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Mit 30 Millionen führt das Schulzentrum Nord die Liste der teuersten Investitionen in Hameln nicht mal an

Teurer geht immer

Hameln. 2012 sollte die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule in Hameln drei Millionen Euro kosten – mittlerweile sind es fast 30. Diese Woche soll sich entscheiden, ob die Stadt so viel Geld tatsächlich ausgeben will. Damit reiht sich das Schulzentrum Nord in eine lange Liste teurer (Bau-)Projekte. Ein Überblick.

veröffentlicht am 22.02.2016 um 19:54 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:36 Uhr

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Wiebke Kanz

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Wiebke  Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite
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73,5Millionen – diese stolze Summe stand auf der Rechnung, als im August 2010 das ehemalige Kreiskrankenhaus an der Weser offiziell eingeweiht wurde – dann allerdings als Sana-Klinikum Hameln-Pyrmont. Zehn Jahre lang war geplant und das Gebäude am Saint-Maur-Platz von 1891 ab September 2003 schließlich umgebaut und erweitert worden. Allein der Bau verschlang 71,8 Millionen Euro, eine Praxis für Strahlentherapie schlug mit weiteren 1,75 Millionen Euro zu Buche – das alte Kreiskrankenhaus an der Wilhelmstraße wurde dafür aufgegeben. 2009 verkaufte der Landkreis Hameln-Pyrmont die Mehrheit der Anteile des teuren und alles andere als gewinnbringenden Kreiskrankenhauses – seitdem ist der private Sana-Konzern der Eigner.

36,7Millionen Euro wurden zwar noch nicht ausgegeben – eingeplant aber sind sie (vorerst) für den Neubau der Elisabeth-Selbert-Schule. 32 Millionen Euro allein soll das Gebäude kosten, der Rest ist für den Grundstückskauf und Vorarbeiten vorgesehen. Ob der Neubau allerdings, wie bislang geplant, wirklich auf dem Gelände der Linsingen-Kaserne Platz findet oder in diesem Punkt noch einmal neu geplant werden muss, ist fraglich.

23,8Millionen Euro kostete der Neubau des Kreishauses an der Süntelstraße, das am 6. Mai 2006 offiziell eingeweiht wurde. Die Planungen hierfür hatten sich über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren hingezogen, Generationen von Politikern, Planern und Bürgern hatten über Standort und Konzept gestritten. Immerhin: Am Ende war der Glasbau sogar fast eine Million Euro günstiger als eingeplant.

19,5Millionen D-Mark verschlang der Bau der Rattenfänger-Halle einschließlich des Restaurants bereits vor fast 30 Jahren. Für 18,5 Millionen Mark wurde die Halle gebaut, für eine weitere Million Einrichtungsgegenstände und Sportgeräte angeschafft. Im Mai 1988 wurde eröffnet.

14,2Millionen Euro: Über die genaue Summe wird zwar bis heute gestritten, diese Zahl aber gibt das niedersächsische Wirtschaftsministerium heraus, wenn es um die Investition in das Projekt „Erlebniswelt Renaissance“ (EWR) geht. 9,8 Millionen Euro davon waren Fördergelder von der Europäischen Union, vom Bund und vom Land Niedersachsen, 6,5 Millionen davon wurden für den Umbau des Herzstückes der EWR, des Hamelner Hochzeitshauses, ausgegeben. Nachdem das Projekt nach nur zweijähriger Laufzeit spektakulär floppte, blieben die Gesellschafter – die Landkreise Hameln-Pyrmont, Schaumburg und Holzminden – auf den Kosten für die mehrfach geleisteten Zuschüsse aus allgemeinen Steuermitteln sitzen.

9,6Millionen Euro kostete die neue Münsterbrücke insgesamt. Erst wurde 2004 der vordere Teil der Brücke erneuert, ab November 2010 folgte der Westteil. Die reinen Baukosten schlagen mit 6 Millionen Euro zu Buche, der Rest ging für Radweg, Fußgängertunnel, eine Behelfsbrücke für die Zeit des Baus und die Beleuchtung drauf.

8,0Millionen Euro wurden für die Einrichtung der Kooperativen Regionalleitstelle Weserbergland an der Ruthenstraße ausgegeben, in der die Polizei- und Feuerwehr-Notrufe aus mittlerweile fünf Landkreisen einlaufen. Der Bau kostete 4,9 Millionen Euro, hinzu kamen Kosten für die Technik.

6,75Millionen Euro – für diese Summe wurde die Hamelner Fußgängerzone flottgemacht. Für die ersten drei Bauabschnitte (Pferdemarkt, Oster- und Bäckerstraße) hatte der Rat insgesamt 5,75 Millionen Euro bewilligt, eine weitere Million wurde für die Seitenstraßen, einen Teil des Münsterkirchhofs und den Bodenbelag im Tunnel am Grünen Reiter lockergemacht – ein Teil des Geldes kam von der EU und von Anwohnern. Dafür sieht Hamelns Fußgängerzone nun aus wie aus einem Guss.

5,2Millionen Euro – und eine Panne: Ursprünglich sollte die neue Sporthalle Nord 4,9 Millionen Euro kosten. Doch ein Mitarbeiter der Stadt hatte bei der Planung – ups! – die Kosten für den Abriss der alten Halle vergessen. Der Kostenrahmen wurde überschritten, im Oktober 2015 wurde Einweihung gefeiert.

1,0Millionen Mark: Mit den Kosten für die neue Münsterbrücke im Hinterkopf erscheint der Preis der Thiewallbrücke fast niedlich. 1964 gab der Bund grünes Licht, 1974 war Hamelns zweite Straßenbrücke über die Weser fertig.



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