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Frischer Wind in früherer Kartonagefabrik

Teilabriss für neue Firmen

Hameln. In die ehemalige Kartonagenfabrik Full zieht wieder Leben ein: Drei Hamelner Firmen teilen sich das 2000 Quadratmeter große Grundstück am Feuergraben künftig: Pica-Design, Manu Schmuckwerkstatt und eine Physiotherapiepraxis. Wie zuvor Full stellt Pica-Design Verpackungen her – welch schöner Zufall.

veröffentlicht am 06.04.2016 um 17:42 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

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Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Hameln. „So ist es die beste Lösung, auch gefühlsmäßig“, sagt Heinrich Full. Jeden Morgen steht er derzeit vor der Firma seiner Väter und schaut, wie der Bagger ein Loch zwischen zwei Gebäudeteile des ehemaligen Verpackungsunternehmens frisst. Ende 2014 stoppte Full die Maschinen für immer. Nun kommt wieder Leben in das alte Industriegebäude mitten in der Stadt. Drei Hamelner Firmen teilen sich künftig das 2000 Quadratmeter große Grundstück am Feuergraben. Die Firma Pica-Design, die Manu Schmuckwerkstatt und eine Physiotherapiepraxis. Dort, wo abgerissen wird, entstehen Zufahrten und Parkplätze. Die niedrigen Gebäude im hinteren Bereich müssen ebenfalls weichen.

Wie zuvor Full stellt Firma Pica-Design Verpackungen her – welch schöner Zufall. Es sind Behältnisse für Schmuck, die Inhaberin Susanne Weege vertreibt, und für die braucht sie mehr Platz. Die Firma mit derzeit acht Angestellten, die ihren Sitz noch in der Sandstraße 21 - dem ehemaligen Kreiswehrersatzamt – hat, ist in den letzten Jahren immer schneller gewachsen. Weeges Verpackungen sind gefragt: Mit unkonventionellem Design hat sie eine Nische gefunden. Hauptprodukt ist eine Schmuckschachtel, für die extra eine Fräse angeschafft wurde. „Mit einer Holzlackschachtel hat vor 20 Jahren auch alles angefangen“, sagt die Designerin. Inzwischen bietet sie über 150 Produkte an.

Weil die Lagerung in der Sandstraße zunehmend schwierig wurde, mietete Weege bereits vor acht Jahren einige Räume bei Full an. Nun soll nicht nur gelagert, sondern auch in Hameln produziert werden – anstatt in China. Der Grund: „Wir hatten mit Qualitätsschwierigkeiten zu kämpfen“. In Deutschland will man nun ökonomischer und ökologisch nachhaltiger produzieren.

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  • Dort, wo abgerissen wird, sollen Zufahrten und Parkplätze entstehen. Rechts: Zukünftiger Raum von Pica-Design. Unten: Unternehmerin Susanne Weege mit Mitarbeiterin Marion Komarek. Schäle/fn

Und neben der modernen CNC-Fräse wird im Erdgeschoss die alte Full-Stanzmaschine stehen. Susanne Weege hat viel vom alten Inventar behalten, will es aufarbeiten lassen und in den neuen Firmenräumen wieder aufstellen. Oben soll es modern werden, unten finden die alten Industriemöbel ihren Platz. Einige Gerätschaften kann sie tatsächlich gut gebrauchen, so wie die alten Rollwagen und die Metallschränke. Der alte „Klischeeschrank“, in den früher die Druckplatten kamen, wird auch wieder aufgestellt – „weil er toll aussieht“. Auch der Lastenaufzug und die Ebenerdigkeit im Gebäude kommen ihren Plänen entgegen: „Für uns ist das Gebäude ein Glücksfall“.

Glück war es auch, dass sich Partner fanden – für Pica-Design allein wäre das Areal zu groß gewesen, sagt die 47-Jährige. Über der Firma Pica, die zwei Etagen belegt, zieht die Manu Schmuckwerkstatt von Johannes ein. Nebenan, im alten Gebäudeteil von 1929, wird eine Physiotherapiepraxis eröffnen.

Für Heinrich Full hatte es sich nicht mehr gelohnt, in das Unternehmen zu investieren. Deshalb wollte er Grundstück und Gebäude nach dem Produktionsstopp am liebsten als Ganzes verkaufen. Das, was nun entsteht, findet er allerdings „besser, als 18 Wohneinheiten“, über die auch nachgedacht worden war.

Über den Preis wird Stillschweigen bewahrt. Nur soviel: Ein Abriss hätte alles viel teurer gemacht. Ein Grund, weshalb der Unternehmer zunächst alles beim Alten beließ. Heinrich Full hat übrigens immer noch ein Büro – im Haus von Familie Weege.

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