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e.on Westfalen Weser zieht sich nach und nach zurück / Lehrbetrieb in Hameln wird fortgesetzt

Starker Aderlass in der Ausbildungswerkstatt

Hameln. „Bitter – und zum Teil auch überraschend.“ Claus Sievert macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Der Verlust der Stromnetzkonzession treffe die e.on-Gesellschaften hart, habe natürlich auch Auswirkungen auf die Ausbildungswerkstatt in Hameln.

veröffentlicht am 17.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 04:41 Uhr

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Matthias Aschmann

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Matthias Aschmann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Sievert, Leiter interne Kommunikation im Kernkraftwerk Grohnde, spricht für die e.on Kernkraft GmbH, die seit 2008 federführend für die Ausbildungswerkstatt an der Fluthamelstraße verantwortlich ist. Wie berichtet, haben die Stadtwerke Hameln in weiten Teilen des Landkreises Hameln-Pyrmont den Zuschlag erhalten – e.on Westfalen Weser ging dagegen leer aus. Vor allem der Verlust der Konzession in der Gemeinde Emmerthal ist laut Sievert ein Schlag in den Nacken.

Die Konsequenzen: e.on Westfalen Weser steigt Stück für Stück aus der Ausbildungskooperation aus, bildet seinen Nachwuchs künftig anderswo aus. „Bisher haben wir jährlich sechs technische Auszubildende eingestellt und in der Ausbildungswerkstatt Hameln ausbilden lassen“, erklärt Michael Wippermann, Unternehmenssprecher von e.on Westfalen Weser. Aktuell würden noch 23 Auszubildende des Unternehmens in Hameln geschult – neue würden nun aber nicht mehr hinzukommen. Das gelte aber nur für die Rattenfängerstadt. Im gesamten Bereich des Unternehmens mit Sitz in Paderborn würden derzeit 150 junge Leute ausgebildet.

Bislang war e.on Westfalen Weser der größte Partner innerhalb der Ausbildungskooperation mit e.on Kernkraft (Kernkraftwerk Grohnde) und Enertec Hameln. Der Ausstieg wiegt schwer, wirft Fragen zur Zukunft der Einrichtung auf. Enertec bleibt nach Angaben von Werner Hamschmidt weiter im Boot, wird wie bisher alljährlich zwei Auszubildende (einen Industriemechaniker und einen Elektroniker) in die Werkstatt schicken. „Wir wollen diese Art der Ausbildung gerne beibehalten“, unterstreicht Hamschmidt. Und Sievert betont: „Die Ausbildungswerkstatt bleibt bestehen.“ Erst im vergangenen Jahr habe e.on Kernkraft weitere 2,5 Millionen Euro in die Sanierung und Modernisierung der Ausbildungswerkstatt investiert, die optimale Arbeitsbedingungen an modernsten Geräten biete. Vier Ausbildungsmeister würden momentan 56 Auszubildende in den Fachrichtungen Industriemechaniker (Metall) und Elektroniker (Betriebstechnik) betreuen – 19 von e.on Kernkraft, 23 von e.on Westfalen Weser und 7 von Enertec Hameln. Hinzu kämen 4 von den Stadtwerken Hameln und 3 von den Stadtwerken Rinteln.

Zurzeit, berichtet Sievert, liefen Gespräche mit der Geschäftsstelle Hameln der Industrie- und Handelskammer mit dem Ziel, weitere Ausbildungspartner zu gewinnen. „Wir sind offen für alle Gewerbebetriebe“, so Sievert. Unternehmen könnten sich direkt in der Ausbildungswerkstatt beim leitenden Ausbildungsmeister Peter Pecher (05151/812890) melden.

Susanne Treptow, Geschäftsführerin der Stadtwerke Hameln, signalisiert bereits, mehr Auszubildende in die Werkstatt schicken zu wollen. Der durch die umfangreichen Netzkonzessionen erhöhte Personalbedarf werde auch zu einer höheren Zahl an Auszubildenden sorgen. In welcher Größenordnung sich das bewege, könne allerdings momentan noch nicht gesagt werden.



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