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In den Boxen am Amtsgericht lagern meist andere Gegenstände

Statt des Rades steht ein Kasten Bier drin

Wer mit dem Fahrrad als Tourist nach Hameln kommt, möchte vor allem eins: Seinen Drahtesel während des Besuchs sicher abstellen. Dafür hat die Stadt Hameln eigens abschließbare Fahrradboxen am Amtsgericht, in unmittelbarer Nähe zum Weserradweg, aufgestellt. Die Touristen schließen ihr Fahrrad samt Gepäck darin ein und die Box mit ihrem eigenen Fahrradschloss ab. Während ihres Aufenthalts in Hameln wissen sie ihr Eigentum in sicherer Verwahrung. Soweit die Idee, die hinter dem Angebot steckt. Doch die Realität sieht anders aus. Denn von den acht Fahrradboxen profitieren andere. „Darin werden oft andere Gegenstände gelagert“, weiß Stadtsprecher Thomas Wahmes. Die eigentliche Nutzung bleibt auf der Strecke. Nicht nur bei der Stadtverwaltung, auch bei den Bürgern sorgt dies für Unmut. „Die Fahrradboxen werden als abschließbare Lagerfläche verwendet“, so Wahmes. Sogar einen Kasten Bier haben die städtischen Mitarbeiter schon darin gefunden. Daher sind die acht Boxen meistens blockiert – und stehen Radtouristen nicht zur Verfügung. Obwohl die Stadt extra ein Schild aufgestellt hat, auf dem sie die kostenlose Nutzung der Fahrradboxen erklärt. Doch trotzdem müssen die städtischen Mitarbeiter zwei- bis dreimal die Woche vor Ort kontrollieren. „Sind die Boxen leer oder zweckentfremdet genutzt, dann werden sie geöffnet. Anders geht es nicht“, so Wahmes. Das sichergestellte Gut werde dann gegen eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 20 Euro innerhalb von vier Wochen wieder rausgegeben – so steht es auf den Schildern. „Doch das schreckt offenbar nicht alle ab“, so Wahmes. Die Leidtragenden sind die Fahrradtouristen, für die die Boxen gedacht sind.

veröffentlicht am 27.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 23:41 Uhr

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Karen Klages

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Karen Klages Reporterin zur Autorenseite
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„Es ist eigentlich ein unkompliziertes System“, so Wahmes. Aber das funktioniere halt nur so lange, wie sich alle dran halten. Und das sei eben der Knackpunkt. Daher werde die Stadt auch weiterhin ein Auge auf die acht Boxen haben. Vor allem, wenn die Saison wieder losgeht.

Auch wenn Thomas Wahmes weiß, dass der Missbrauch der Fahrradboxen sich nicht ganz verhindern lasse, so gibt er doch die Hoffnung nicht auf und hat die Bitte, „die Boxen so zu nutzen, wie sie gedacht sind“.

Verschlossen und leer oder mit anderen Gegenständen als mit dem Fahrrad vollgestellt: Die Fahrradboxen am Amtsgericht werden oft zweckentfremdet genutzt.

Dana



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