weather-image
22°

Mehrheitsgruppe beantragt Akteneinsicht / Direktorin Starke außen vor

Theater ums Theater – Politik traut der Verwaltung nicht

Hameln (HW). Die Mehrheitsgruppe im Hamelner Rat hegt Zweifel, Zweifel an dem bisherigen Rechercheergebnis der Verwaltung zur Prüfung einer möglichen Rechtsformänderung des Theaters. CDU, Grüne und Unabhängiger hatten einen entsprechenden Antrag im Rathaus abgegeben (wir berichteten), doch die bislang vorliegenden Antworten, insbesondere die damit verbundenen Kosten in Höhe von 60 000 Euro, sorgen für Unverständnis in Reihen der Koalition. Die Gruppe hat deshalb jetzt unter Berufung auf das niedersächsische Kommunalverfassungsgesetz einen weiteren Antrag nachgeschoben und Akteneinsicht gefordert.

veröffentlicht am 24.10.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 08:21 Uhr

Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Von Christdemokraten, Grünen und Unabhängigem wird zudem gleichermaßen moniert, dass Theater-Leiterin Dorothee Starke in die bisherigen Erkundigungen nicht mit einbezogen, sondern sie außen vor gelassen worden sei. „Sie hat sogar ihren Master zum Thema ,Rechtsformänderung eines Theaters‘ gemacht, und wenn Frau Strake keine Ahnung haben soll, dann weiß ich nicht, wer sie haben soll. Stattdessen aber hat die Verwaltung Stefan Schlichte beauftragt, eine Markterkundung zu erstellen. Das hat uns sehr befremdet“, begründet Grünen-Fraktionschefin und stellvertretende Gruppensprecherin Ursula Wehrmann die jetzt beantragte Akteneinsicht. Der ehemalige Hamelner Stadtmanager Schlichte habe für diese Markterkundung sieben Firmen angefragt, von denen drei ein erstes unverbindliches Angebot abgegeben hätten. Zudem sei dabei herausgekommen, dass die dafür veranschlagten 10 000 Euro nicht ausreichend seien.

Laut ersten Einschätzungen der Beraterunternehmen bleibe ein städtisches Theater „bei allen Bemühungen, Maßnahmen im rechtlichen und steuerlichen Umfeld zu identifizieren, die einen positiven Haushaltseffekt“ haben, als „kommunaler Dauerverlustbetrieb eingestuft“, hat die Verwaltung daraufhin der Politik in einer Tischvorlage mitgeteilt. Darin heißt es zudem, dass eine solche komplexe Untersuchung sowohl ergebnisoffen als auch alle durch die Rechtsformänderung verursachten Aspekte der Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden müssten, und für eine Umsetzung deshalb der finanzielle Rahmen nicht ausreiche. Ausdrücklich weist die Verwaltung auch darauf hin, dass eine Überführung der städtischen Einrichtung Theater in eine Rechtsform wie zum Beispiel GmbH oder AG erhebliche Zeit in Anspruch nähme, „da arbeitsrechtliche Verhältnisse nur langfristig verändert werden können“. Nach ersten Schätzungen seien etwa 60 000 Euro für das Projektmanagement einer ergebnisoffenen Prüfung durch externe Berater erforderlich.

Für die Gruppe sind diese Erklärungen unbefriedigend, wie Ursula Wehrmann betont. „Wir haben unsere Zweifel, dass die Verwaltung den Vorgang im Sinne des beschlossenen Prüfauftrages bearbeitet hat“, sagt die Sprecherin und begründet die Akteneinsicht wie folgt:

Es wurde nicht deutlich, nach welchen fachlichen Kriterien die Markterkundung durchgeführt wurde beziehungsweise nach welchen Kriterien Firmen angesprochen worden seien.

Es ist möglicherweise anzunehmen, dass die Fachabteilung Theater/Veranstaltungsverbund nicht in die Bearbeitung des Prüfauftrages eingebunden war.

Die erforderlichen 60 000 Euro werden nicht detailliert aufgeschlüsselt.

Es bleibt unklar, welcher Leistungsumfang zur Markterkundung den angefragten Firmen genannt wurde.

Jetzt wartet die Gruppe auf einen Termin. Der Verwaltungsvorgang soll den Ratsherren Wolfgang Meier (Grüne) und Thomas Meyer-Hermann (CDU) offengelegt werden.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?