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Weißer hinterlässt neuem Chef Zywicki bessere Bilanz als im Vorjahr

Staffelstab bei VHS übergeben

Hameln. Der neue VHS-Chef Hagen Zywicki hat am Montag den Staffelstab von Nina Weißer übernommen. Die hatte sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: In nur knapp einem Jahr kommissarischer Leitung wollte sie das defizitäre Haus auf Vordermann bringen. Ist das gelungen?

veröffentlicht am 03.05.2016 um 16:04 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 08:40 Uhr

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Autor:

von Andrea Tiedemann
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Laut Weißer verbleibt nach der aktuellen Bilanz, in der auch noch Schulden aus 2014 abgetragen werden mussten, ein Defizit von 5500 Euro – Mitte des vergangenen Jahres waren noch 21 000 Euro Minus erwartet worden. Klar ist allerdings auch: Die VHS ist und bleibt ein Zuschussgeschäft. Das außerordentliche Defizit übernehmen Stadt, Landkreis und weitere Mitgliedsgemeinden, zusätzlich zum regulären Defizitausgleich. Und da geht es dann um ganz andere Summen: 300 000 Euro gibt die Stadt Hameln für das Jahr 2015 regulär noch hinzu, der Landkreis 185 000 Euro, zusätzlich zum außerordentlichen Defizitausgleich. Denn – wie andere kulturelle Einrichtungen in Hameln auch¨– könnte sich die VHS alleine gar nicht finanzieren. Wie beispielsweise beim Theater würden die Gebühren sonst in die Höhe schnellen.

Doch was genau wurde im vergangenen Jahr nun unternommen, um die Bilanz wieder salonfähiger zu machen? „Über alle Fachbereiche hinweg konnte gegenüber der Planung für das Jahr 2015 eine Steigerung der Kurserträge um 18 300 Euro erzielt werden“, resümiert die scheidende Verbandsdirektorin Weißer. Sie hatte angekündigt, alle Kurse wirtschaftlich auf den Prüfstand zu stellen. Doch welche Kurse durch den Konsolidierungskurs nun reduziert oder gestrichen werden mussten, welche lukrativen ausgebaut wurden, dazu äußert Weißer sich nicht konkret. Bereits im Juli hielt sie sich damit zurück – deutete nur an, dass der Bereich Gesundheit lukrativ sei.

Zumindest personell gab es Zuwachs: Statt 18 Mitarbeiter arbeiten nun 25 für die VHS. Ob auch die bisherigen 16 Stellen erhalten blieben, dazu äußerte Weißer sich nicht. Bei der erhöhten Mitarbeiterzahl handele es sich um Dozentinnen im Bereich der sprachlichen Integration – diesen Bereich hatte Weißer als dritte Finanzierungssäule neben Zuschüssen und Gebühren angepeilt. Der Bereich der sprachlichen Integration sei ein wichtiger Baustein der VHS für eine gelungene Integration von Migranten. „Hier findet ein kontinuierlicher Ausbau der Angebote statt.“ Dies betreffe alle Arten des Sprachkursangebots für diese Zielgruppe: allgemeine Flüchtlingskurse, die Kurse der sprachlichen Integration sowie Sprachkurse für die berufliche Integration. Bei letzterem handele es sich um ein durch Mittel aus dem europäischen Sozialfonds geförderte Angebote, so Weißer.

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Übernimmt von Nina Weißer den Posten als VHS-Chef: Hagen Zywicki wird neuer Verbandsdirektor. Fotos: Dana/pr

Einen Schlag ins Kontor verursachten hingegen die Nebenkosten für den Standort Sedanstraße – diese seien erheblich höher als geplant gewesen, so Weißer: Mehrkosten von 20 000 Euro.

„Weiterhin mussten erhebliche Rückstellungen für Archivierung sowie Pensionsrückstellungen geleistet werden.“ Insgesamt habe dies einen Betrag von 32 100 Euro ausgemacht. Hintergrund ist ein noch offener juristischer Streit mit den Rentenkassen – die Frage ist, ob für mehrere als Honorarkräfte beschäftigte Mitarbeiter Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden müssen. Die Rentenversicherungsanstalt hatte rund 116 000 Euro nachgefordert, Juristin Weißer aber sieht durchaus Erfolgschancen im Rechtsstreit.

Zywicki ist Pädagoge und Sozialmanager und war zuletzt Geschäftsführer der Kita Bremen, einem Eigenbetrieb der Stadt Bremen mit 1900 Mitarbeitern. Weißer ist wieder zum Landkreis Hameln-Pyrmont zurückgekehrt, um dort das Dezernat für Jugend und Soziales zu übernehmen.



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