weather-image
12°

Hepp, hepp, Horrido!

Termin, Route, Hintergrund: Alles zur Grenzbeziehung

Wenn der Schlachtruf „Hepp, hepp, horrido“ ertönt und Kanonenschläge wummern, ist wieder Grenzbeziehung. Dieses Jahr findet das Event am Samstag, 29. September, statt. Los geht es schon früh morgens: Um 8 Uhr ist Abmarsch vor der Hochzeitshausterrasse. Vor der 313. Grenzbeziehung beantworten wir die wichtigsten Fragen – und liefern interessante Hintergrundinfos.

veröffentlicht am 21.09.2018 um 09:31 Uhr
aktualisiert am 21.09.2018 um 11:34 Uhr

Ohne die traditionellen Kanonenschläge geht es nicht: Grenzbezieher bei einer der vergangenen Touren. Foto: Archiv
Muschik, Moritz

Autor

Moritz Muschik Volontär zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Wie ist die Route?

In diesem Jahr geht es vom Pferdemarkt zum Hefehof, danach in Richtung Tündern zum Motorboot-Club. Daraufhin wandern die Grenzbezieher nach Afferde und schließlich nach Rohrsen. Dort ist die Mittagsrast geplant. Traditionell gibt es Erbsensuppe und Bockwurst. Danach geht es wieder zurück in die Stadt.

Wie viele Teilnehmer werden erwartet?

„Rund 200 bis 300 Teilnehmer“, schätzt Werner Sattler, Präsident des Vereins für Grenzbeziehung und Heimatpflege. Dazu begleiten die Musikzüge der Freiwilligen Feuerwehren aus Bisperode und Tündern die Grenzbezieher auf ihrem Weg.

Wie teuer ist die Teilnahme?

Mitwandern darf jeder, Teilnehmerkarten kosten 5 Euro – die Erbsensuppe ist inklusive. Am Samstagmorgen vor dem Abmarsch werden die Karten ab 7.30 Uhr vor der Hochzeitshausterrasse verkauft. An den einzelnen Stationen auf dem Weg ist für Verpflegung gesorgt.


Warum gibt es die Grenzbeziehung überhaupt?

Die Wanderung hat eine jahrelange Tradition. „Früher haben Hamelner ihre Grenzen kontrolliert, ob nicht die Nachbarn die Grenzsteine zu ihren Gunsten verrückt haben“, erklärt Vereinspräsident Sattler und fügt hinzu: „Früher hatten die Grenzkontrollen auch wirtschaftliche Gründe.“ Aus Tradition wird das Abgehen der Grenzen seit vielen Jahren fortgeführt.


Was hat es mit den Kanonenschlägen auf sich?

Tradition haben bei der Wanderung auch Kanonenschüsse an bestimmten Grenzpunkten. Hintergrund ist, dass früher um die Grenzgebiete gekämpft wurde. Natürlich werden bei heutigen Wanderungen keine echten Kanonenkugeln abgefeuert. „Früher war es Schwarzpulver, heute sind es meist Silvesterböller“, sagt Vereinspräsident Sattler. Die Vorschriften, was den Gehörschutz angeht, seien über die Jahre hinweg immer strenger geworden und müssen eingehalten werden. Übrigens: Nach dem traditionellen „Kanonendonner“ und einem „kleinen verbalen Scharmützel“ vertragen sich beide Seiten schnell wieder – und laden sich gegenseitig zu einem Umtrunk ein.


Warum wandern Frauen erst seit 25 Jahren mit?

Als sich Hamelner Frauen vor 25 Jahren das Recht erkämpften, an der Grenzbeziehung teilzunehmen, war das ein echter Tabubruch. Bis zur 288. Wanderung im Jahr 1993 war es für viele Traditionalisten schließlich vollkommen undenkbar, dass auch Frauen mitwandern. Dann aber schlossen sich einige Hamelnerinnen zusammen. Nach dem offiziellen Abmarsch der Grenzbezieher trafen sie sich auf der Hochzeitshausterrasse, machten per Megafon auf sich und ihr Anliegen aufmerksam. Die Überraschung beim Zusammentreffen war groß. Doch die Damen blieben souverän und bestanden auf ihre Teilnahme, da auch sie das Recht dazu hätten. Vor ein paar Monaten wurde das Jubiläum gefeiert.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt