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Hospiz-Verein lässt Trauernde nicht allein / Arbeit wird heute im Rathaus vorgestellt

Stütze und Hilfe in schwerer Zeit

Hameln. Das Thema Tod ist noch immer ein Tabu in unserer Gesellschaft, denn oft ist es verbunden mit Krankheit und körperlichen Beschwerden, Ängsten und Trauer. Davon wollen wir lieber nichts hören, sehen oder gar lesen – das Thema wird oft schlichtweg verdrängt. Die Folgen: oftmals einsam sterbende Menschen. Aber auch als Angehöriger in der Trauer alleingelassen zu sein, ist nicht weniger einschneidend. Die Begriffe Tod und Lebensqualität passen also durchaus zusammen.

veröffentlicht am 11.09.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 04:41 Uhr

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Autor:

Birgit Sterner
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Für den Hospiz-Verein Hameln ist beides eng verknüpft und quasi Inhalt der Vereinstätigkeit. Es bedeutet, Menschen in ihrer letzten Lebensphase nicht alleinzulassen – Sterbegleitung anzubieten, dem Sterbenden ein Leben in Würde bis zuletzt zu ermöglichen. Das bedeutet, persönliche Wünsche, soziale oder seelische Bedürfnisse ernst zu nehmen und wenn möglich zu erfüllen. Oder aber auch die Möglichkeit zu unterstützen, dass Menschen ihre letzten Lebenstage in vertrauter häuslicher Umgebung verbringen. Sie sind auch Stütze und Hilfe für die Angehörigen in dieser schweren Zeit. Es kann aber auch bedeuten, Trauerarbeit zu leisten und Hinterbliebene zu unterstützen, damit diese in ihrem „neuen“ Lebensabschnitt zurechtkommen.

Den Hospiz-Verein Hameln gibt es seit 1996. Seine Dienste geschehen ehrenamtlich. Vorläufer war der 1994 gegründete Hospiz-Verein; dessen Initiatoren waren Jutta Nikolaus, Christel Wiggert und Pastor Wilhelm Meinberg. Zurzeit engagieren sich dort 170 Mitglieder. „Unser Verein bietet Raum, in dem offene Gespräche über Sterben und Tod, Angst und Verzweiflung unkompliziert möglich sind“, sagt die erste Vorsitzende Marita Kalmbach-Ließ. Sie ist eine äußerst fröhliche und sympathische Frau, der man ihr schweres Amt nicht ansieht. Auch die anderen Vereinsmitglieder kommen weder bedrückt noch schwarz gekleidet daher. Sie vermitteln Zuversicht und positives Denken. „Hospiz ist auch Haltung“, sagen die Vorstandsmitglieder.

In ihre Reihen gerät man nicht einfach, man ist aus tiefster Überzeugung dabei, viele schon seit Jahren. Nachwuchssorgen hat der Verein nicht. Neue Mitglieder steigen in der Regel mit dem Besuch des Seminares Sterbebegleitung ein. Als regelmäßige Termine bietet der Verein unter anderem monatliche Trauerfrühstücke und einen offenen Gesprächskreis an. Neu ist die Kinder-Trauergruppe „Die Schatzkiste“. Sie bietet Kindern im Grundschulalter kostenlos die Möglichkeit, ihrer Trauer Raum zu geben.

Seit Juli ist der Verein in seinen neuen Räumen in der Zentralstraße 10 anzutreffen. Die Bürozeiten wurden auf drei Vormittage erweitert. Zur Eröffnung der neuen Räume war auch Gabriele Lösekrug-Möller gekommen. Als begeistert Handarbeiterin hat die Politikerin den Vereinsmitgliedern einen neuen selbst genähten Quilt als Wandgestaltung versprochen.

Heute um 16 Uhr wird die Arbeit des Hospiz-Vereins im Ausschuss für Familie und Kultur im Rathaus vorgestellt.



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