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"Stolpersteine" bleiben umstritten

veröffentlicht am 08.05.2009 um 17:50 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

Hameln (ni). Sie sollen an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern: „Stolpersteine“, die auf zehn mal zehn Zentimeter großen Messingplatten, die Namen der Geschundenen tragen und vor den Häusern verlegt werden, in denen die Menschen lebten, bevor sie deportiert, ermordet wurden. In weit über 300 deutschen Städten und Gemeinden liegen solche Stolpersteine bereits. In Hameln wird es sie voraussichtlich nicht geben, weil sich die Liberale Jüdische Gemeinde vehement gegen diese Form des Gedenkens wendet.
 Ein Kreis engagierter Bürger um den Hamelner Historiker Bernhard Gelderblom und den Geschäftsstellenleiter von Arbeit und Leben, Manfred Stock, hatte die Initiative für die Verlegung von Stolpersteinen in Hameln ergriffen (wir berichteten). Während sich die Vorsitzende der Liberalen jüdischen Gemeinde, Rachel Dohme, entschieden dagegen aussprach, befürwortete die Vorsitzende der Jüdischen Kultusgmeinde, Irina Pigorova, das Vorhaben. Bei der jüngsten Sitzung des Schul- und Kulturausschusses warben Mitglieder der Initiative bei der Politik noch einmal um Zustimmung zu dem Projekt. 
„Es tut uns weh, dass die, die schon einmal getreten und beschmutzt wurden, noch einmal mit Füßen getreten werden sollen“, wiederholte die  Vorsitzende der Liberalen Gemeinde, Rachel Dohme, ihre Kritik an den Stolpersteinen. Die Gegenposition nahm die Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde, Irina Irina Pigorova ein. „Die Gemeinde kann es nicht leisten, Geschichte so plastisch darzustellen“, sagte Pigorova und auch: „Warum dürfen wir nicht über Geschichte stolpern?“ 
 Der Ausschuss fühlte sich nicht berufen, angesichts der kontroversen Sichtweisen der beiden Gemeinden eine Empfehlung auszusprechen. „Schön wäre es, Erinnerung so zu gestalten, dass niemandem zu nahe getreten wird“, suchte die Ausschussvorsitzende Christa Bruns (SPD) am Ende nach einen Kompromiss in der Auseinandersetzung um das richtige Gedenken.



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