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Premiere von „Im Weißen Rössl“

Theater Hameln stellt neuen Spielplan vor

HAMELN. Am Montagabend wurde im rappelvollen Theater der Spielplan für die Saison 2019/20 vorgestellt. Unter anderem steht die Premiere von „im Weißen Rössel“ an. Ein Überblick.

veröffentlicht am 07.05.2019 um 17:33 Uhr
aktualisiert am 07.05.2019 um 19:00 Uhr

Das Theater für Niedersachsen präsentiert ab September 2019 die Kult-Operette „Im weißen Rössl“ – auch in Hameln. Foto: TfN
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Autor

Richard Peter Reporter
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„Zuschau’n kann i net – mag i net“ – wo sie doch unbedingt zuschau’n wollen sollten, die Abonnenten unseres Theaters. Und immerhin vom Ober Leopold aus der „Rössl-Operette“, der so verliebt in seine Chefin ist, nachgeschoben: „Wann i net selber bin dabei“ – und damit kriegte Theaterchef Wolfgang Haendeler am Montagabend im rappelvollen Theater perfekt die Kurve zur Spielplansaison 2019/20, die er traditionell mit seiner Dramaturgin Ilka Voß moderierte. Und noch ein Rössl-Hit mit dem Theater für Niedersachsen mit dem Ohrwurm: „Es muss was Wunderbares sein“ mit Neele Kramer als Josepha und Peter Kubik als Leopold. Am Klavier Sergei Kiselev. Und schon hatte die Rose vom Spielplan-Cover ein bisschen Duft verströmt.

Das Freitags-Abo, auch diesmal locker-leicht vom Duo Haendeler/Voß – als Vorleser bestens eingespielt – schmackhaft gemacht mit einem Duo der Macht. Camus „Caligula“ und Shakespeares „Julius Caesar“. Bereits sinnlich vorgestellt: Das „Rössl“ mit den vielen Köchen, die dafür im Operetten-Singspiel-Revue-Topf rührten. Das Ohnsorg-Theater diesmal mit „Ein Mann mit Charakter“, dann wieder einmal der kultige „Kleine Horrorladen“ und allemal gern gesehener Gast auf unserer Bühne: Gilla Cremer und Max Eipp mit „Das Wunschkind“. Noch ganz weit weg – über ein Jahr im Juni 2020 – „Hitch und ich“ und Hitch ganz klar Hitchcock. Und der „Mann, der zu viel wusste“ als Lieblingsfilm des Theaterdirektors geoutet.

Und dann war sie plötzlich da, die Brigitte Grothum, die mit ihrem Auftritt die Bühne um einige Lux heller strahlen ließ. Und das Abo-Publikum in ihren Bann zog, wie sie so hinreißend plaudrig und dezent „berlinisch“ über ihre Rolle – nur zehn Minuten, aber was für zehn Minuten! – als Chaplins Mama sprach. Ein ganz großer Auftritt zu einer kleinen Rolle, die sie in Hallervordens Schlosspark Theater in Berlin spielt. Und schon typisch, wie sich eine Grothum geradezu universell mit ihrer „kleinen“ Rolle beschäftigt – viel von Chaplins Mutter, die an Schizophrenie litt, erzählte, aber auch von Chaplin selbst, seine kommunistische Haltung, für die er Amerika, seine künstlerische Heimat, verlor, aber auch seine Professionalität, die ihn jede Szene hundertfach proben ließ, bis sie perfekt saß. Und verraten, dass Hallervordens Sohn ebenfalls mitspielt.

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Corny Littmann kommt mit der „Schmidtparade“. Foto: dpa

Das Sonntags-Abo mit der Komödie „Taxi Taxi“ – ein Mann mit zwei Familien – noch eine Komödie „Schon wieder Sonntag“, in der es um die Alten geht – und in „Vater“ als Tragikomödie. Die romantische Variante als „Shakespeare in Love“, dazu noch „Das Geheimnis der Irma Vep“ nach Hitchcocks „Rebekka“. Und locker übergeleitet zum „Das junge Abo“, das mit der Junk-Oper „Shockheaded Peter“, also unserem „Struwwelpeter“ beginnt und dem Theaterthriller „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin fortgesetzt wird. Doyles „Baskerville“ als Kriminalkomödie und Hosseinis dramatisierter Roman „Drachenläufer“, das vom Westfälischen Landestheater als eine Art Leseprobe vorgestellt wurde. Eine Jugend in Afghanistan.

