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GWS bleibt als Großsponsor im Boot / Produzentin fordert: „Wir müssen jetzt auch selbst aktiv werden“

Stadtwerke und gute Ideen sollen „Rats“ retten

Hameln (CK). Eins steht für Sina-Mareike Schulte unumstößlich fest: „Rats“ darf nicht sterben. Die 18-Jährige agiert bereits seit 2006 auf der Bühne, wo sie mit viel Ausdruck und auf anrührende Weise in dem Hamelner Erfolgsmusical das behinderte Kind spielt und singt. Und obwohl Sina-Mareike demnächst in Bremen ein Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaft und Germanistik aufnimmt und deshalb vermutlich in der neuen Saison nicht mehr dabei sein könnte, so weiß sie doch, dass auch die anderen Ensemblemitglieder traurig sind, weil „Rats“ auf der Kippe steht.

veröffentlicht am 27.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 12:21 Uhr

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Auch für die Verantwortlichen der Hamelner Marketing und Tourismus GmbH (HMT) war die Ankündigung, dass sich der Energieversorger e.on Westfalen Weser Vertrieb, – nach den Hamelner Stadtwerken der zweite Hauptsponsor – nach zwölf Jahren aus seiner finanziellen Förderung zurückziehen will, gewissermaßen ein Schock. Wie bereits berichtet, sponsort e.on zwar nach wie vor das Musical „Münchhausen“ in Bodenwerder, will sich in Hameln aber künftig mehr auf den Sport konzentrieren.

„Wir nehmen diese Erklärung so hin und sagen ein herzliches Dankeschön für das langjährige Engagement. Das war nicht selbstverständlich“, sagt HMT-Geschäftsführer Harald Wanger. Gleichwohl muss er sich jetzt auf die Suche nach neuen Sponsoren begeben, will er die immense Finanzierungslücke schließen. Immerhin hatte e.on jährlich rund 15 000 Euro zugeschossen, um die für die Zuschauer kostenlosen Aufführungen möglich zu machen. Wanger weiß, dass die Kosten steigen, dass die HMT das durch e.on entstandene Defizit nicht allein schultern kann, will aber auch nicht aufgeben: „Wir werden andere aus der Wirtschaft fragen. Es muss ja nicht einer allein für die Lücke aufkommen“, so Wanger. Wert aber sei es das allemal – der Mittwoch, wenn „Rats“ aufgeführt wird, ist nach Auskunft des Hamelner Einzelhandels der stärkste Tag der Woche.

Positive Signale gibt es immerhin, und zwar vom anderen Großsponsor, den Hamelner Stadtwerken. „Wir sind auf jeden Fall nach wie vor dabei“, verspricht GWS-Geschäftsführerin Susanne Treptow. Durch das Musical werde die Stadt belebt – „das sagen auch alle Zahlen.“ „Rats“ habe Hameln einfach noch bekannter gemacht, und sie wisse, dass die Kunden der Stadtwerke, die im Landkreis kommen, die Aufführungen gern für einen Hameln-Besuch nutzen“, so Treptow.

Aber auch das Ensemble selbst will nicht untätig bleiben. „Wir müssen jetzt selbst aktiv werden“, glaubt Produzentin Anke Rettkowski. Sie wisse, dass einige ihrer Akteure, die auch im Münchhausen-Musical mitwirken, ganz besonders traurig seien, weil das im Gegensatz zu „Rats“ weiter von e.on gefördert werde. Deshalb haben sich einige bereits Gedanken gemacht, die nach den Worten der Produzentin „jetzt erst einmal sortiert werden müssen“. Für denkbar hält sie etwa eine Art Musical-Night oder einzelne Auftritte in der dunklen Jahreszeit gegen Eintritt, damit wenigstens ein Teilbetrag des Defizits auch vonseiten des Ensembles zusammenkommt. Die Hände in den schoss zu legen – das kommt für Anke Rettkowski und ihr Team offenbar nicht infrage, allerdings braucht sie bis Anfang des neuen Jahres Planungssicherheit. „Schließlich muss ich ja Darsteller einkaufen“, verweist sie auf die Schwierigkeiten, die unter anderem dadurch entstünden, dass etwa die Hälfte der Mitspieler wegen der Aufnahme eines Studiums voraussichtlich in einer neuen Saison nicht mehr verfügbar sei.

Was die Produzentin, die zugleich Choreografin ist, sich als machbar vorstellen kann: dass jemand einen Teilbetrag für eine gewisse Zeit übernehmen könnte. Und dabei gibt sie sich durchweg optimistisch: Vielleicht ist ja Wunschdenken, aber ich glaube fest daran, dass ,Rats’ gerettet werden kann.“

Hoffen auf Sponsoren und damit auf eine Fortsetzung des Erfolgsmusicals „Rats“: die Darsteller bei ihrer Abschiedsvorstellung in der vergangenen Woche.Foto: Dana



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