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Veranstalter freut „schwarze Null“

Tausende feiern Pflasterfest bis tief in die Nacht

HAMELN. Drei Tage Party liegen hinter Hameln. Zur vierten Auflage des Pflasterfestes gab es reichlich Musik auf die Ohren. Von zart bis hart könnte das Motto lauten. Tausende Besucher kamen in die Stadt. Die Betreiber der Altstadt-Party freut besonders, dass in diesem Jahr die Kosten wieder hereingeholt werden konnten.

veröffentlicht am 22.08.2016 um 08:18 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:25 Uhr

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Als die Sonne hinterm Klüt versinkt, kommt in der Innenstadt das Pflasterfest-Spektakel so richtig auf Touren. Die Nachmittagsgäste auf den Stühlen vor den Cafés werden allmählich ergänzt durch Tausende von Abend- und Nachtschwärmern, die die Bäckerstraße entlang von Bühne zu Bühne pilgern, immer Richtung Hochzeitshausterrasse und Pferdemarkt. „Sechs Bühnen, 83 Bands“, so Stadtmanager Dennis Andres, der das gigantische Orga-Puzzle allein mit einem Dreier-Team gelöst hat. Dazu noch 80 Stände inklusive 15 Bierbuden. Obgleich die Häuser der Innenstadt unter der Musikgewalt erzittern, ist es Andres gelungen, die Abstände der Bühnen so zu gestalten, dass die Klangüberschneidungen minimal bleiben.

Von vormittags um 11 bis nachts um 1 Uhr geben die Bands ihr Bestes. Die Besucher erleben ein enormes Spektrum an Musikstilen: von den zarten Klängen der Singer-Songwriter wie dem niederländischen Quintett Vanderlinde bis zum lautstark umjubelten „New-Wave-British-Heavy-MetalSound“ – also ziemlich harten Klängen – der starken, glatzköpfigen Hamelner mit dem gefährlich klingenden Namen Jawbreaker.

Zwischendrin ein paar klassische Zuckerwatte-Lebkuchenherzen-Jahrmarktstände und als eine der Kinderattraktionen die riesigen begehbaren Wasserbälle. „Kulinarisch setzen wir ganz auf Deftiges“, so Andres. „Bratwurst und Bier, klar, aber auch Highlights sind dabei wie ,pulled pork‘ oder Fischköstlichkeiten.“

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Pflasterfest Foto: Wal

Man wolle einen eigenen, typischen Pflasterfest-Stil entwickeln. Das laufe gut, müsse aber langsam wachsen, so der Stadtmanager. Die vierte Auflage sei endlich auch finanziell zufriedenstellend. „Die schwarze Null steht.“

Während die Joe Cocker Tribute Band erschöpft ins weiße Backstage-Zelt hinter der Hochzeitshausterrasse wankt, laufen dort die Vorbereitungen der Südafrikaner von Prime Circle auf Hochtouren. Routiniert geht Leadsänger Ross Learmonth noch einmal den Ablauf durch, während die deutschstämmigen Neil Breytenbach und Dirk Bisschof noch schnell eine rauchen.

„Seit 16 Jahren gibt’s uns, und wir machen ,World Tours‘“, erklärt Ross in breitem Englisch. Hameln, so der Johannesburger, das sei einfach „amazing“ (toll/erstaunlich). Viel Wasser in der Stadt, so wie in Venedig. Na, und dann der Rattenfänger. Das sei also jetzt der Ort, wo Märchen wahr würden.

90 Minuten anstrengende Show liegen vor der Band. Insgesamt 20 Songs werden abgespult. Deren Botschaft bringt der Sänger auf einen gemeinsamen Nenner. „Sei einfach du selbst, verjage die Dämonen aus deinem Kopf“. „Ghosts“, so heißt dann auch das neueste Stück der Band.

Helfer wuchten noch riesige Kisten voller E-Gitarren auf die Bühne. Auch für die Band ist der Auftritt neben der musikalischen vor allem eine komplexe logistische Leistung. Ein kurzer, effektvoller Soundcheck, jeder Helfer weiß, was er zu tun hat, alles klappt perfekt und die Show beginnt. Schon nach wenigen Takten tobt das Hamelner Publikum vor der Hochzeitshausterrasse.

Auch eine Großfamilie aus Hämelschenburg ist rundum begeistert. „Schwester, Mann, Schwiegersohn, Nichte, alles dabei“, freut sich das weibliche Familienoberhaupt.

Mittlerweile ist die Innenstadt proppevoll, nur schrittweise kann sich die Masse fortbewegen. Wer es dennoch bis zur Bühne vor der Dewezet geschafft hat, vorbei an den bösen Männern der Jawbreaker, die noch immer lautstark ihre Fans begeistern, der kann bei Elephant Walk aus Hannover als Kontrastprogramm Soul und Funk vom Feinsten erleben. Wie etwa Heike Kuwert, die sich an ihren Partner Rüdiger Meyer, einen ehemaligen Rattenfänger, kuschelt.

Unaufhörlich drängen Menschenmassen herbei, vorbei an den drei Damen mit ihre Fellmützen, die an ihrer Glasbaustein-Bar eiskalte Drinks servieren. Immer der dröhnenden Musik entgegen. Wie hatte Andres gesagt, das Pflasterfest sei auf dem Weg zum Kult. An diesem Abend scheint es, als habe die Dreitage-Veranstaltung diesen Status mit ihrer vierten Auflage schon längst erreicht.

Pflasterfest am Samstag 2

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Quelle: Wal

Pflasterfest Samstag 1

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Quelle: eaw

Pflasterfest 2016 2

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Quelle: Wal

Pflasterfest 2016

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Quelle: Wal


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