Spannend allemal „Fahrenheit 451“ nach Brandburys Roman, der mit Julie Christie und Oskar Werner verfilmt wurde. Thema Buchverbrennungen. Schließlich „Adams Äpfel“, eine hübsche Geschichte, die vom Landestheater Detmold auch als eine Art Potpourri von sechs Stücken, mit denen sie in der kommenden Saison auf unsere Bühne kommen, in Ausschnitten mit eigens inszenierten Übergängen vorgestellt wurden. „Hans im Glück“, die Oper „Hänsel und Gretel“ mit Nando Zickgraf als Hexe, „Nur ein Tag“, das Musical „Der kleine Horroladen“ und schließlich „Herr Buffo und der Notendieb“ in unterschiedlichen Rollen Patrick Hellenbrand, André Lassen und Ewa Noack.

Das Montags-Abo, traditionell stärker politisch ausgerichtet, beginnt mit Orwells „1984“, dessen Fantasie von der Realität längst eingeholt wurde – wenn auch ganz anders. Brechts Schauspiel nach Marlowe „Leben Eduards des Zweiten von England“. Eine Männerliebe vor rund 800 Jahren. „Der rechte Auserwählte“ – und recht durchaus als rechts gemeint, sowie Horváths „Jugend ohne Gott“ – die „Zeit der Fischaugen“. Alte Bibelgeschichten neu interpretiert in „Und in der Ferne Jerusalem“.

Das Mittwoch-Abo beginnt mit Kafkas „Verwandlung“. Unverwüstlich und seit 1952 täglich in London: Agatha Christie und „Die Mausefalle“. Sicher spannend der Camus-Abend mit Joachim Król unter dem Titel „Der erste Mensch“. „Spatz und Engel“ – womit Edith Piaf als der „Spatz von Paris“ und Marlene Dietrich als „Der blaue Engel“ gemeint sind. Ihre Hits natürlich inklusive. Einen „deutschen Rosenkrieg“ verspricht die „bremer shakespeare company“ mit „Angela I.“ – wobei offenbleibt, ob es zu einer Krönung kommt. „The Producers“, das Erfolgs-Musical von Mel Brooks mit den Hildesheimern – und wenn, dann bei ihnen gut aufgehoben. Wie schon der Benatzky-Hit. Eine Kostprobe auch von der „bühne cipolla“ mit Kleists „Michael Kohlhaas“ – Figurentheater mit Livemusik.

Im Schnelldurchlauf das neue Konzept des Konzert-Abos, das wieder opulenter ausfällt und mit der Hong Kong Sinfionetta, die gerade durch Europa tourt, ein nicht alltägliches Schmankerl bietet. Auch mit dem 6. Hamelner Konzert der Dewezet-Classics mit Tschaikowskys Violinkonzert D-Dur und Mahlers 4. Symphonie in G-Dur mit der Jenaer Philharmonie.

Tanz wieder ganz groß geschrieben. Erneut ein Community Dance-Projekt – einer der Höhepunkte der laufenden Saison, dann mit dem Staatstheater Braunschweig „Grauzonen“ von Henriette Horn und „Vom Sinn der Sinnlichkeit“ als Tanzstück von Gregor Zöllig. Eher klassisch inspiriert das „Bayerische Junior Ballett“ und als „Auswärtsspiel“ in der Sumpfblume „The Shape of Water“. Und als Rausschmeißer „Sexbomb – Tom Jones Musical“.

Daneben eine Reihe von Sonderveranstaltungen nach dem Theaterfest am 15. September als Start in die neue Saison mit „Maybebop“ und dem „Glenn-Miller-Orchestra“, „Salut Salon“, das alle Rekorde bricht mit vier Frauen und vor allem „Was Sie schon immer über Liebe hören wollten“ oder die „Schmidtparade“ mit Corny Littmann als Moderator. Und natürlich „Alfons“ mit oder ohne Puschel und „Mixtape“ und die 80er Jahre erinnert. Oder Christian Brückner mit Elbtonal Percussion und Melvilles „Moby Dick“. Nostalgie mit Traute Römisch und ihrem „Mit Wonne Weib“ – nach 25 Jahren – „reloaded“. Und auch Podewitz unterwegs als „Jahrsager“. Mit Hit-Potenzial, im Abo unerwähnt, aber unbedingt vorgemerkt für den 4. und 5. April 2020: „Hamelner Requiem“ mit Schuberts Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“ im Theater – auch getanzt – und anschließend Mozarts „Requiem“ unter Stefan Vanselow in der Marktkirche, ebenfalls mit einer Tanz-Installation. Es könnte einer der Höhepunkte der kommenden Saison werden.



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