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Entscheidung über Netz in Ortsteilen

Strom-Poker: Stadtwerke sollen Zuschlag erhalten

Hameln (wer). Der Konkurrenzkampf um die Stromnetze – in Hameln steht er vor der Entscheidung. In der Beschlussvorlage für die Politik, die der Dewezet vorliegt, spricht sich die Stadtverwaltung dafür aus, den Betrieb des Ortsteile-Netzes an die eigenen Stadtwerke zu vergeben. Am Montag berät darüber der Finanz- und Wirtschaftsausschuss: Folgt die Politik der Verwaltungsvorlage, hat der bisherige Netzbetreiber e.on Westfalen Weser die erste Schlacht um die Strom-Konzessionen im ehemaligen Wesertal-Gebiet verloren.

veröffentlicht am 30.04.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 18:21 Uhr

In Hameln droht e.on Westfalen Weser im Kampf um die Strom-Konzessionen eine Niederlage.
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Zur Entscheidung steht nichts Geringeres als der Betrieb des Stromnetzes in den Hamelner Ortsteilen für die nächsten 20 Jahre. Beide Kontrahenten, die Stadtwerke Hameln (bisher Netzbetreiber nur in der Kernstadt) und der Regionalversorger aus Paderborn (bisher Konzessionär für die Ortsteile), haben Angebote für die Konzessionsübernahme abgegeben. Mit deren Bewertung hat die Stadt eine auf Energierecht spezialisierte Anwalts- und Wirtschaftsprüferkanzlei beauftragt.

Demnach erreichen die Stadtwerke Hameln die volle Punktzahl, während e.on Westfalen Weser die aufgestellten Kriterien nur zum Teil erfüllt. So definiere zum Beispiel der Regionalversorger Leitungen und Anlagen, die der Versorgung über die Grenzen des Konzessionsgebietes hinaus dienten, nicht als Teil des örtlichen Stromnetzes, was den Übertragungsumfang nach Vertragsende einschränke, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Außerdem würden für die Stadt nachteilige Regelungen zum Übernahmeentgelt sowie zu Auskunfts- und Informationsrechten negativ für e.on Westfalen Weser zu Buche schlagen.

Zudem würden die Sonderkündigungsrechte der Stadt im Angebot des Regionalversorgers beschnitten: „Diese Einschränkung ist für die Stadt Hameln nicht hinnehmbar“, geht die Verwaltung deutlich auf Distanz. Großzügige Sonderkündigungsrechte sollen die Stadt zum Beispiel vor Strategiewechseln des Vertragspartners etwa im Zuge neuer Gesellschafterstrukturen schützen.

Die volle Punktzahl haben beide Bewerber in der Disziplin „sichere und zuverlässige Leistungserbringung“ erreicht: Sowohl den Stadtwerken wie der e.on-Tochter wird ein sicherer Netzbetrieb zugetraut. Allerdings wird dieses Kriterium nur mit 20 Prozent gewichtet – Kommunalfreundlichkeit und kommunale Einflussmöglichkeiten dagegen mit zusammen 80 Prozent.

Erhalten die Stadtwerke Hameln den Zuschlag für das Ortsteile-Netz, würden sie ihr vorhandenes Netzgebiet grob geschätzt um etwa die Hälfte vergrößern. Bislang betreiben die Stadtwerke in der Kernstadt ein 421 Kilometer langes Leitungsnetz mit einer Stromabgabe von 202 Millionen Kilowattstunden.

Nach dem Finanz- und Wirtschaftsausschuss am Montag soll sich am 18. Mai der Verwaltungsausschuss mit dem Thema befassen. Den endgültigen Beschluss soll der Rat am 25. Mai fassen.



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