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„Kindernest“ als Übergangslösung?

Sünteltal besteht auf Krippen-Bau

SÜNTELTAL. Noch Anfang des Jahres war die Not groß im Sünteltal: Für Kinder unter drei Jahren gab es weniger Plätze im Holtensener Kindergarten, als Eltern aus den Sünteldörfern Bedarf angemeldet hatten. 15 zusätzliche Plätze für Unter-Dreijährige sollten deshalb kurzfristig entstehen. Trotz bisheriger Hindernisse halten die Sünteltatler Lokalpolitiker an der Forderung nach einem eigenen Bau für Unter-Dreijährige fest.

veröffentlicht am 14.11.2017 um 16:34 Uhr
aktualisiert am 14.11.2017 um 18:10 Uhr

Anbau oder Neubau am Kindergarten in Holtensen: Ganz egal, sagt der Ortsrat. Die Politiker fordern die Stadt auf, weitere Plätze für Unter-Dreijährige im Sünteltal zu schaffen. Foto: dana
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Weil nicht sofort – wie von Eltern und Ortsrat gefordert – eine Krippe an den bestehenden Kindergarten in Holtensen angebaut werden konnte, machte sich die Stadt daran, Großtagespflegestellen, sogenannte „Kindernester“, einzurichten, um zügig auf die Nachfrage reagieren zu können. Aber auch aus den Kindernestern wurde nichts in Holtensen, es hatten sich zu wenige Eltern gemeldet. Dennoch: An der Forderung nach einem eigenen Bau für Unter-Dreijährige halten die Sünteltaler Lokalpolitiker aber fest.

Der Ortsrat bekräftigte jüngst seine Forderung: Die Stadtverwaltung möge so schnell wie möglich auf dem Gelände des Kindergartens ausreichend Platz für die Betreuung der Unter-Dreijährigen schaffen – mit einem An- oder Neubau. „Die Zahlen sprechen dafür“, begründete die Ortsbürgermeisterin Bettina Schultze (SPD). Sie legte dem Ortsrat Geburtenzahlen vor, die das Einwohnermeldeamt der Stadtverwaltung ermittelt hatte. Demnach rechtfertigten diese nicht nur die kurzfristige Einrichtung von Kindernestern, sondern auch den Neubau von Räumlichkeiten für 15 Kleinkinder. „Es gibt ja deutlich geäußerte Bedarfe der Eltern“, so Schultze.

Dass es in diesem Jahr nicht mit der Einrichtung von Großtagespflegestellen geklappt hat, könnte an den eher kurzfristig getroffenen Entscheidungen gelegen haben. „Das war für Eltern schwierig“, sagte ein in der Ortsratssitzung anwesendes Elternteil. Eltern hätten zunächst nicht gewusst, woran sie sind mit den Diskussionen um fehlende Plätze und schnell geschaffener Kindernester, hieß es. Auch für Bettina Schultze ein Grund, warum sich etliche Eltern aus dem Sünteltal ihre Kinder offenbar bei anderen Einrichtungen anmeldeten. „Die Bedarfe sind ja da, sie haben sich nur verschoben“, so die Ortsbürgermeisterin. Anhand der heute ein- bis dreijährigen Kinder im Sünteltal seien die Plätze für eine Krippe schon belegt, begründete Schultze anhand der Zahlen und Prognosen der tatsächlichen Inanspruchnahmequote.

Grund genug für den Ortsrat, von der Verwaltung noch einmal zu fordern: Holtensen braucht einen An- oder Neubau einer Krippe auf dem Kindergartengelände.

Dass dies wohl nicht kurzfristig klappen wird, lässt ein Blick auf die Stadtfinanzen durchaus zu. Zunächst will die Verwaltung eine Kindertagesstätte in der Hamelner Nordstadt bauen, wie sich die Politik dazu stellt, ist allerdings noch offen.

Die Einrichtung einer Großtagespflegestelle, die laut Schultze nur „eine vorübergehende Lösung“ sein kann, wollen die Sünteldörfer erneut angehen. Zuletzt hatten nur zwei Eltern ihr Interesse bekundet. Für ein Kindernest, das ab Februar in der Grundschule an den Start gehen könnte, liegen laut Schultze inzwischen „vier oder fünf“ Interessenbekundungen vor.

Eine weitere öffentliche Elterninformation dazu soll es am Mittwoch, 22. November, im Mehrzweckraum der Sporthalle in Holtensen geben. Mit der Hameln-Pyrmonter Beschäftigungsgesellschaft „Impuls“habe sich auch ein Träger gefunden.

„Wir können immer noch eine Großtagespflege einrichten“, ist Ortsbürgermeisterin Schultze überzeugt.

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