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Deutsch-russisches Projekt des Paritätischen Jugendwerks gestaltet gemeinsam eine Zeitschrift

Straßen ohne Löcher und falsche Vorurteile

Hameln (jemi). Beim Betreten des Raums beim Paritätischen Hameln-Pyrmont wird gleich das ungewöhnlich klingende Stimmengewirr deutlich: Die jungen Menschen, die sich darin befinden, sprechen in mindestens drei Sprachen miteinander. Und zwar in Deutsch, Russisch und Englisch. Knapp 30 Jugendliche arbeiten in diesen Tagen an der deutsch-russischen Zeitschrift „Prisma“.

veröffentlicht am 29.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 17:41 Uhr

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Sie ist ein Projekt des Paritätischen Jugendwerks und besteht seit 2008. Zum ersten Mal treffen sich die Jugendlichen nun in Hameln. Es sind vor allem die Freundschaften und das Lernen voneinander, das im Anschluss hängen bleibt, meint der 18-jährige Daniel. Er arbeitet bereits seit drei Jahren für das Projekt. Der Hamelner beherrscht sowohl die russische Sprache als auch die deutsche und ist immer wieder als Übersetzer innerhalb der Runde zuständig. Das Projekt helfe den Jugendlichen, Vorurteile abzubauen, sagt Daniel. Aber der 18-jährige Pavel und die 15-jährige Alina aus dem russischen Bryansk haben durch den Aufenthalt in Hameln auch noch eine weitere ganz wichtige Eigenschaft gelernt: auf fremde Menschen zuzugehen. Trotz der Sprachbarriere haben sie und ihre „Prisma“-Mitstreiter viele neue Freunde gefunden. Alina möchte Journalistin werden und sieht die Reise und die Mitarbeit an der Zeitschrift als Training für später. An den deutschen Jugendlichen sei ihr aufgefallen, dass sie so ernst seien. „Dadurch wirken die Gleichaltrigen älter als sie sind“, findet sie. Generell sei ihr aber aufgefallen, dass die Deutschen sehr höflich seien. Der 13-jährige Dominik beherrscht wie Daniel beide Sprachen. Er berichtet, dass die russischen Jugendlichen auch sehr überrascht waren, über den guten Zustand der deutschen Straßen.

Letztendlich stelle sich bei den Gesprächen und der Themenfindung für die nächste Themenfindung immer wieder heraus, dass sich die deutschen und russischen Jugendlichen mit den gleichen Problemen, Sorgen und Fragen auseinandersetzen. Vor allem das Thema Liebe ist jedes Jahr vor allem bei den Mädchen ein beliebtes Gesprächsthema, verrät Daniel. Diskutiert werde auch über Drogen und Naturschutz. Die Jugendlichen aus Russland betonen bei den Gesprächen, dass sie sehr gesundheitsbewusst seien. Damit wollen sie wieder einmal gegen Vorurteile auf deutscher Seite ankämpfen, alle Russen würden rauchen und viel Alkohol trinken. Die Einstellung auf diesem Gebiet hat sich stark verändert, sagen zwei russische Mädchen.

Ein Vorurteil, das andere Deutschen gegenüber haben, treffe dagegen zu – die typisch deutsche Pünktlichkeit. Darüber machen die Jugendlichen gerne Scherze. „Es wird aber nicht über uns gelacht. Wir lachen gemeinsam über die Eigenarten der Länder“, sagt Daniel. Die anderen Jugendlichen fangen bei dem Thema auch prompt herzlich zu lachen an, und es entsteht wieder das vertraute Stimmengewirr.



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