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Gäste von der Atmosphäre begeistert

Sumpfe feiert ihren ersten Ball

Hameln. 1979, ein bewegendes Jahr: Der erste Walkman kommt auf den Markt, der FC Bayern München wird zum sechsten Mal Deutscher Meister und die Kulturlandschaft in Hameln wird durch die Sumpfblume bereichert. 30 Jahre ist das her, Grund genug für die „Sumpfe“ mal so richtig und vor allem auch etwas anders zu feiern, nämlich mit dem ersten Ball des Kulturzentrums.

veröffentlicht am 06.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 07:21 Uhr

Die Ballbesucher waren von der Stimmung begeister und tanzten au

Autor:

Janine Herrmann
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„Viele Skeptiker haben uns nicht zugetraut einen Ball zu veranstalten, aber wir haben’s trotzdem durchgezogen“, sagt Marion Komarek von der Sumpfblume. Die Betreiber wollten diesmal etwas ganz Neues ausprobieren und die Sumpfe in einem festlichen Licht erscheinen lassen. Am Freitag spielte der New Yorker Rocker Keith Caputo noch in gewohnter Atmosphäre. Am Samstag war nichts mehr zu sehen von den schwarzen Sitzbänken und rustikalen Stehtischen im Saal. Dafür wirkt er nun elegant – die Tische sind mit weißem Stoff bezogen, auf ihnen stehen Teelichter. „Es sind noch die selben Stehtische, aber mit ein paar Handgriffen und guter Planung, haben wir das echt toll hinbekommen“, freut sich Geschäftsführer Dirk Wuschko. An den Wänden hängen silberfarbene Stoffbahnen und glitzernde Girlanden, an der Decke reihen sich weiße Ballonlampen – ein Hauch von Romantik erfüllt den Raum. Da wo sonst die Garderobe ist, befindet sich nun ein komplett in rotgehaltener Discoraum. Das Café, ebenfalls in weiß gestaltet, wirkt gemütlich, gibt Gelegenheit für ein ruhiges Gespräch.

Große Roben sucht man allerdings vergebens. Die Herren sind dezent in schwarzen Anzügen, teils ohne Krawatte, gekleidet. „Die hab ich dann doch zu Hause gelassen“, meint Ulrich Kirschner aus Hessisch Oldendorf „und ich fühl mich so pudelwohl“. Bei den Damen überwiegt der Hosenanzug, statt dem „kleine Schwarzen“. Das nicht alle Gäste in festlicher Kleidung erscheinen, entspricht dem Konzept: „Jeder sollte so kommen, wie er sich am wohlsten fühlt. Der Friseur- oder der Kosmetikbesuch sind also keine Pflicht“, erklärt Marion Komarek.

Und auch bei der Zielgruppe haben die Betreiber klare Vorstellungen. „Mit dem Ball wollen wir vor allem Gäste über 30 Jahren ansprechen“, meint die Mitarbeiterin. Das Durchschnittsalter der Ballbesucher schätzt sie auf 50 Jahre. „Schade ist allerdings, dass wir nicht so viele Menschen erreicht haben“, bedauert sie. Nur circa 100 Karten gingen im Vorverkauf über den Tresen. 150 Gäste waren es am Ende des Abends, die in der Sumpfblume feierten, überschlägt Dirk Wuschko.

Die „Men in Black“ heizen den Ball-Gästen ein.
  • Die „Men in Black“ heizen den Ball-Gästen ein.

Die, die da waren, amüsierten sich allerdings ausgelassen. Kirstin Notbohm kann sich sogar vorstellen, „dass es jedes Jahr so einen Ball gibt und dies nur der Auftakt ist“. Zu der guten Stimmung des abends trug dann auch die Liveband „Men in Black“, mit ihren Evergreens und ihren Neuheiten bei.

Auch „Sumpfe-Urgestein“, Wolfgang Meier, ist mit dem Abend zufrieden, ebenso wie mit der Entwicklung des Kulturzentrums. „Am früheren Standort war alles provisorisch. Wir hätten uns niemals vorstellen können, dass sich die Sumpfblume so etabliert.“ Mit einem Schmunzeln gesteht er: „ein bisschen Selbstironie gehört schon dazu, hier einen Ball zu veranstalten.“

Sumpfe-Chef Wuschko setzt zukünftig auf solch neue Konzepte. „Die Sumpfe soll ein Ort sein, an dem jeder, ob Schlipsträger oder Punk, gern gesehen ist. Wir werden nicht überleben, wenn wir nur auf die Jugend setzen. Schaut man sich den demografischen Wandel an, dann müssen wir mehr für die „ältere“ Generation machen“, sagt er. Ein ganz persönlicher Geburtstagswunsch von Wuschko ist es, nicht nur kommerzielle Sachen anbieten zu können. „Ohne finanzielle Unabhängigkeit wird dies aber nicht so leicht gehen“, meint er.

Aber Ideen hat er schon. Irgendwann, stellt Wuschko in Aussicht, wolle er mal etwas auf der Weser veranstalten. Der Tag der Niedersachsen habe schließlich gezeigt, dass so etwas gut funktioniere.



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