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Marionettentheater Weiss mit Stück über Diskriminierung

Straßenfest am Kuckuck: Sinti und Roma auf Augenhöhe

ROHRSEN. Beim Straßenfest am Kuckuck begegnen sich Menschen, die sich sonst eher selten über den Weg laufen. So trafen am Freitag etwa Oberbürgermeister Claudio Griese und andere Entscheidungsträger auf die Bewohner der als Problemviertel verschrienen Straße. Eine weitere Begegnung fand zwischen Sinti und Roma statt.

veröffentlicht am 20.08.2018 um 11:07 Uhr
aktualisiert am 21.08.2018 um 11:10 Uhr

Kennenlernen am Kuckuck: Der Hamelner Reilo Weiß (li.) und Jovica Arvanitelli vom Verband Deutscher Sinti & Roma in Baden-Württemberg (re.) bekommen von David Weiss (2. v. li.) und Samuel Weiss (2. v. re.) aus Neulußheim einen „Crash-Kurs“ im Marione
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite

Wie wichtig es ist, aufeinander zuzugehen und zusammenzuhalten, machten David Weiss und sein Sohn Samuel Weiss aus dem bei Speyer gelegenen Neulußheim mit einem Stück ihres bereits in fünfter Generation betriebenen Marionettentheaters deutlich.

Es handelt von zwei Sinti-Kindern – Vater und Sohn Weiss sind selbst Sinti –, die einem neuen Mitschüler, einem Rom aus Syrien, beistehen, als dieser von einem anderen Kind gemobbt wird. Plötzlich geraten sie selbst in die Schusslinie und werden von ihren Klassenkameraden als „Zigeuner“ beschimpft. Rat finden sie schließlich bei ihrem Großvater, einem Auschwitz-Überlebenden, der ihnen die Geschichte „von dem Wolf und der Krähe“ erzählt … Auf diese Weise, erklärt David Weiss, werden alte Sagen der Sinti mit aktuellen Themen verknüpft.

Das Stück, so Weiss, sei zudem ein Plädoyer für den Zusammenhalt von Sinti auf der einen und Roma auf der anderen Seite, um sich gemeinsam als Minderheit vor Ausgrenzung und Diskriminierung durch die Mehrheitsgesellschaft zu schützen. Und so kam es auch beim Straßenfest zu Begegnungen zwischen Sinti und Roma. Jovica Arvanitelli, seines Zeichens Rom und vom Verband Deutscher Sinti & Roma in Baden-Württemberg, hatte am Vortag noch einen Impulsvortrag zu der Wanderausstellung über Sinti und Roma im Kreishaus gehalten (wir berichteten). Am Kuckuck begegnete er nun dem Hamelner Sinto Reilo Weiß. Dabei schilderte Arvanitelli, wie die Absicht einiger Hamelner Sinti, einen Verein zu gründen, etwa durch die Bundesarbeitsgemeinschaft RomnoKher unterstützt werden könnte.



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