neben dem Bewerbungstraining und einem viermonatigen Praktikum absolviere sie freie Übungen, proben gemeinsam ein Theaterstück. „Es ist eine außergewöhnliche Maßnahme“, sagt auch Mark Kewitsch von der „Projektfabrik“. Die Gesellschaft aus dem Ruhrgebiet arbeitet vor Ort mit der Volkshochschule Hameln-Pyrmont und dem Jobcenter zusammen.

veröffentlicht am 05.12.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 21:21 Uhr

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Autor:

von svenja-a. möller
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Derzeit sind die zwölf Hamelner Teilnehmer von „JobAct“ und ihr Projektleiter noch in der Findungsphase. Ende März 2015 wird das Theaterstück Premiere feiern. Was für ein Stück es letztendlich wird? „Das wissen wir auch noch nicht“, erklärt Kewitsch. Denn es gibt kein festes Script, keinen „Drehplan“ – das Stück entwickelt sich erst während der Proben. Lediglich ein grundlegendes Thema, Kewitsch nennt es einen Impuls, sei vorgegeben: Griechenland. Sonst bleibe die Planung des Theaterstücks aber den Teilnehmer vorbehalten. „Auch das Bühnenbild, die Kostüme, die Maske: alles wird selber gemacht“, schildert Kewitsch.

Aber Theater und Berufsleben – was hat das eine mit dem anderen zu tun? Kewitsch erläutert: „Theaterspielen birgt viele Fähigkeiten für den Beruf: Verlässlichkeit, Pünktlichkeit, Eigeninitiative, Teamfähigkeit.“ Zudem würden Toleranz, das Finden von Lösungsstrategien und Geduld geschult. Ziel der Maßnahme sei es, das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl der Teilnehmer zu stärken. „Das ist sehr wichtig für ein späteres Bewerbungsgespräch“, erklärt auch Gabriele Glüsen vom Jobcenter. Denn „auf der Bühne zu stehen erfordert auch viel Mut“, weiß Kewitsch.

Die Teilnehmer sind überzeugt von ihrem Projekt und der bisher geleisteten Arbeit, sehen sich als eingespieltes Team. Dennoch waren sie zu Beginn skeptisch: „Ich habe mich gefragt: Tauge ich überhaupt für die Bühne?“, gibt ein junger Teilnehmer zu. Die anderen nicken einvernehmlich, auch sie hätten sich diese Frage gestellt. „Ich kann es aber nur jedem empfehlen“, versichert ein weiterer Teilnehmer. Und: „Lieber diese Maßnahme, als eine, bei der ich den ganzen Tag nur am Computer sitze und Bewerbungen schreibe.“ Die Teilnehmer scheinen die Kreativität, die Bewegung und die Freiheit, die ihnen bei diesem Projekt geboten wird, zu schätzen. Der Gruppe sei ein Satz im Gedächtnis geblieben, den ein älterer Teilnehmer – die Mitglieder sind zwischen 20 und 50 Jahre alt – zu Beginn des Projektes gesagt habe: „Das letzte Mal, dass ich pfeifend zur Arbeit gegangen bin, ist 20 Jahre her – und jetzt mache ich es wieder.“

Termin: Am Montag, 15. Dezember, wird von den Projektpartnern ab 17 und ab 20 Uhr der Film „Geschenk der Götter“ in der Sumpfblume gezeigt. Im Film unterrichtet Schauspielerin Anna neun Langzeitarbeitslose, nachdem sie selbst gefeuert wurde. Regisseur Oliver Haffner wird bei der ersten Filmvorführung anwesend sein.

Eifrig proben die Teilnehmer, um sich auf die Premiere ihres Theaterstücks vorzubereiten.sak



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