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„Verbrechen sichtbar machen“

Stolpersteine sollen wieder aufpoliert werden

HAMELN.Gemeinsam wollen Evangelische Jugend, Solid, die Jusos, die Sumpfblume, Grüne Jugend und der Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Hameln am Donnerstag, 9. November, die in Hameln verlegten „Stolpersteine“ putzen und damit symbolisch der Verbrechen des Dritten Reiches gedenken.

veröffentlicht am 03.11.2017 um 08:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2017 um 19:52 Uhr

Stolpersteine – wie diese in der Baustraße – sollen am 9. November geputzt werden. Foto: Dana

In der Reichspogromnacht im November 1938 wurden in ganz Deutschland Synagogen in Brand gesetzt, Läden geplündert, Friedhöfe verwüstet und jüdische Menschen in Konzentrationslager verschleppt. Das war der erste Höhepunkt einer vom Rassenwahn der Nationalsozialisten diktierten Verfolgung und Vernichtung einzelner Menschengruppen. Neben Juden fielen auch politisch Andersdenkende, Homosexuelle, Sinti und Roma, Behinderte und andere Gruppen diesen Gewaltmaßnahmen zum Opfer.

Nach einem einstimmigen Beschluss des Hamelner Stadtrats vom 26. Juni 2013 verlegt der Künstler Gunter Demnig auch in Hameln „Stolpersteine“. Sie liegen vor den Häusern, in denen die Ermordeten vor ihrer Deportation gelebt haben und machen damit die Schandtaten der NS-Zeit auch für Hameln sichtbar.

Beginn der großen Reingungsaktion ist am 9. November um 17.30 Uhr am Haupteingang der Marktkirche. Dort findet die Aufteilung in Gruppen statt, bei der die 68 bisher in Hameln verlegten Stolpersteine zugeordnet werden. In den Räumen des Evangelischen Jugenddienstes, Osterstraße 26, findet der Ausklang statt. Dort gibt es nicht nur heißen Tee. Bernhard Gelderblom wird über das erst jüngst aufgedeckte Schicksal eines Hamelner Bürgers sprechen, der im Frühjahr 1938 grundlos festgenommen und wenige Jahre später im KZ Dachau zu Tode gebracht wurde. Die Initiative von Kirche, Parteien und des Hamelner Vereins für regionale Kultur- und Zeitgeschichte möchte dazu auffordern, nie zu vergessen, welche Gräueltaten im Dritten Reich verübt wurden.

Zur Reinigung der Stolpersteine sind alle Bürger eingeladen. Für Reinigungsmittel ist gesorgt.

red

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