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Zuckersüßes und Selbstbestimmung

The Mix und Queerbeet begeistern in der Sumpfblume

HAMELN. Handgemacht, selbstbewusst, inklusiv – die Konzerte von The Mix sind in Sachen Einzigartigkeit nicht zu übertreffen. Dies beweisen die Vollblutmusiker einmal mehr am Samstagabend in der Sumpfblume in Hameln. Die Band setzt sich für Teilhabe und gleichberechtigtes Leben von Menschen mit und ohne Behinderung ein.

veröffentlicht am 05.11.2017 um 18:02 Uhr

Ein Musiker hebt die Arme und animiert das Publikum zum Mitmachen – mit Erfolg. Foto: km
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Autor

Katharina Mork Reporterin
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Nicht nur die Bühne des Veranstaltungssaals wird vollständig eingenommen, auch das Publikum lässt sich nicht zweimal bitten, wenn es darum geht, die Band mit Gesang und Tanz tatkräftig zu unterstützen. Dass an diesem Abend zwei Mitglieder der Band aufgrund von Krankheit ausfallen, tut der Stimmung keinen Abbruch.

Besonders beeindruckend ist der kraftvolle Gesang von Frontsängerin Sian. Als hätte sie ihr Leben lang nichts anderes getan, besingt sie mit ihrer soulig-ehrlichen Stimme all die Themen und Sehnsüchte, die sie und die verschiedenen Mitglieder der Band beschäftigen. Eine Gratisportion Gänsehaut-Feeling überkommt das buntgemischte Publikum aus Jung und Alt, als die junge Frau anfängt, von ihrer großen Liebe zu erzählen: „Ich bin ganz schön dolle verknallt. Das folgende Lied habe ich damals für meinen Freund geschrieben, mit dem ich nun seit zwei Jahren zusammen bin. Es handelt von der Zeit des Verknalltseins am Anfang.“ Kurz darauf stimmt die Band „Du bist alles für mich“ an. Doch geht es The Mix nicht nur um zuckersüße Themen wie das Verknalltsein, auch Selbstbestimmung spielt immer wieder eine große Rolle in den Songs der Musiker. „Ich will anders sein“ zeugt von dem Willen, das Leben aktiv so zu gestalten, wie man es möchte – nicht wie man muss. Einen Großteil an guter Laune steuert auch „Queerbeet“ bei, der inklusive Chor der Sumpfblume. Die Gruppe leitet den Abend stimmungsvoll ein und zeigt, wofür sie jeden Donnerstag fleißig in den Räumen des Veranstaltungssaals probt.

In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Inklusion stellt die Sumpfblume an diesem Abend ein Konzert auf die Beine, das viele sich bereits länger herbeigesehnt haben. „Es ist voll schön, dass absolut alle Menschen gleichermaßen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können“ sagt Melissa Klemme. Die 22-Jährige macht in der Sumpfblume die Öffentlichkeitsarbeit und sieht eine strahlende Zukunft für inklusives Entertainment: „Wir wollen auf jeden Fall noch mehr Veranstaltungen dieser Art machen. Für Frühjahr 2018 planen wir ein inklusives Kabarett“. Das Konzert an diesem Abend ist für viele ein Meilenstein gesellschaftlichen Fortschritts. Denn was in dieser Welt ist schon normal?

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