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Test: Wie lange sind Speisequark und Wurst haltbar?

veröffentlicht am 31.10.2011 um 15:17 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:34 Uhr

Hameln/Oldenburg. Um die Sinnhaftigkeit des Mindesthaltbarkeitsdatums ist eine politische Debatte entbrannt – die Dewezet will es nun wissen: Was passiert mit Produkten, wenn das Datum verstrichen ist? Mikrobiologen und Redakteure starten einen Test. Von Birte Hansen

An der landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (Lufa) in Oldenburg hat der Diplom-Chemiker Dr. Reimer Jürgens die Frischkäsezubereitung und die Lyoner untersucht, bevor das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) erreicht ist. Das jetzt vorliegende Ergebnis schafft die Basis, von der aus sich Veränderungen an den Produkten einordnen lassen.
Getestet wird nach einem Fünf-Punkte-Schema, das bei der Deutschen Lebensmittelgesellschaft (DLG) maßgebender Bestandteil einer Qualitätsprüfung ist. Produkte erhalten in einer sensorischen Analyse dann die volle Punktzahl „5“, wenn keine Abweichungen von den Qualitätserwartungen festgestellt werden. Diese Erwartungen betreffen das Aussehen (visuell), die Konsistenz (haptisch), den Geruch (olfaktorisch) und den Geschmack (gustatorisch). Für jedes Produkt wird ein optimaler Qualitätsstandard definiert.
Fällt den Chemikern bei der sensorischen Prüfung eine Veränderung auf, könnten je nach Bereich folgende Begriffe für die Beschreibung verwendet werden: So kann ein Produkt laut Jürgens beispielsweise „alt, dumpf, muffig oder salzig“ schmecken. Es kann sich Molke absetzen, was Joghurt und Frischkäsezubereitung dann „molkenlässig“ macht.

Je nachdem, wie die Qualität eines Produktes beschaffen ist, erreicht es bei geringfügigen Abweichungen vier Punkte und die Note „Gut“, bei leichten Abweichungen drei Punkte (zufriedenstellend), bei deutlichen Abweichungen zwei Punkte (weniger zufriedenstellend), bei starken Abweichungen gibt es noch einen Punkt (nicht zufriedenstellend), und die letzte Kategorie erhält mit „nicht bewertbar“ ein Ungenügend und null Punkte.

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Volontärin Catherine Holdefehr nimmt die Speisequark unter die Lupe.

Seinem persönlichen Geschmack entsprach die Frischkäsezubereitung nicht unbedingt, erzählt der Experte. „Aus dem Alter bin ich raus“, sagt er über den zweifarbigen Kinderjoghurt, der zur einen Hälfte Pfirsich- und zur anderen Heidelbeergeschmack liefert. Das geteilte Aussehen hat auch Redakteur Tomas Krause und Volontärin Catherine Holdefehr amüsiert – Tomas schmeckt er, Catherine war enttäuscht. Sie hätte nach eigenem Bekunden lieber einen richtigen Joghurt und nicht eine Frischkäsezubereitung probiert. Beide halten ihren persönlichen Test der beiden Produkte im Internet-Blog "Haltbar bis?" unter dewezet.de fest. Auch Sie als Leser können sich dort beteiligen und von Ihren eigenen Erfahrungen mit dem „MHD“ berichten.
Nächste Woche geht der Test bei der Lufa weiter: Am 4. November „läuft die Wurst ab“, wie es landläufig heißt. Dienstag erfolgt die nächste Sensorik-Prüfung. Wir sind gespannt: Ist die Lyoner vier Tage nach Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums noch gut?



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