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Erst einmal steht nun Asbest-Beseitigung an

Theatersanierung dauert länger – und wird teurer

HAMELN. Eigentlich sollte die Sanierung des Hamelner Theaters in dieser Spielzeitpause abgeschlossen werden. Wenn am 14. Juni die letzte Vorstellung der Saison über die Bühne ist, sollte das komplette Theater „zum Schweizer Käse gemacht werden“, wie der Technische Leiter des Theaters, Andreas Lask, erklärt: Im ganzen Haus sollten neue Kabel verlegt werden. „Dann aber hat uns eine Schadstoffuntersuchung aus der Bahn geworfen“, sagt Lask – das Bremer Umweltinstitut fand bei Untersuchungen im Gebäude Asbest (wir berichteten).

veröffentlicht am 05.06.2016 um 15:43 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:16 Uhr

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Wiebke Kanz

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Wiebke  Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite
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Festgebundener Asbest kommt in Gebäuden wie dem Hamelner Theater, Baujahr 1953, sehr häufig vor. In der Regel stellt er gesundheitlich kein Risiko dar – vorausgesetzt, er wird in Ruhe gelassen. Bei der geplanten Neuverkabelung des Theaters allerdings müssen die Wände aufgebohrt werden – eine Gefahr für die Arbeiter. Deshalb wird es in diesem Sommer nichts mit dem „Schweizer Käse“, stattdessen steht in den Sommermonaten eine Schadstoffsanierung an.

Lampen im Foyer sind gut 10 000 Euro wert

Belastet seien eine Klebstoffschicht unter dem Teppichboden im unteren Foyer, eine Schicht Wandfarbe im Zuschauerraum, einem Kellergang und eine 35 Quadratmeter große Fläche auf dem Weg zur Damentoilette. Die gesamte Sanierung verzögert sich dadurch um ein Jahr. Kosten allein für die Asbestsanierung: 60 000 Euro. Bislang war die gesamte Sanierung des Theaters immer mit 1,5 Millionen Euro veranschlagt worden; nun steht bereits eine Summe von 1,8 Millionen Euro im Raum.

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  • Die Sanierung des Hamelner Theaters verzögert sich. Der Grund: festgebundener Asbest – unter anderem in einer Farbschicht im Zuschauerraum und im Klebstoff unter dem Foyer-Teppich. Fotos: Archiv
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  • Die Sanierung des Hamelner Theaters verzögert sich. Der Grund: festgebundener Asbest – unter anderem in einer Farbschicht im Zuschauerraum und im Klebstoff unter dem Foyer-Teppich. Fotos: Archiv

Während die Verlegung neuer Kabel nun in die Spielzeitpause 2017 verlegt werden muss, wurden und werden in diesem Sommer halt andere Baustellen im Theater angegangen. „Dafür können wir uns dieses Jahr nun um die Toiletten kümmern“, berichtet Lask.

Während im Rest des Theaters der Charme der 50er Jahre erhalten bleiben soll – für die geschwungenen Treppen etwa erhielt das Theater eine Sondergenehmigung vom Bauamt, auch die 50er-Jahre-Lampen im Foyer, Designerstücke, die inzwischen 10 000 bis 15 000 Euro pro Stück wert sind, sagt Lask, bleiben und bekommen lediglich ein modernes „Innenleben“ –, dürfen die Toiletten künftig nämlich etwas moderner werden.

Das heißt konkret: Die alten Fliesen kommen weg, die Waschbecken bekommen endlich Warmwasser und Sensor-Armaturen – und mehr Toiletten werden es auch: „Laut Versammlungsstättenverordnung haben wir für 700 Zuschauer zwei Damentoiletten zu wenig“, sagt Lask. Im Moment gibt es sechs, künftig sollen es zehn sein. Um Platz dafür zu schaffen, tauschen Herren- und Damentoiletten die Plätze.

Fehlender Fluchtweg ist schon seit 1953 ein Problem

Außerdem fertiggestellt werden soll ein neuer Fluchtweg: „Für die 284 Personen, die auf dem Rang Platz haben, fehlt uns seit den 1980er Jahren ein zweiter Fluchtweg“, sagt Lask. Dieser muss genauen Anforderungen entsprechen: 1,80 Meter breit, alles nach DIN-Norm.

Bereits im vergangenen Jahr war eine große Fluchttür eingebaut worden, die vom Rang im Innenraum des Theaters auf das Dach führt. Inzwischen gibt es von dort aus eine neue Abstiegsmöglichkeit durch das Treppenhaus mit Glasdach. In dieses gelangt man im Brandfall über einen Laufsteg auf der Dachfläche.

„Eigentlich“, verrät Andreas Lask, „haben wir wegen des fehlenden Fluchtweges seit 1953 gar keine Betriebserlaubnis.“ Für jede einzelne Vorstellung muss das Theater deshalb seit Jahrzehnten vier bis fünf Feuerwehleute bezahlen, die für die Sicherheit sorgen. „Nach der Brandschutzsanierung brauchen wir nur noch zwei Feuerwehleute“, sagt der Technische Leiter des Theaters.



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