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Stadt präsentiert Ergebnisse der Hochschule Weserbergland

Studie: Was die Wirtschaft in Hameln will

HAMELN. Was die Wirtschaft will? Hier die Antworten, stark komprimiert: Schnellere Internetanbindung, weitere Gewerbeflächen, irgendwie besser an Fachkräfte kommen und eine höhere Lebensqualität in Hameln. So liest sich die Kurzfassung der Ergebnisse einer Studie, die Hameln im Herbst 2017 bei der Hochschule Weserbergland in Auftrag gegeben hatte.

veröffentlicht am 10.01.2019 um 15:48 Uhr

Was kann Hameln tun, um bei Unternehmen als attraktiver Wirtschaftsstandort zu gelten? Auf diese Frage haben viele Betriebe Antworten geliefert. FOTO: DANA
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Zehn Studierende haben sich mit der Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Hameln befasst. Ergebnisse und von der Stadt abgeleitete Handlungsempfehlungen liegen jetzt vor.

162 Betriebe verschiedener Branchen (davon fast die Hälfte aus der Kernstadt) nahmen an einer Online-Umfrage teil – 25 Prozent der angeschriebenen. Der Rücklauf „war gut“, sagt Professor André von Zobeltitz, der das Projektstudium seitens der Hochschule geleitet hat. Darüber hinaus wurden 18 Interviews geführt mit Experten aus Unternehmen. Überraschungen im Sinne von unerwarteten Handlungsfeldern oder gar ein blaues Wunder wegen großer Versäumnisse erlebten die Verantwortlichen im Rathaus nicht. Thomas Wahmes vom Referat Wirtschaftsförderung formuliert es so: „Die Ergebnisse bestärken uns und geben uns Rückenwind für das, was wir bereits auf den Weg gebracht haben.“ Eines der wichtigsten Handlungsfelder ist das Thema „Breitbandanbindung“. In Hamelns Gewerbegebiete finden sich diesbezüglich einige „weiße Flecken“, so Wahmes. Auch zu anderen Bereichen haben Unternehmen Stellung genommen – hier ein Ausschnitt der Ergebnisse:

Infrastruktur/Verkehr: Sie wird mit „mittelmäßig“ bis „gut“ bewertet, wobei die Anbindung für Pkw als besser erachtet wird als für Lkw. Die geplante Südumgehung wertet ein Großteil der Unternehmen als „wenig relevant“ oder „nicht relevant“. Zu berücksichtigen ist dabei, dass fast die Hälfte der Betriebe aus der Kernstadt stammt.

Breitbandanbindung: Während in der Onlinebefragung die aktuelle Leistungsfähigkeit als „durchschnittlich“ bis „gut“ bewertet wurde, habe sich in den Interviews gezeigt, dass viele den weiteren Ausbau empfehlen, um handlungs- und wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Stadt erlegt sich selbst die Aufgabe auf, nicht nur die weißen Flecken auszubauen, sondern die gesamte Breitbandinfrastruktur zukunftsfähig zu machen. Aber: Die Möglichkeiten der Kommune sind begrenzt, entscheidend ist die Bereitschaft der Anbieter, zu investieren. „Wir sind in Gesprächen“, sagt Wahmes.

Eine zweite Studie zum Thema „Fachkräfte anwerben“ ist beauftragt

Ausbildungsmessen werden gut angenommen. Foto: pr
  • Ausbildungsmessen werden gut angenommen. Foto: pr


Gewerbeflächen: Die Frage, ob ein Unternehmer in Hameln expandieren würde, wenn sein Betrieb wächst, beantworten fast 76 Prozent mit Ja. Demgegenüber stehen aber auch fast 24 Prozent, die es nicht tun würden und 40 Prozent, die sagen, dass sie den Standort Hameln bei einer Neugründung nicht wieder wählen würden. Hier gelte es, in Gesprächen mit Unternehmen herauszufinden, woran es liegt, erklärt Svenja-Annkristin Kreft von der Wirtschaftsförderung, die zusammen mit Sascha Köberle die Ergebnisse aufbereitet hat. Fast 30 Prozent geben an, „konkrete Pläne zu haben, den eigenen Betrieb auf städtischen Flächen zu entwickeln“ – vor diesem Hintergrund sei die „Schaffung von neuen Gewerbegebieten und der Ankauf von Vorratsflächen unerlässlich“.


Bildung/Ausbildung: Fast ein Drittel der Betriebe hat Schwierigkeiten, Ausbildungsstellen zu besetzen, und über 42 Prozent haben Probleme, Fachkräfte zu bekommen. Wenn es doch eine kleine Überraschung für die Auftraggeber gab, dann die, dass sich die Unternehmen einen stärkeren Kontakt in die Schulen wünschen. Hier will die Stadt ansetzen: Zum einen soll eben dieser gefördert werden, zum anderen wurde, weil die Zusammenarbeit mit der HSW so gut geklappt habe, gleich die nächste (ebenfalls unentgeltliche) Studie in Auftrag gegeben, Inhalt: Wie kann Hameln die Unternehmen unterstützen, Fachkräfte anzuwerben. Gelobt wurden in diesem Zusammenhang Ausbildungsmessen. Auch an Weiterbildungsmöglichkeiten bestehe ein erhöhtes Interesse.


Lebensqualität: Um attraktiv zu sein, muss auch die Lebensqualität stimmen – da hat Hameln laut Befragung Nachholbedarf. So stimmen 42 Prozent der Aussage „Die Freizeitangebote für junge Leute in Hameln sind attraktiv“ eher nicht zu. „Die Kernaussagen sind bekannt“, sagt Wahmes und weist auf die Aktivitäten der Stadt hin, das Weserufer attraktiver zu gestalten.


Kommunikation: Hier gibt es Handlungsbedarf, denn, so die Aussage der Studierenden, klagten viele Unternehmen darüber, von diversen Angeboten keine Kenntnis zu haben, wodurch ein Vorurteil über das Freizeitprogramm in Hameln entstanden sei. Auch der Austausch zwischen Stadt und Unternehmen könnte noch verbessert werden – „Kommunikation verstetigen“ ist die Aufgabe, die sich die Wirtschaftsförderung selbst mitgibt, zum Beispiel in Form von Newslettern mit Inhalten wie Förderung, Veranstaltungen mit wirtschaftsbezogenem Inhalt, Gewerbeflächen. Weitere Veranstaltungen wie Matinee und Fachveranstaltungen sollen geplant werden.


Alles in allem: Auf die Frage „Wie zufrieden sind Sie mit dem Wirtschaftsstandort Hameln“ antworteten die Unternehmen wie folgt: 0,97 Prozent sind „sehr zufrieden“, 25,24 Prozent „zufrieden“, 61,17 Prozent „durchschnittlich“ zufrieden, 9,71 Prozent „unzufrieden“ und 2,91 Prozent „sehr unzufrieden“.

Mein Standpunkt
Birte Hansen
Von Birte Hansen-Höche

Überraschend war davon ehrlicherweise nichts, interessant sind die Details trotzdem. Die Studie bietet etliche Ansätze und Ideen für die Wirtschaftsförderer, um mit den Unternehmen im Gespräch zu bleiben und gezielt nachzufragen. Schön: der hohe Rücklauf. Wer sich fast zehn Minuten Zeit nimmt, online wirklich alle gestellten Fragen zu beantworten, möchte konstruktiv mitwirken. Das ist weit besser, als im Hintergrund zu nörgeln.



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