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Stadt stellt das Projekt zurück

Strandbar-Traum ist (vorerst) geplatzt

HAMELN. Strandbar ade! Zumindest fürs Erste! Die geplante Beachbar am Weserufer ist jetzt nicht mehr in Sichtweite. Vorbei die Vorstellung, in absehbarer Zeit einen Cocktail unter Palmen im Sand genüsslich schlürfen zu können. Das geplante Projekt am Stockhof ist auf Eis gelegt.

veröffentlicht am 19.06.2017 um 12:10 Uhr
aktualisiert am 20.06.2017 um 18:12 Uhr

Palmen, Strand und Blick aufs Wasser: In Rinteln lockt eine Beachbar, in Hameln wird solch ein Angebot noch länger auf sich warten lassen. Foto: jph
Dr. Guido Erol Hesse-Öztanil

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Guido Erol Hesse-Öztanil Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Im Rathaus verfolgt man jetzt eine andere Strategie bei der Belebung der Weserpromenade und dabei ist die Strandbar in den Hintergrund getreten.

„Wir wollen keine isolierte Lösung für einen kleinen Bereich an der Weser“, erklärt Stadtsprecher Thomas Wahmes. Und das bedeutet konkret: Der gesamte Weserbereich von der Jugendherberge bis zum Hafen soll überplant werden, um eine „Gesamtlösung“ für dieses Areal in den Händen zu haben. Von einem anvisierten „großen Wurf“ spricht das Rathaus und dem würde eine kleinteilige Lösung im Wege stehen. Es wäre laut Wahmes „der falsche Weg, mit einer Strandbar beziehungsweise einem gastronomischen Angebot an der Weser vorab Fakten zu schaffen“.

Mit dieser Vorgehensweise sieht sich die Stadt nach eigenem Bekunden durchaus bestätigt und verweist auf das Ergebnis des Bürgerdialogs „2030“. Die Hamelner wünschen sich eben nicht nur eine Strandbar, sondern eine Aufwertung der Weserpromenade insgesamt. Das sei bei der öffentlichen Präsentation der Prioritätenliste am vergangenen Montagabend im Weserbergland-Zentrum deutlich geworden. Und dem solle nun Rechnung getragen werden.

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Zunächst eine Gesamtplanung in Angriff zu nehmen und dann Projekte wie eine Beachbar oder eine Wesertreppe zu realisieren, ist ein Vorgehen, das die bisherige Strategie der Stadt auf den Kopf stellt. Noch beim Neujahrsempfang der Stadt anfang dieses Jahres hatte Oberbürgermeister Claudio Griese hervorgehoben, dass bei der Neugestaltung des Weserbereichs mit dem Stockhof begonnen werde. Dieser Bereich soll mit einem „neuen Schmuckstück versehen“ werden, mit einer – so Griese – „Strand- und Erlebnisbar“. Bereits wenige Tage später dämpfte der Rathaus-Chef die geweckten Erwartungen. Es seien noch zu viele Fragen offen, auf die Antworten gefunden werden müssten. Bei der Aufwertung des Weserufers zwischen Upnor-Gelände in der Nordstadt und Hafen habe nun eine Gesamtplanung Priorität.

Erinnert sei auch daran, dass die Stadt eigens zum Thema Strandbar im vergangenen Jahr einen Ideenwettbewerb ausgelobt hatte. Potenzielle Investoren waren aufgerufen, bis Ende März 2016 ein „aussagekräftiges Konzept“ einzureichen. Gefordert wurden eine „ausführliche Beschreibung der Geschäftsidee“, das Investitionsvolumen, Aussagen über die „Nutzungsdauer“ und „Öffnungszeiten“ sowie Angaben zu „Lärmemissionen“. Die eingereichten Konzepte sollten von einem Gremium, bestehend aus Vertretern der Politik und der Hameln Marketing und Tourismus GmbH bewertet werden. Eine Entscheidung sollte noch vor der Kommunalwahl im September vergangenen Jahres getroffen werden.

Wir haben hier den zweiten vor dem ersten Schritt getan.

Thomas Wahmes, Sprecher der Stadt Hameln

Die Stadt ging davon aus, dass eine Strandbar am Stockhof im Frühjahr 2017 ihre Pforten öffnen könne. Getan hat sich bislang nichts – zumindest nichts, was die triste Optik an der Promenade verändert hätte. War der Ideenwettbewerb nur Makulatur? Zumindest hat die Stadt bis heute nichts über den Ausgang verlautbaren lassen. Kein Gewinner wurde präsentiert, kein Investor genannt. Auch bei der Frage nach der Zahl der Bewerber hielt sich die Stadt bislang bedeckt. Rückblickend stellt sich die Frage, warum solch ein Wettbewerb überhaupt durchgeführt wurde? Im Rathaus räumt man selbstkritisch ein, sich den Vorwurf gefallen lassen zu müssen, „hier den zweiten vor dem ersten Schritt getan zu haben“.

Die Resonanz auf den Wettbewerb war – gelinde gesprochen – bescheiden, wie jetzt die Stadt nach erneuter Nachfrage durchblicken lässt. Lediglich ein Bewerber aus dem heimischen Raum habe sein Konzept eingereicht und auf „vielversprechende Weise visualisiert, wie ein gastronomisches Angebot an der Weser aussehen könnte“, so Wahmes. Enttäuschung über das mangelnde Interesse macht sich im Rathaus allerdings nicht breit. „Es zählt nicht die Quantität, sondern die Qualität. So gesehen ist das Ergebnis des Wettbewerbs absolut positiv.“ 

Man werde weiterhin mit dem Investor in Kontakt bleiben und zu „gegebener Zeit auf seine Pläne zurückkommen“.

Mit der Überplanung des Weserareals soll ein Fachbüro beauftragt werden. Das soll geschehen, sobald das Geld aus dem genehmigten Haushalt zur Verfügung steht. Die externe Vergabe wird mit einer Überlastung der Beschäftigten im Rathaus begründet. Die Mitarbeiter seien derzeit vollauf mit allem beschäftigt, was mit Konversion und Städtebauförderung zu tun habe, heißt es.

Schon jetzt steht allerdings fest: Ohne Fördermittel dürfte eine Umgestaltung der Weserpromenade nicht realisierbar sein. „Es wird unsere Aufgabe sein, für Teilumsetzungen Fördergelder zu gewinnen“, erklärt Wahmes. Auch finanzielles Engagement aus privater Hand wird gefragt sein. Bleibt zu hoffen, dass der bislang einzige potenzielle Beachbar-Investor nicht das Interesse an dem Projekt verliert.

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